Der Traum der Obstfliege
Von
cinque
16.07.2023, 14:37
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Die kleine Obstfliege entfaltete ihre zarten Flügel und schwirrte mit einer Unzahl Geschwister um die Obstkörbe. Ihre Geschwister taten das, was Obstfliegen tun, sie schwirrten herum. Unsere kleine Obstfliege, nennen wir sie ziziwu, interessierte sich nicht für Obst und süße Getränkereste, sie war fasziniert von dem Strahlen und der Wärme der Sonne, sie wollte tanzen im Sonnenlicht.
Die Sonne lächelte. „Sag, kleine Ziziwu, was machst du da.?“
„Ich tanze, ich möchte immer tanzen, ich habe doch aber nur diesen einen Tag.“
So ist es wohl.
„Kannst du mir nicht helfen, daß ich noch einen Tag in deinem Licht tanzen kann.“
„Nein, kleine Ziziwu, das kann ich nicht, aber ich werde für dich solange scheinen, wie ich kann.“
Die Sonne hielt Wort, strahlend und wärmend, bis sie am Abend hinter dem Horizont verschwand.
Müde setzte sich Ziziwu zu ihren Geschwistern auf die Obstkörbe.
Hatte sie diesen Tag verschenkt, wie ihre Geschwister sagten.
Sie war müde, schloß die Augen, träumte von den Sonnenstrahlen und der Wärme, als sie eine sanfte Stimme vernahm:
„Kleine Ziziwu, willst du nicht für mich tanzen.?“
Sie öffnete die Augen, die Sonne war zurückgekehrt. Aber nein, dieses Licht war anders, nicht warm und golden, es war geheimnisvoll und silbern.
Und sie stieg auf und tanzte für den Mond bis sie müde und erschöpft war.
„Ich danke Dir, ich muß mich ein wenig ausruhen.“ Und Ziziwu setzte sich so auf einen Apfel, daß sie den Mond noch lange sehen konnte.
Als die Sonne am nächsten Morgen den roten Apfel erglühen ließ, umschwirrten neue Eintagsfliegen die Obstkörbe, und sie vergoß eine Träne über dem Apfel. Wenn man aber genau in den großen silbernen Sommervollmond schaut, kann man die kleine Fliege dort sehen.