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20 10

WEIHNACHTSTRAUM

Von egalis Donnerstag 21.12.2023, 20:48


Eine kleine Tanne, die krumm gewachsen war,
fand das überhaupt nicht wunderbar.
Dazu war sie auch noch recht klein.
Sie wollte so gern ein Weihnachtsbaum sein.
Trug lange den Wunsch unter der Rinde.
Träumte von Flitter, von fröhlichem Kinde,
das lustig tanzte um sie herum.
Aber stets wurde sie übersehen, wie dumm.

Die um sie stehenden Tannenbäume
störten ihre Weihnachtsträume.
„Glaubst Du wirklich, Du kommst in ein Haus?
Man lacht Dich doch höchstens aus!“
Dabei haben sie sich vor Vergnügen gerüttelt
und alle ihre Zapfen abgeschüttelt.
Tieftraurig und voller Kummer
wurde das Bäumchen nur noch krummer.

Am Heiligen Abend stapfte ein Mann
durch den tiefen Schnee heran.
Betrübt war er, das konnte man sehen.
Er blieb vor dem Tännchen stehen,
besah es sich von allen Seiten,
meinte: „Du könntest mich begleiten,
passt genau in die kleine Ecke
von der schrägen Mansardendecke.
Mit Dir mache ich heute
sicher eine große Freude
meiner Frau und meinem Kind,
die beide krank im Bette sind.“

Da zitterte der kleine Baum,
dachte gar, er sei im Traum.
Ihn, den krummen, wollt man haben!
Der Mann hat ihn vorsichtig ausgegraben,
zu Haus in einen Topf mit Erde getan
und er machte sodann
rote Äpfel und Kerzen dran,
dazu noch manche vergoldete Nuss.
Dann weckte er Frau und Kind mit Kuss,
Das Bäumchen mit den geschmückten Zweigen
wollte er ihnen so gerne zeigen:
„Seht Euch dieses Tännchen an,
das schöner nicht mehr werden kann!
Wie schimmert es so prächtig bunt!“

Frau und Kind freuten sich gesund.
Der Mann zart über die Zweige strich.
Damit bedankte er sich
bei dem kleinen, krummen Tannenbaum.
Der träumte weiter seinen Weihnachtstraum.

©elkebontjerdobertin

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