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Heiß und trocken

Von Feierabend-Mitglied heute, 07:05

Dieses Gedicht habe ich vor vielen Jahren geschrieben. Damals war es eine Warnung – heute ist es leider Realität. Ich weiß, niemand liest gern von Dingen, die uns Angst machen oder die wir selbst verursacht haben. Aber manchmal hilft ein Gedicht, die Welt ein bisschen klarer zu sehen. Deshalb teile ich es heute – weil es aktueller ist, als mir lieb ist.

Glühend hängt die Sonne schwer,
die Natur versengt – fast ohne Wehr.
Verblasst sind ihre bunten Farben,
man sieht, sie fängt schon an zu darben.

Trockenheit hat Felder leer geraubt,
Wälder stehen brennend, trostlos - entlaubt.

Der heiße Wind, der mitschuldig weht –
im Herbst hat er früher nur stürmisch geweht.

Die Gletscher schmelzen weiter ab,
doch bringt das Wasser nichts auf Trab.

Aus Flüssen und Seen werden traurige Lachen,
unnütz liegen Schiffe, Boote und Nachen.

Wohin man schaut – Krisen und Kriege,
so vieles wird knapp - geht in die Miese.

Viren, die sich gegenseitig fressen –
den Klimawandel kann man nun ermessen.

Regen fällt nieder – spät und viel zu rar –
die Erde ruft nach Hilfe, Jahr für Jahr.

Und während alles kämpft, was leben will,
wird eines klar: Wir stehen zu still.
Noch ist die Zeit – doch sie verrinnt.
Wir entscheiden noch heute – nicht morgen der Wind.

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