LANG LANG IST ES HER
Von
egalis
Samstag 21.12.2019, 22:24
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egalis
Samstag 21.12.2019, 22:24
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WEIHNACHTSSTRESS
So wie hier oder ungefähr,
geht es vor Weihnachten zukehr.
Bei dem einen etwas mehr,
bei dem andern was minder.
Ungeduldig werden die Kinder,
fangen schon im Oktober an
und reden von dem Weihnachtsmann.
Ist gerade der Ausverkauf der Sommersachen
über die Bühne und Letztmarkt gewest,
sind schon klar die Weihnachtsschmuck-Haken,
spukt in den Köpfen das große Fest.
Die dunkle Gedenkzeit noch abzuwarten,
fällt den Kaufleuten wohl etwas stur.
Wollen die Weihnachtszeit ausschlachten,
stellen jedes Jahr voraus die Uhr.
Ist der November ausgetrauert,
hat es die längste Zeit gedauert:
Wochen vor Weihnachten hängen die Tannen
über den Straßen, in Form von Girlanden.
Und die Spieluhr dreht sich sacht,
dudelt sinnig: Stille Nacht...
Wenn lange Reihen in den Regalen
stehn: kleiner und großer Weihnachtsmann,
musst du oft viel mehr bezahlen.
Dann, glaub mir, fängt die Hektik an.
Von heute auf Morgen die Menschen strömen.
Von einem Parkplatz kannst du nun drömen.
Auch wenn du gar nichts kaufen wullt –
Musst bloß aufs Amt? Hast selber Schuld!
Und die Spieluhr dreht sich sacht,
dudelt sinnig: Stille Nacht...
Fenster willst du sauber haben? Von wegen.
Lass man sein, gibt wieder Regen.
Hat es denn einmal nicht geregnet,
werden wir mit scharfem Frost gesegnet.
Fast jede Woche Weihnachten feiern,
da kannst du rückwärts die Reden leiern.
Der Postbote lädt erste Pakete ab.
Die Neugier der Kinder hält dich auf Trab.
Und die Spieluhr dreht sich sacht,
dudelt sinnig: Stille Nacht...
Kekse willst du auch noch backen
Und die Geschenke hübsch einpacken
und die auch zur Post noch liften.
Zwei von drei Gänsen gehen wieder stiften.
Mutter hechtet hinterher,
dem Schlachter fehlt die Zeit sonst sehr.
Damit übers Fest nicht Not,
muss dann auch das Schwein noch tot.
Und die Spieluhr dreht sich sacht,
dudelt sinnig: Stille Nacht...
Mutter packt Fleisch für die Truhe
in Plastiktüten und ruft: „Ruhe“.
Unter dem Tisch haben die Katzen
Krach. Es fliegen die Fatzen.
Und der Hund muss auch noch raus,
selbst der hält den Krach nicht aus.
Vater sieht zur Tür herein:
„Wie weit bist du mit dem Schwein?“
Mutter geht das Hütchen hoch:
„Herje, was willst du denn nun noch?
Meinst du, dass ich hexen kann?
Pack doch lieber mal mit an!“
Und die Spieluhr dreht sich sacht,
dudelt sinnig: Stille Nacht ...
Ach du liebe Weihnachtszeit,
noch ein paar Tage, dann ist’s soweit.
Lass uns das Schwein beiseite packen,
fangen wir an mit Kekse backen.
Oftmals muss das abends gehen,
wenn ansonsten nichts mehr zu besehn.
Aber nun gibt’s ein Mallör:
Mehl ist da, keine Butter mehr!
Und ob beim Kekse probieren einer weiß,
dass die Korinthe Rosine heißt?
Mandeln wurden auch vergessen.
Der Hund hat das Rezept zerrissen.
Zwischendurch geht’s Telefon –
Hände waschen, komme schon –
„Falsch verbunden“, hört man da
und ist mit der Welt fast klar.
Und die Spieluhr dreht sich sacht,
dudelt sinnig: Stille Nacht ...
Dezember – Tag um Tag vergeht
So schnell, wie wenn der Wind verweht.
Basare sind noch mit Kunst zu bestücken.
„Lässt dich bei uns gar nicht mehr blicken“,
hört man von Leuten, die man gut kennt
wenn man zur nächsten Veranstaltung rennt.
Die wievielte in diesem Jahr?
Und wie ich gestresst dahin fahr,
denk ich mit einemmal, aber reichlich spät:
So wie es dir in diesem Jahr geht,
wolltest du es garantiert nicht mehr machen.
Du warst doch schon mal leid die Sachen.
Hattest zum letzten Weihnachtsfest –
Da warste auch schon so gestresst –
Dir doch ganz dolle vorgenommen:
Soweit soll es nicht wieder kommen.
Denn bei all dem verrückten Gejage
Bist du kaputt während der Feiertage.
Und wieder denk ich: Na nächstes Jahr –
Dann wird es besser. Das ist mir klar.
Und die Spieluhr dreht sich sacht,
dudelt sinnig: Stille Nacht...
(c)ebd