Herbstzeitlos
Von ehemaliges Mitglied Donnerstag 07.05.2020, 00:15
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Herbstzeitlos
Ausgemustert,
den Kopf voller Bilder aus
längst vergessener Zeit.
Kinderlachen und Flakgeschütze,
Tanz in den Mai und rauchende Trümmer.
Abgeschoben,
zitternde Hände, die
die Zeit nicht halten konnten.
Aufgehobene Scherben und verlorene Träume,
umklammerte Hoffnung und weggeworfene Gefühle.
Aufgegeben,
der Geist flattert wie ein Vogel
ziellos durch die Tage, grau.
Gestern ist erst heute und
morgen ist bereits vergessen.
Weggesperrt,
es bleiben die Sonne auf
der Parkbank und die
schaukelnden Köpfe und die
stummen Wände ohne Antwort.
Erschienen 2004 in der Anthologie
Ausgewählte Werke VII der Bibliothek Deutschsprachiger Gedichte