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Die Nymphe am Bach

Von Fiddigeigei Donnerstag 12.10.2023, 17:24

Es regnet im Schwarzwald.
An den Steilhängen bleiben die Wolken, von ihren Schwestern aus den Vogesen geschickt, hängen und regnen herab was nur geht. Sie versammeln sich in den unsichtbaren Quelltöpfen und sie reden darüber wo es die besten Rinnen gibt um hinab ins Tal zukommen. Immer mehr treffen zusammen. Genau in diesen Quelltöpfen ist ihr Versammlungsort. Von dort bereitet man sich vor auf den Marsch durch hohe Wälder, durch saftigen Wiesengrund, in die geheimnisvollen Urwälder der alten Rheinarme.
Beim Springen ins Tal überschlagen sie sich mit Purzlbäumen, wie kleine Lämmer, die im Frühling geboren wurden.
In unserem Tal versammeln sich so viele Bächlein und Bäche, dass es eine reine Freude ist. Viele kenne ich und besuche sie oft. Ich stehe dann an den verschlungenen Ufern und höre zu, was sie zu erzählen haben. Jeder Bach hat seine eigene Sprache, aber man muss Geduld haben und zuhören können. Und jeder Bach singt sein eigenes Lied. Ganz oben, wo sie herabstürzen, brausen sie und man kann sein eigenes Wort kaum verstehen. Weiter unten werden die Bächlein geruhsamer und plaudern sich gemütlich durch den Wiesengrund.
Bei uns fliessen alle Bäche entweder zum Grünen Vater Rhein oder zur Blauen Mutter Donau hin und auf ihren breiten Rücken reisen sie gut getragen in die weite Welt hinaus.
Sie kommen nicht mehr zurück an ihren Geburtsort, haben uns für immer verlassen.

Verloren

Ich wanderte den Bach entlang,
in Gedanken ganz verloren.
Auf meinem Pfad eine Nymphe stand
so schön, wie frisch geboren.

Mein Freund, du siehst so traurig drein,
hast du das Leben denn so satt?
Fragt sie , umschliessed mich mit weichem Arm
und ich, fühle mich beschützt, geborgen , warm.

Geh nun mit mir du Wandersmann
du bist für diese Welt verloren
und lockt mit süsser Stimme eigen,
mit ihr ins nasse Grab zu gleiten.


Dort unten auf des Bachesgrund
fand ich die Stille vor der Welt,
nach der ich lange,lange suchte,
die Nymphe hört ich nimmer mehr,
verstummt war all ihr Rufen.

Möchte zu meinem Bachgedicht bemerken, dass ich noch nicht des Lebens überdrüssig geworden bin und noch gerne ,etwas auf dieser doch verrückten Welt bleiben möchte.

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