Das größte Geschenk
Von
egalis
Mittwoch 27.11.2019, 11:33
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Von
egalis
Mittwoch 27.11.2019, 11:33
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Nu - an de Rand van ´t Leven anlangt,
is dat immer weer ´n Mal so,
dat ik doröver nadenken doo
of un wenn woll dat Enn anfangt.
Wat hebb ik denn all beleevt?
Na wat hebb ik in ´t Leven streevt?
An d´ Begünn stunn de Leevd van Ma un Pa.
Anners was ik heel nich dor.
Wenn ik dat denn recht bedenk,
was hör Leevde mien eerst Geschenk.
Wiehnachten, Paasken, to Geburtsdagen
hör ik Ollen na mien Wünsken fragen
un dürs, wat ik hebben much, hör seggen.
Meesttieds hebb ik dat Geschenk denn kregen.
Dat weer in mien junger Tied.
Later harr ik de Künn sowied:
Wuss, wat würkelk wichtig weer,
dat kweem nich inwickelt in Papier.
Wat ik för Geld nich kopen kann,
slepp ik ok as Paket nich an.
Dat is ´t, wat mi dat Leven geev
un weer doch dat dürste Reev.
Dunker Tieden hebb ik överstahn.
Dat Leven sull ja wiedergahn.
Leevde geven un kriegen hebb ik kunnt.
Kinner un Frünnen an mien Sied
maken mi dat Leven bunt
un mi an all mien Dagen blied.
Ik hebb Ogen, mit de ik kieken kann.
´n Kopp, de denkt. Foten un Hann´.
Kann proten, lachen, kann ok reern.
Kann singen, mi verdeffendeern.
Moje Künsten hebben in mien Weeg al legen
un ik hebb denn ok dit un dat tostann kregen.
An de Rand van mien Leven lopen
mi Biller dör de Kopp.
Laten mi engaalwech hopen,
dörgahnt un ohn Stopp -,
dat ik tofree bliev de leste Tied,
bit an de Gang na de anner Sied,
dat bit dor dat Leven mi dat Beste günnen deit:
Dat is mien Verstand un Gesunnigheid.
Wenn ik all dat dankbar överdenk:
Mien Leven is dat gröttste Geschenk!
Copyright: Elke Bontjer-Dobertin
Übersetzung:
Das größte Geschenk
Jetzt- am Rand vom Leben angekommen,
ist das immer wieder mal so,
dass ich darüber nachdenke,
ob und wann denn wohl das Ende anfängt.
Was hab ich denn alles erlebt?
Wonach habe ich im Leben gestrebt?
Am Anfang stand die Liebe von Mama und Papa.
Sonst wäre ich gar nicht da.
Wenn ich das denn richtig bedenk´,
war ihre Liebe mein erstes Geschenk.
Weihnachten, Ostern, zu Geburtstagen
hör ich Eltern nach meinen Wünschen fragen
und durfte, was ich mir wünschte, ihnen sagen.
Meistens habe ich das Geschenk bekommen.
Das war in meiner jungen Zeit.
Später hatte ich den Verstand soweit:
Wusste, was wirklich wichtig war,
das kam nicht eingewickelt daher.
Was ich für Geld nicht kaufen kann,
schlepp ich auch als Paket nicht an.
Das ist es, was mir das Leben gab
und war doch die teuerste Sache.
Dunkle Zeiten habe ich überstanden.
Das Leben sollte ja weitergehen.
Liebe geben und kriegen habe ich gekonnt.
Kinder und Freunde an meiner Seite
machen mir das Leben bunt
und mich an allen meinen Tagen froh.
Ich habe Augen, mit denen ich sehen kann.
Ein Kopf, der denkt. Füße und Hände.
Kann sprechen, lachen, kann auch weinen.
Kann singen, mich verteidigen.
Schöne Künste haben in meiner Wiege schon gelegen
und ich habe denn auch dies und das zustande gekriegt.
Am Rand von meinem Leben laufen
mir Bilder durch den Kopf.
Lassen mich unaufhörlich hoffen,
- durchgehend und ohne Stopp -,
dass ich zufrieden bleibe die letzte Zeit,
bis zum Gang auf die andere Seite,
dass bis dahin das Leben mir das Beste gönnt:
Das ist mein Verstand und Gesundheit.
Wenn ich all das dankbar überdenk:
Mein Leben ist das größte Geschenk!