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Vanitas – leerer Schein

Von Luiserl Samstag 21.03.2020, 22:26

Bild: upload.wikimedia.org/ ... /800px-Lille_Hemessen_vanitas.JPG

nach dem sechhebigem Sonett von Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau um 1670 ....siehe unten
in ein fünfhebiges abgewandelt ... heute wieder aktuell


Bild:
Vanitas – leerer Schein

Es wird der Tod mit seiner kalten Hand
dir mit der Zeit um deine Stirne streichen
der zarten Lippen Rot, es wird verbleichen
die weißen Schultern werden kalter Sand.

Der Augen Blicke und die Kraft der Hand,
für den, den‘s trifft, sie werden zeitlich weichen;
das Haar kann jetzt noch Goldes Ton erreichen -
wird einmal werden nur gemeines Band.

Der schöne Fuß, die lieblichen Gebärden
die werden Staub und nichts und nichtig werden -
denn niemand opfert mehr der Gottheit Pracht.

Dies und noch mehr muss endlich untergehen;
zu aller Zeit kann nur dein Herz bestehen -
dieweil es die Natur so schön gedacht.

(c) Luzie-R


Es wird der bleiche Todt mit seiner kalten Hand
Dir endlich mit der Zeit um deine Brueste streichen /
Der liebliche Corall der Lippen wird verbleichen;
Der Schultern warmer Schnee wird werden kalter Sand /
Der Augen suesser Blitz / die Kraeffte deiner Hand /
Fuer welchen solches faellt / die werden zeitlich weichen /
Das Haar / das itzund kan des Goldes Glantz erreichen /
Tilgt endlich Tag und Jahr als ein gemeines Band.
Der wohlgesetzte Fuß / die lieblichen Gebaerden /
Die werden theils zu Staub / theils nichts und nichtig werden /
Denn opfert keiner mehr der Gottheit deiner Pracht.
Diß und noch mehr als diß muß endlich untergehen
/Dein Hertze kan allein zu aller Zeit bestehen /
Dieweil es die Natur aus Diamant gemacht.

Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau


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