AfD UND DIE FRAUEN
Von
Heideelke
Mittwoch 05.08.2026, 17:28 – geändert Mittwoch 05.08.2026, 22:34
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Warum es als Frau keine gute Idee ist, die AfD zu wählen.
Kritikerinnen und Verbände argumentieren, dass die Wahl der AfD für Frauen aus frauen- und gesellschaftspolitischer Sicht nachteilig ist, da die Partei ein traditionelles Rollenbild vertritt, das die Selbstbestimmung und Gleichberechtigung von Frauen einschränken könnte.
TRADITIONELLES ROLLENBILD UND FAMILIENPOLITIK
Fokus auf Mutterrolle:
Die AfD propagiert ein Leitbild der Kernfamilie, in dem die Rolle der Frau primär auf Mutterschaft und Hausarbeit ausgerichtet ist.
Kritik an Vereinbarkeit:
Kritiker werfen der Partei vor, staatliche Anstrengungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie (wie den Ausbau von Kitas) als Zwang zur Doppelbelastung abzuwerten.
Ablehnung von Quoten:
Die AfD lehnt Frauenquoten und staatliche Gleichstellungsprogramme ab, da sie diese als diskriminierend gegenüber Männern ansehen.
EINGESCHRÄNKE REPRODUKTIVE SELBSTBESTIMMUNG
Verschärfung des Abtreibungsrechts:
Die Partei fordert eine restriktivere Handhabung von Schwangerschaftsabbrüchen und will den Zugang zu Beratungsstrukturen verschärfen, was als Eingriff in das Recht auf körperliche Selbstbestimmung gewertet wird.
SOZIAL- UND ARBEITSMARKTPOLITIK
Wirtschaftliche Abhängigkeit:
Ein Modell, das Frauen stark auf die häusliche Sphäre verweist, kann das Risiko von Altersarmut und finanzieller Abhängigkeit vom Partner erhöhen.
Arbeitsmarkt:
Gewerkschaften und Sozialverbände weisen darauf hin, dass die wirtschaftspolitischen Vorstellungen der AfD den Niedriglohnsektor und Arbeitnehmerrechte schwächen, wovon Frauen in oft prekär- oder teilzeit- beschäftigten Branchen überproportional betroffen sein können.
Hier noch ein paar Beispiele frauenfeindlicher Zitate aus AfD-Kreisen (mit Quellen), die meiner Meinung nach für sich selbst sprechen:
Maximilian Krah (AfD-Europawahl Spitzenkandidat)
„Feminismus heute ist Krebs.“ – Diese Aussage tätigte Krah 2023 auf der Plattform X/Twitter. Er bezeichnet den modernen Feminismus als zerstörerisch für Weiblichkeit und Familie.
„Echte Männer sind rechts. Und als echte Männer wollen wir echte Frauen haben!“ – So rief Krah in seiner politischen Aschermittwochsrede 2024. Mit dieser Parole propagiert er ein rechtes Rollenbild, wonach „richtige“ Männer konservativ seien und entsprechend „richtige“ (traditionelle) Frauen an ihrer Seite haben wollen. (Krah ergänzte dort sogar, „Feministinnen sind hässliche, grässliche Gestalten“)
Andreas Wild (ehem. AfD-Abgeordneter, Berlin)
„Jede Frau kann machen, was sie will. Im Schnitt muss sie allerdings 2 Kinder bekommen. Das geht ohne Vollzeit-Job leichter!“ – Dieser Tweet vom 21. Februar 2017 zeigt Wilds Familienbild. Er unterstellt, Frauen müssten im Durchschnitt zwei Kinder gebären und sollten deshalb besser nicht Vollzeit arbeiten. (Wild bestätigte die Authentizität dieses Zitats gegenüber Correctiv.)
Nicole Höchst (AfD-Bundestagsabgeordnete)
„Die strukturelle Benachteiligung von Frauen gleicht einem Yeti: Jeder spricht darüber, aber noch niemand hat ihn ernsthaft gesehen.“ – Höchst äußerte dies am 1. März 2018 im Bundestag. Sie stellte damit in Abrede, dass Frauen in Deutschland strukturell diskriminiert würden – ein Vergleich, der impliziert, das Phänomen sei ein Fabelwesen. (In ähnlichem Duktus bezeichnete Höchst das „Gerede“ über angebliche Frauendiskriminierung als ideologisch motiviert – sprich: für sie existiert eine systematische Benachteiligung von Frauen nicht.)
Nikolaus Kramer (AfD-Fraktionschef Mecklenburg-Vorpommern)
„Ich bin nach wie vor der Meinung, (…) dass Frauen weniger für die Politik geeignet seien, weil sie doch ein Stück weit emotionaler sind als Männer.“ – Aussage von Kramer in einem Interview 2021. Er behauptete, Emotionalität stehe Frauen in der Politik im Weg („Emotionen seien immer ein schlechter Berater“) und suggerierte damit, Frauen seien von Natur aus ungeeigneter für politische Ämter. (Diese Äußerung rief parteiübergreifend Empörung hervor.)
Heiner Merz (ehem. AfD-Landtagsabgeordneter, Baden-Württemberg)
„Quoten nützen übrigens nur unqualifizierten, dummen, faulen, hässlichen und widerwärtigen Frauen.“ – Originalzitat von Merz . Merz diffamierte damit per Quote alle Frauen, die von Gleichstellungsmaßnahmen profitieren, als minderwertig. (Qualifizierte Frauen bräuchten keine Quote, so seine Logik, die impliziert, jede Frau mit Quote sei automatisch „dumm und faul“.)