Hunde-oder Katzenbesitzer kennen es:
Das geliebte Tier sitzt vor einem, blickt einen treu an und reißt plötzlich, ohne alle Vorwarnung, sein Maul sperrangelweit auf, um nach Herzenslust zu gähnen.
Heutzutage muß man kein Hunde-oder Katzenbesitzer mehr sein um auf diese vollkommen ungenierte Art in aller Öffentlichkeit mit diesem Reflex konfrontiert zu werden.
Es reicht, wenn man in Bus oder Bahn im Kino oder im Restaurant sitzt:
Menschen um einen herum gähnen einen an wie die Tiere, als herrsche eine Epidemie.
Mir gegenüber eine junge Dame, die den Mund aufriß, daß man ihre Mandeln sah.
Ob ihr nicht bewußt war, daß Gähnen ansteckend ist?
Dabei sah sie mich an, als ob sie fragen wollte: "Willst Du mit mir gähn?"
Unfaßbar!
Ich gehöre noch zu einer Generation, die lernte, daß man in diesem Fall schlicht und einfach die Hand vor den Mund nimmt, wenn man unter Menschen ist.
Vor allem deshalb, um seine Mitmenschen nicht mit einer unappetlichen Grimasse zu belästigen.
Es handelte sich um eine frühzeitige Einübung in gewisse Manieren, die "gute" genannt wurden und die einfache Erkenntnis voraussetzten, daß man nicht allein auf der Welt war.
Unsere Zeit empfindet Manieren dieser Art offenbar als Einschränkung der persönlichen Freiheit.
Unsere Zeit ist auch die Zeit der Handys und das bescherte uns eine weitere Steigerung jener "Tyrannei der Intimität" .
Das Handy verlagert den intimen Dialog so radikal wie total ins Öffentliche, der scheinbare Freiheitsgewinn des Einzelnen erweist sich als Einengung des öffentlichen Freiraums aller, die gezwungen werden, mit anzuhören, was sie nicht hören wollen.
Oft, wenn ich durch ein lautes Hallofonat belästigt werde, rufe ich dem Telefonierenden zu:"Bestellen Sie mal einen schönen Gruß!"
Aber man erntet nur undankbare Blicke.
Diese Beispiele zeigen einen Verlust von Manieren, von kultivierten Umgangsformen und von stilvollem Benehmen.
Wir müssen uns in Deutschland nicht mehr wundern, daß es so etwas wie "preußische Tugenden" nicht mehr gibt und gute Manieren ein lächerlicher Anachronismus sind.
Aber erschrecken darüber darf man noch. Oder?
Hunde-oder Katzenbesitzer kennen es:
Das geliebte Tier sitzt vor einem, blickt einen treu an und reißt plötzlich, ohne alle Vorwarnung, sein Maul sperrangelweit auf, um nach Herzenslust zu gähnen.
Heutzutage muß man kein Hunde-oder Katzenbesitzer mehr sein um auf diese vollkommen ungenierte Art in aller Öffentlichkeit mit diesem Reflex konfrontiert zu werden.
Es reicht, wenn man in Bus oder Bahn im Kino oder im Restaurant sitzt:
Menschen um einen herum gähnen einen an wie die Tiere, als herrsche eine Epidemie.
Mir gegenüber eine junge Dame, die den Mund aufriß, daß man ihre Mandeln sah.
Ob ihr nicht bewußt war, daß Gähnen ansteckend ist?
Dabei sah sie mich an, als ob sie fragen wollte: "Willst Du mit mir gähn?"
Unfaßbar!
Ich gehöre noch zu einer Generation, die lernte, daß man in diesem Fall schlicht und einfach die Hand vor den Mund nimmt, wenn man unter Menschen ist.
Vor allem deshalb, um seine Mitmenschen nicht mit einer unappetlichen Grimasse zu belästigen.
Es handelte sich um eine frühzeitige Einübung in gewisse Manieren, die "gute" genannt wurden und die einfache Erkenntnis voraussetzten, daß man nicht allein auf der Welt war.
Unsere Zeit empfindet Manieren dieser Art offenbar als Einschränkung der persönlichen Freiheit.
Unsere Zeit ist auch die Zeit der Handys und das bescherte uns eine weitere Steigerung jener "Tyrannei der Intimität" .
Das Handy verlagert den intimen Dialog so radikal wie total ins Öffentliche, der scheinbare Freiheitsgewinn des Einzelnen erweist sich als Einengung des öffentlichen Freiraums aller, die gezwungen werden, mit anzuhören, was sie nicht hören wollen.
Oft, wenn ich durch ein lautes Hallofonat belästigt werde, rufe ich dem Telefonierenden zu:"Bestellen Sie mal einen schönen Gruß!"
Aber man erntet nur undankbare Blicke.
Diese Beispiele zeigen einen Verlust von Manieren, von kultivierten Umgangsformen und von stilvollem Benehmen.
Wir müssen uns in Deutschland nicht mehr wundern, daß es so etwas wie "preußische Tugenden" nicht mehr gibt und gute Manieren ein lächerlicher Anachronismus sind.
Aber erschrecken darüber darf man noch. Oder?