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Zoff um seltene Erden

Von Harvey11 Dienstag 10.06.2025, 09:55

Exportkontrollen Beijings nach Zollattacke Washingtons – erste Produktionsausfälle bei US-Autokonzernen. EU-Handelskommissar als Vermittler
In der Krise um die Versorgung der transatlantischen Industrie mit seltenen Erden aus China zeichnet sich womöglich Entspannung ab. Am Wochenende wurde bekannt, dass EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič bereits am Dienstag in Paris bei einem Zusammentreffen mit dem chinesischen Handelsminister Wang Wentao einen Erfolg erzielen konnte. Demnach könnten Unternehmen aus der EU künftig schneller mit den begehrten Rohstoffen beliefert werden. Außerdem behauptete US-Präsident Donald Trump, am Donnerstag in einem Telefongespräch mit Chinas Präsident Xi Jinping einer Einigung deutlich näher gekommen zu sein. Gelingt da gerade ein Durchbruch, bevor die Lage weiter eskaliert?

Und während auch US-Kfz-Konzerne meldeten, sie erhielten nun wieder gewisse Mengen seltener Erden, wurden für Montag US-amerikanisch-chinesische Verhandlungen in London anberaumt. Beijing hat darauf bestanden, dass US-Handelsminister Howard Lutnick an den Gesprächen teilnimmt; er ist für die Exportkontrollen zuständig, mit denen Washington chinesische Unternehmen von US-Hightech-Produkten abschneidet. Erhält China weiterhin keine US-Chips – warum sollte es US-Konzernen dann seltene Erden liefern? So lautet die Logik, der man sachlich schwer widersprechen kann. Jetzt muss sich zeigen, wieviel Beijing als Gegenleistung für die Beschleunigung des Exports seltener Erden aushandeln kann.

Es war ein Fehler der Schöpfung, dass us-amerikanisches Öl in arabischer Erde landete.
Bei diesen seltenen Erden in chinesischer Erde können die USA nicht so verfahren wie beim Öl. Dort könnten sie sich die Finger verbrennen.

Die Volksrepublik hat sich damit tatsächlich ein wirksames Druckmittel gegen Pressalien der westlichen Staaten gesichert. Ende Mai führte der Mangel an seltenen Erden dazu, dass Ford in einem Werk in Chicago einige Tage lang die Produktion einstellen musste. Gleichzeitig begannen Berichte die Runde zu machen, weitere Unternehmen, darunter auch solche aus der Bundesrepublik, seien inzwischen von ersten Produktionsausfällen betroffen oder stünden kurz davor. Das Wall Street Journal berichtete, erste US-Kfz-Konzerne dächten darüber nach, Teile ihrer Produktion »nach China zu verlagern«, denn fertig verbaute seltene Erden dürfe man exportieren. Die Zeitung kommentierte trocken, das sei »ein bemerkenswertes Ergebnis eines Handelskriegs, der von Präsident Trump mit der Absicht gestartet wurde, Industrie zurück in die USA zu bringen«.

Das hat sich der Herrscher der Welt etwas anders gedacht. Der ist gewohnt, dass man ihm folgt.
So langsam sollten die Europäer begreifen, welche Rolle die USA den Europäern im Spiel mit Russland zugedacht haben.


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