Von Feierabend-Mitglied
Freitag 01.04.2022, 13:56 – geändert Freitag 01.04.2022, 13:57
„Wollen wir sehenden Auges unsere gesamte Volkswirtschaft zerstören?“ titelte welt.de:
Mit BASF und Siemens Energy warnen gleich zwei große Industrieunternehmen vor dem Boykott russischer Energie. Der deutschen Wirtschaft drohten bei einem Stopp von Erdgas schwerste Schäden - viele Bürger würden dies unterschätzen.
Die beiden Unternehmen BASF und Siemens Energy haben vor drastischen wirtschaftlichen Schäden im Fall eines sofortigen Ausstiegs aus russischen Energielieferungen gewarnt.
BASF-Chef Martin Brudermüller sagte der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“, ein Stopp oder längerer Ausfall russischer Gas- und Ölimporte „könnte die deutsche Volkswirtschaft in ihre schwerste Krise seit Ende des Zweiten Weltkriegs bringen“. Vor allem für viele kleine und mittelständische Unternehmen wäre dies existenzbedrohend, warnte der Chef des Chemiekonzerns.
Ein „Experiment“ wie der Boykott russischer Lieferungen angesichts des Ukraine-Kriegs wäre „unverantwortlich“, fuhr Brudermüller fort. Die Risiken eines Boykotts würden von vielen Bürgern in Deutschland unterschätzt: „Viele haben falsche Vorstellungen. Das merke ich in vielen Gesprächen, die ich führe“, sagte er.
Ein vollständiger Verzicht auf russische Erdgaseinfuhren sei in Deutschland aber erst mittelfristig möglich. „Wenn wir uns beeilen, dann können wir das in vier bis fünf Jahren hinbekommen“, erwartet der BASF-Chef. Andere Energieimporte, etwa von Flüssiggas aus den USA, könnten „nicht auf Knopfdruck“ erhöht werden.
„Wenn die Anlagen einmal kalt fallen, sind sie hinüber“, sagt der Siemens-Chef
Forderungen nach einem Boykott waren angesichts des russischen Angriffskriegs in der Ukraine zuletzt immer wieder erhoben worden. Auch die Bundesregierung stellte aber wiederholt klar, dass Deutschland derzeit noch zu abhängig von russischen Energielieferungen sei und die gewollte Abkehr Zeit brauche.
Auch der Chef des Elektronikunternehmens Siemens Energy, Christian Bruch, warnte vor „dramatischen Auswirkungen“ bei einem sofortigen Ausstieg aus russischem Gas. Er sagte dem „Handelsblatt“ vom Freitag, bei einem kurzfristigen Boykott seien die negativen Auswirkungen für Deutschland größer als der Effekt auf Russland. Kurzfristig sei die Menge aus Russland nicht ersetzbar.
Für manche Branchen sei die Gasversorgung existenziell, sagte Bruch der Zeitung weiter und nannte zum Beispiel die Glasindustrie. „Wenn die Anlagen einmal kalt fallen, sind sie hinüber.“ Das könne auch für künftige Investitionen problematisch sein.
„Wollen wir sehenden Auges unsere gesamte Volkswirtschaft zerstören?“ titelte welt.de:
Mit BASF und Siemens Energy warnen gleich zwei große Industrieunternehmen vor dem Boykott russischer Energie. Der deutschen Wirtschaft drohten bei einem Stopp von Erdgas schwerste Schäden - viele Bürger würden dies unterschätzen.
Die beiden Unternehmen BASF und Siemens Energy haben vor drastischen wirtschaftlichen Schäden im Fall eines sofortigen Ausstiegs aus russischen Energielieferungen gewarnt.
BASF-Chef Martin Brudermüller sagte der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“, ein Stopp oder längerer Ausfall russischer Gas- und Ölimporte „könnte die deutsche Volkswirtschaft in ihre schwerste Krise seit Ende des Zweiten Weltkriegs bringen“. Vor allem für viele kleine und mittelständische Unternehmen wäre dies existenzbedrohend, warnte der Chef des Chemiekonzerns.
Ein „Experiment“ wie der Boykott russischer Lieferungen angesichts des Ukraine-Kriegs wäre „unverantwortlich“, fuhr Brudermüller fort. Die Risiken eines Boykotts würden von vielen Bürgern in Deutschland unterschätzt: „Viele haben falsche Vorstellungen. Das merke ich in vielen Gesprächen, die ich führe“, sagte er.
Ein vollständiger Verzicht auf russische Erdgaseinfuhren sei in Deutschland aber erst mittelfristig möglich. „Wenn wir uns beeilen, dann können wir das in vier bis fünf Jahren hinbekommen“, erwartet der BASF-Chef. Andere Energieimporte, etwa von Flüssiggas aus den USA, könnten „nicht auf Knopfdruck“ erhöht werden.
„Wenn die Anlagen einmal kalt fallen, sind sie hinüber“, sagt der Siemens-Chef
Forderungen nach einem Boykott waren angesichts des russischen Angriffskriegs in der Ukraine zuletzt immer wieder erhoben worden. Auch die Bundesregierung stellte aber wiederholt klar, dass Deutschland derzeit noch zu abhängig von russischen Energielieferungen sei und die gewollte Abkehr Zeit brauche.
Auch der Chef des Elektronikunternehmens Siemens Energy, Christian Bruch, warnte vor „dramatischen Auswirkungen“ bei einem sofortigen Ausstieg aus russischem Gas. Er sagte dem „Handelsblatt“ vom Freitag, bei einem kurzfristigen Boykott seien die negativen Auswirkungen für Deutschland größer als der Effekt auf Russland. Kurzfristig sei die Menge aus Russland nicht ersetzbar.
Für manche Branchen sei die Gasversorgung existenziell, sagte Bruch der Zeitung weiter und nannte zum Beispiel die Glasindustrie. „Wenn die Anlagen einmal kalt fallen, sind sie hinüber.“ Das könne auch für künftige Investitionen problematisch sein.