Davon ist Deutschland noch abhängiger als von Erdgas. Die Stromversorgung könnte zusammenbrechen.
Die Strategie des Kremls, den Westen zu günstigen Preisen mit Uran und Nukleartechnologie zu versorgen, ging auf: Die EU ist auf die Geschäfte mit Rosatom angewiesen. Wie sehr, zeigt die Tatsache, dass die Geschäfte mit dem Kerntechnik-Unternehmen aus Moskau trotz des Angriffskrieges gegen die Ukraine weiterlaufen. Der zivile Nuklearsektor ist explizit von den EU-Sanktionen ausgenommen. Mit rund acht Milliarden Euro, die die EU von 2010 bis 2019 für russische Kerntechnologie ausgegeben hat, fallen die Beträge des europäischen Atomgeschäfts für Russland zwar wesentlich kleiner aus als die des Öl- und Gasgeschäfts. Doch auch sie füllen Putins Kriegskassen und führen zu einer weiteren Abhängigkeit des Westens. "Allerdings wird das bisher totgeschwiegen", mahnt Quaschning. Der Krieg spielt dem russischen Präsidenten sogar in die Karten - schon jetzt ist der Preis für Uran auf dem Weltmarkt um 30 Prozent gestiegen und hat den höchsten Stand seit elf Jahren erreicht. Die Sorge, Putin könnte ihnen den Uran-Hahn zudrehen, versetzt viele AKW-Betreiber in Alarmbereitschaft. Ein Trumpf für Putin, der verheerende Folgen für den Westen haben könnte.
Verlängerung der AKW-Laufzeiten? "Kernbrennstoff kann man nicht bei Aldi kaufen"
Denn dieser hat es versäumt, sich bei Uranlieferungen um ausreichend Diversifizierung und Absicherung im Fall von Versorgungsschocks zu bemühen, wie aus der Europäischen Strategie für Energieversorgungssicherheit hervorgeht. Wenn die Uranlieferung aus Russland jetzt gestoppt würde, brauchen die Betreiber Ersatz, erklärt Quaschning. Allerdings "kann ich Brennelemente nicht auf Ebay bestellen". Die Lieferanten seien begrenzt und die Lieferzeiten sehr lang. Ein solches Szenario könnte den Weiterbetrieb der Atomkraftwerke ernsthaft gefährden, so der Experte. "Das kann die Stromversorgung ganzer Länder torpedieren."
Sollte die Stromversorgung in Ländern wie der Slowakei oder Ungarn, die ihren Strom zu 57 und 48 Prozent aus Kernenergie beziehen und von russischen Lieferungen abhängig sind, tatsächlich ausfallen, wäre dieser auch nicht so leicht zu ersetzen. "Strom lässt sich noch schlechter transportieren als Gas und Öl", sagt Quaschning. Je nachdem, wie stark die Leitungen ins Nachbarland seien, könne die Staatengemeinschaft einen Teil auffangen. "Ansonsten bricht die Stromversorgung aber einfach zusammen."
Externer Inhalt
Dieser Inhalt wird nicht von Feierabend.de bereitgestellt. Du kannst ihn nur lesen, wenn Du zustimmst, dass er von n-tv.de nachgeladen wird. Bist Du einverstanden, dass externe Inhalte nachgeladen werden? Mehr dazu erfährst Du in unseren Datenschutzbestimmungen.
Davon ist Deutschland noch abhängiger als von Erdgas. Die Stromversorgung könnte zusammenbrechen.
Die Strategie des Kremls, den Westen zu günstigen Preisen mit Uran und Nukleartechnologie zu versorgen, ging auf: Die EU ist auf die Geschäfte mit Rosatom angewiesen. Wie sehr, zeigt die Tatsache, dass die Geschäfte mit dem Kerntechnik-Unternehmen aus Moskau trotz des Angriffskrieges gegen die Ukraine weiterlaufen. Der zivile Nuklearsektor ist explizit von den EU-Sanktionen ausgenommen. Mit rund acht Milliarden Euro, die die EU von 2010 bis 2019 für russische Kerntechnologie ausgegeben hat, fallen die Beträge des europäischen Atomgeschäfts für Russland zwar wesentlich kleiner aus als die des Öl- und Gasgeschäfts. Doch auch sie füllen Putins Kriegskassen und führen zu einer weiteren Abhängigkeit des Westens. "Allerdings wird das bisher totgeschwiegen", mahnt Quaschning. Der Krieg spielt dem russischen Präsidenten sogar in die Karten - schon jetzt ist der Preis für Uran auf dem Weltmarkt um 30 Prozent gestiegen und hat den höchsten Stand seit elf Jahren erreicht. Die Sorge, Putin könnte ihnen den Uran-Hahn zudrehen, versetzt viele AKW-Betreiber in Alarmbereitschaft. Ein Trumpf für Putin, der verheerende Folgen für den Westen haben könnte.
Verlängerung der AKW-Laufzeiten? "Kernbrennstoff kann man nicht bei Aldi kaufen"
Denn dieser hat es versäumt, sich bei Uranlieferungen um ausreichend Diversifizierung und Absicherung im Fall von Versorgungsschocks zu bemühen, wie aus der Europäischen Strategie für Energieversorgungssicherheit hervorgeht. Wenn die Uranlieferung aus Russland jetzt gestoppt würde, brauchen die Betreiber Ersatz, erklärt Quaschning. Allerdings "kann ich Brennelemente nicht auf Ebay bestellen". Die Lieferanten seien begrenzt und die Lieferzeiten sehr lang. Ein solches Szenario könnte den Weiterbetrieb der Atomkraftwerke ernsthaft gefährden, so der Experte. "Das kann die Stromversorgung ganzer Länder torpedieren."
Sollte die Stromversorgung in Ländern wie der Slowakei oder Ungarn, die ihren Strom zu 57 und 48 Prozent aus Kernenergie beziehen und von russischen Lieferungen abhängig sind, tatsächlich ausfallen, wäre dieser auch nicht so leicht zu ersetzen. "Strom lässt sich noch schlechter transportieren als Gas und Öl", sagt Quaschning. Je nachdem, wie stark die Leitungen ins Nachbarland seien, könne die Staatengemeinschaft einen Teil auffangen. "Ansonsten bricht die Stromversorgung aber einfach zusammen."
Externer Inhalt
Dieser Inhalt wird nicht von Feierabend.de bereitgestellt. Du kannst ihn nur lesen, wenn Du zustimmst, dass er von n-tv.de nachgeladen wird. Bist Du einverstanden, dass externe Inhalte nachgeladen werden? Mehr dazu erfährst Du in unseren Datenschutzbestimmungen.
einverstanden