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Wilder Ritt an der Börse

Von Harvey11 Dienstag 08.04.2025, 09:15 – geändert Dienstag 08.04.2025, 10:04

EU signalisiert Verhandlungsbereitschaft mit USA

Der Ausverkauf am deutschen Aktienmarkt wegen der rabiaten US-Zollpolitik und deren Folgen setzt sich fort. Mit einem Minus von 4,13 Prozent auf 19789,62 Zähler konnte der Leitindex Dax seinen zum Auftakt verbuchten Verlust von über zehn Prozent aber zumindest deutlich eindämmen. Dennoch war es der dritte tiefrote Handelstag in Folge – die Kursgewinne von bis zu knapp 18 Prozent seit Jahresbeginn sind Geschichte.
Am Nachmittag war der Dax vorübergehend bis auf fast 20800 Punkte ins Plus gedreht. Die Erholung, ausgelöst von einem Medienbericht über eine mögliche 90-tägige Zollpause, war aber nur von kurzer Dauer. Das Weiße Haus in Washington sprach gleich darauf von einer Falschnachricht.
Die US-Regierung will an ihrer drastischen Wirtschaftspolitik mit hohen Zöllen auf Importe aus der ganzen Welt festhalten, ungeachtet der von Präsident Donald Trump signalisierten Gesprächsbereitschaft mit betroffenen Ländern.
Die Europäische Union bot den USA eine Vereinbarung zur gegenseitigen Aufhebung aller Zölle auf Industriegüter an. Trotz der Zölle sei die EU bereit zu verhandeln, sagte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Brüssel.
Sie machte aber auch deutlich, dass neben den Verhandlungsbemühungen weiter mögliche Gegenmaßnahmen für den Fall eines Scheiterns von Verhandlungen vorbereitet würden.
Analyst Mohit Kumar von Jefferies setzt darauf, dass Trump im Zolldrama in den nächsten Tagen doch noch einlenken könnte und dies auf eine Art, die es ihm ermögliche, die Sache als Sieg zu verkaufen. Aktienbesitz sei in den USA weit verbreitet und zahlreiche Vertreter der Politik hätten ebenfalls große Aktienpakete, begründete er den auch in den Vereinigten Staaten zunehmenden Druck auf Trump.
Für den MDax der mittelgroßen Unternehmen ging es am Montag um weitere 3,02 Prozent auf 24640,54 Punkte nach unten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50, der schon am Freitag sein Jahresplus ausradiert hatte, verlor 4,6 Prozent.
Weltweit setzte sich die Talfahrt an den Börsen fort: In Asien waren die wichtigsten Indizes deutlich abgesackt, und auch in New York gab es weitere Verluste: Der Leitindex Dow Jones Industrial stand zum europäischen Börsenschluss 2,8 Prozent tiefer, der technologielastige Nasdaq 100 verlor 1,7 Prozent.
Die am Montag anfangs besonders gebeutelten Rüstungstitel konnten sich mit dem Markt etwas berappeln. Im Dax büßten Rheinmetall letztlich 2,5 Prozent ein, nachdem sie in den ersten Handelsminuten um 27 Prozent in die Tiefe gerauscht waren. Im MDax verloren Hensoldt, Renk und Thyssenkrupp ähnlich viel. Schlusslicht im Dax waren die Anteile des Versicherers Hannover Rück mit minus 7,5 Prozent.
Auf Platz eins fanden sich Qiagen mit plus 2,3 Prozent, die sich nach einer Erhöhung der Gewinnprognose damit der Zoll-Panik entziehen konnten. Der Diagnostikspezialist habe mit dem sehr starken ersten Quartal positiv überrascht, hieß es von der DZBank.
Trotz der Talfahrt der Börsen drohte Trump mit einer weiteren Erhöhung der Zölle gegen China um noch einmal 50 Prozent. Er gebe Peking bis Dienstag Zeit, die Gegenzölle in Höhe von 34 Prozent wieder zurückzunehmen, schrieb Trump auf seiner Plattform TruthSocial. Dpa/Gießener Allgemeine 8.4.2025
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Auf die diversen Ergebnisse möchte ich jetzt nicht eingehen. Es zeigt doch eigentlich deutlich, wie sehr Börsenkure von der Politik und von Nachrichten abhängig sind.
» Am Nachmittag war der Dax vorübergehend bis auf fast 20800 Punkte ins Plus gedreht. Die Erholung, ausgelöst von einem Medienbericht über eine mögliche 90-tägige Zollpause, war aber nur von kurzer Dauer. Das Weiße Haus in Washington sprach gleich darauf von einer Falschnachricht.«
Da war nichts passiert. Aber eine klekne Nachricht über eine mögliche Zollpause genügt, um die Kurse wieder steigen zu lassen. So einfach sind Kurse zu manipulieren.
Wird die SPD in den Koalitionsgesprächen dem Wunsch von Merz nach der Aktienrente zustimmen? Was die „Kleinen Leute“ betrifft interessiert die ja schon lange nicht mehr.

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