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Wie reagiert EU auf Trumps Indiskretionen?

Von Harvey11 Mittwoch 21.01.2026, 10:12

Wenn es eine Kampfansage sein sollte, dann eine sehr verhaltene: „Verschwenden wir keine Zeit mit verrückten Ideen“, ruft Frankreichs Präsident Emmanuel Macron von der Bühne des Weltwirtschaftsforums. „Es ist nicht die Zeit für neuen Imperialismus oder neuen Kolonialismus.“ Wen er damit meint, ist klar - auch wenn der Franzose Donald Trump nicht beim Namen nennt. Der US-Präsident ist genau ein Jahr im Amt, am Mittwoch will er in Davos sprechen. Er droht mit einer Annexion Grönlands, kündigt Zölle an und will einen umstrittenen „Friedensrat“ verwirklichen.

Das Weltwirtschaftsforum wird zum Krisengipfel – und aus Sicht der Europäer hätte man das Treffen kaum besser choreografieren können. Die Europäer hatten die Chance, vorzulegen: erst EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen, dann Macron. Er war zuletzt als schärfster Kritiker des US-Präsidenten aufgetreten. Auf Trump antworten kann dann einen Tag später Bundeskanzler Friedrich Merz. Die Europäer könnten Trump quasi in die Zange nehmen.

Doch legten Macron und von der Leyen eher zahm vor, anders als der deutsche Vizekanzler Lars Klingbeil, der Trump Erpressung vorgeworfen hat. Von der Leyen verurteilte Trumps Vorgehen zwar, blieb im Ton aber mild. Macron sprach für Europa: „Wir bevorzugen Respekt statt Tyrannen, wir ziehen Wissenschaft Verschwörungstheorien vor, und wir bevorzugen Rechtsstaatlichkeit statt Brutalität.“ Den USA warf Macron vor, Europa schwächen zu wollen. Die von Trump angekündigten Zusatzzölle gegen europäische Allliierte seien ein Fehler, sagte von der Leyen.

Noch vor Macrons Auftritt hatte eine von Trump öffentlich gemachte private Textnachricht von Macron an den US-Präsidenten für Wirbel gesorgt. Der Franzose schlug Trump darin ein Treffen der G7-Staaten mit Russland und Dänemark in Paris vor – Frankreich hat in diesem Jahr den G7-Vorsitz. Aus Kreisen des Weißen Hauses hieß es später, Trump habe zurzeit keine Pläne, nach Paris zu reisen. Trump veröffentlichte zudem eine private Nachricht von Nato-Generalsekretär Mark Rutte: „Lieber Donald – was Du in Syrien erreicht hast, ist unglaublich. Ich werde meine Medienauftritte in Davos nutzen, um Deine Arbeit dort, in Gaza und in der Ukraine hervorzuheben.“
Gießener Allgemeine, 21.1.2026

Die "Staatsmänner" der Welt wissen jetzt, dass der König alles öffentlich macht, das die ihm privat so mitteilen.
Auch die kriecherischen Lobeshymnen des Nato-Generalsekretär Mark Rutte.
Küsst der eigentlich täglich das Foto von Trump?
Und wie man liest, hielten sich Merz und von der Leyen sehr zurück.
Haben die sich schon für den Kurzausflug von ein paar Soldaten der Bundeswehr nach Grönland bei ihm entschuldigt?

»Der Gouverneur Kaliforniens hat Europas Staats- und Regierungschefs wegen der aus seiner Sicht unterwürfigen Haltung gegenüber US-Präsident Donald Trump scharf kritisiert. „Ich kann diese Komplizenschaft nicht mehr ertragen, wie Leute klein beigeben“, sagte der Gouverneur des bevölkerungsreichsten US-Bundesstaats dem Sender Sky News beim Weltwirtschaftsforum in Davos im Hinblick auf europäische Politiker. Trump mit Ehrungen zu überhäufen, sei „erbärmlich“, so der demokratische US-Politiker. Es sei an der Zeit, Haltung zu zeigen, forderte er.«

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