Kein arabisches Land kann sich eine Kriegskoalition mit Israel leisten
Einmal verkündete Donald Trump, der Krieg gegen den Iran werde eine Woche dauern, dann ist von mehreren Wochen, vielleicht Monaten die Rede. Einmal schließt er Bodentruppen aus, dann sind sie wieder im Spiel. Nun soll der Krieg angeblich bald zu Ende sein, weil der Iran keine Marine, keine Luftwaffe, keine Kommunikationssysteme mehr habe, doch ist der weiter zur Gegenwehr fähig. Was ist mit dem ursprünglichen Kriegsziel, die Atomindustrie zu zerstören und einen Regime-Change zu erzwingen? Der US-Präsident schert Ungewissheit und will trotzdem den Eindruck erwecken, er treffe souveräne Entscheidungen, das Führen dieses Krieges entgleite ihm nicht. Nur zeichnet sich trotz ständiger Angriffe der israelischen und der US-Armee, die von ihren Basen in der Region aus operiert, bislang kein endgültiger Erfolg ab.
Die US-Stützpunkte in den Golfstaaten waren kurz nach deren Unabhängigkeit in den 1960er und 1970er Jahren installiert worden. Diese Länder wollten ökonomische Prosperität durch das Angebot ihrer Öl- und Gasressourcen für westliche Märkte sichern, ergänzt durch Partnerschaft in Verteidigungsfragen. Inzwischen verfügt man über hochgerüstete Armeen, aber das Sicherheitsversprechen, das mit den Basen einst verbunden schien, hat sich mit dem Angriffskrieg gegen den Iran als trügerisch erwiesen und führt zu teils erheblichen Kollateralschäden. Das gilt für Menschenleben und zivile Objekte in einer Region, die es gewohnt ist, auf Wohlstand durch und im Frieden zu setzen. Im Moment jedoch gelten die iranischen Gegenangriffe auch Wirtschaftsunternehmen, die gemeinsam mit US-Firmen betrieben werden. Vorrangig handelt es sich um Förder- und Aufbereitungsanlagen für Öl und Gas.
Zusammen mit dem faktisch zum Erliegen gekommenen Schiffsverkehr in der Straße von Hormus können sie die Golfstaaten deren Verlust definitiv nicht leisten. Sie werden zu Opfern eines asymmetrischen Schlagabtauschs, in dem die Attacken des Iran Wirkung hinterlassen. Sie dürfte auch darin bestehen, dass die Bevölkerung dieser Länder verstärkt über den Sinn dieser Militärbasen nachdenkt und fordert, die Nutzungsrechte derart einzuschränken, wie das bei vergleichbaren US-Einrichtungen in der Türkei der Fall ist.
Vor Jahren noch wäre es den USA vielleicht eher gelungen, Saudi-Arabien, Katar, Oman, Bahrain oder die Arabischen Emirate für einen gemeinsamen Krieg gegen den Iran zu gewinnen. Um eine Normalisierung des Verhältnisses zu Israel voranzutreiben, wurde die alte Feindschaft zwischen Sunna und Schia angefacht. Aber diese Rechnung ging nie ganz auf. Die großen Konflikte der beiden konkurrierenden Hauptströmungen des Islam liegen eineinhalb Jahrtausende zurück und hatten einer halbwegs stabilen Koexistenz Platz gemacht. Sie gehorchte der Notwendigkeit, den kolonialistischen Kreuzzügen des Westens entgegenzutreten. Und es hat den Anschein, als werde dies neuerdings wieder stärker als Herausforderung verstanden. Das Ruder herumgerissen hatte der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman. Er erklärte im Sommer 2023 in den USA, man könne die Beziehungen zu Israel nur normalisieren, werde vorher die Palästinenserfrage gelöst. Als der israelisch-palästinensische Konflikt mit dem Gaza-Krieg eskalierte, nahm Riad unter Vermittlung Chinas Anfang 2024 wieder diplomatische Beziehungen zu Teheran auf. Wegen der Solidarität des eigenen Volkes mit denn Palästinensern kann es sich kein arabischer Staat leisten, an Israels Seite in den Krieg zu ziehen.
Sabine Kebir, der Freitag 12.3.2026
Wenn ein Feldherr anfängt sich selbst zu belügen, dann geht es zu Ende mit ihm. Bei Trump fängt es an.
China schweigt und sieht zu, in welche Falle sich Trump von Netanjahu hat locken lassen, wie dumm er da gewesen ist.
China wird ernten.
Kein arabisches Land kann sich eine Kriegskoalition mit Israel leisten
Einmal verkündete Donald Trump, der Krieg gegen den Iran werde eine Woche dauern, dann ist von mehreren Wochen, vielleicht Monaten die Rede. Einmal schließt er Bodentruppen aus, dann sind sie wieder im Spiel. Nun soll der Krieg angeblich bald zu Ende sein, weil der Iran keine Marine, keine Luftwaffe, keine Kommunikationssysteme mehr habe, doch ist der weiter zur Gegenwehr fähig. Was ist mit dem ursprünglichen Kriegsziel, die Atomindustrie zu zerstören und einen Regime-Change zu erzwingen? Der US-Präsident schert Ungewissheit und will trotzdem den Eindruck erwecken, er treffe souveräne Entscheidungen, das Führen dieses Krieges entgleite ihm nicht. Nur zeichnet sich trotz ständiger Angriffe der israelischen und der US-Armee, die von ihren Basen in der Region aus operiert, bislang kein endgültiger Erfolg ab.
Die US-Stützpunkte in den Golfstaaten waren kurz nach deren Unabhängigkeit in den 1960er und 1970er Jahren installiert worden. Diese Länder wollten ökonomische Prosperität durch das Angebot ihrer Öl- und Gasressourcen für westliche Märkte sichern, ergänzt durch Partnerschaft in Verteidigungsfragen. Inzwischen verfügt man über hochgerüstete Armeen, aber das Sicherheitsversprechen, das mit den Basen einst verbunden schien, hat sich mit dem Angriffskrieg gegen den Iran als trügerisch erwiesen und führt zu teils erheblichen Kollateralschäden. Das gilt für Menschenleben und zivile Objekte in einer Region, die es gewohnt ist, auf Wohlstand durch und im Frieden zu setzen. Im Moment jedoch gelten die iranischen Gegenangriffe auch Wirtschaftsunternehmen, die gemeinsam mit US-Firmen betrieben werden. Vorrangig handelt es sich um Förder- und Aufbereitungsanlagen für Öl und Gas.
Zusammen mit dem faktisch zum Erliegen gekommenen Schiffsverkehr in der Straße von Hormus können sie die Golfstaaten deren Verlust definitiv nicht leisten. Sie werden zu Opfern eines asymmetrischen Schlagabtauschs, in dem die Attacken des Iran Wirkung hinterlassen. Sie dürfte auch darin bestehen, dass die Bevölkerung dieser Länder verstärkt über den Sinn dieser Militärbasen nachdenkt und fordert, die Nutzungsrechte derart einzuschränken, wie das bei vergleichbaren US-Einrichtungen in der Türkei der Fall ist.
Vor Jahren noch wäre es den USA vielleicht eher gelungen, Saudi-Arabien, Katar, Oman, Bahrain oder die Arabischen Emirate für einen gemeinsamen Krieg gegen den Iran zu gewinnen. Um eine Normalisierung des Verhältnisses zu Israel voranzutreiben, wurde die alte Feindschaft zwischen Sunna und Schia angefacht. Aber diese Rechnung ging nie ganz auf. Die großen Konflikte der beiden konkurrierenden Hauptströmungen des Islam liegen eineinhalb Jahrtausende zurück und hatten einer halbwegs stabilen Koexistenz Platz gemacht. Sie gehorchte der Notwendigkeit, den kolonialistischen Kreuzzügen des Westens entgegenzutreten. Und es hat den Anschein, als werde dies neuerdings wieder stärker als Herausforderung verstanden. Das Ruder herumgerissen hatte der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman. Er erklärte im Sommer 2023 in den USA, man könne die Beziehungen zu Israel nur normalisieren, werde vorher die Palästinenserfrage gelöst. Als der israelisch-palästinensische Konflikt mit dem Gaza-Krieg eskalierte, nahm Riad unter Vermittlung Chinas Anfang 2024 wieder diplomatische Beziehungen zu Teheran auf. Wegen der Solidarität des eigenen Volkes mit denn Palästinensern kann es sich kein arabischer Staat leisten, an Israels Seite in den Krieg zu ziehen.
Sabine Kebir, der Freitag 12.3.2026
Wenn ein Feldherr anfängt sich selbst zu belügen, dann geht es zu Ende mit ihm. Bei Trump fängt es an.
China schweigt und sieht zu, in welche Falle sich Trump von Netanjahu hat locken lassen, wie dumm er da gewesen ist.
China wird ernten.