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Warum dieser Aufwand?

Von Feierabend-Mitglied Freitag 01.09.2023, 10:05


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Drohnen-Abwehr und Polizeiaufgebot: Putin lässt Prigoschin-Grab absperren
Der frühere Wagner-Führer Jewgeni Prigoschin ist tot, doch sein Grab wird streng bewacht. Was steckt hinter den absurden Sicherheitsmaßnahmen?

St. Petersburg – Auch nach seinem Tod sorgt Jewgeni Prigoschin in Russland noch immer für Wirbel. Wurde der frühere Chef der Wagner-Gruppe noch am Dienstag (29. August) in Abwesenheit von Wladimir Putin beerdigt, wird die Grabstelle inzwischen offenbar weiträumig mithilfe von Drohnen-Abwehr und Metalldetektoren geschützt. Doch damit nicht genug.

Der frühere Putin-Vertraute wurde Medienberichten zufolge sogar in großer Geheimhaltung beigesetzt. Zuvor hieß es, dass Prigoschin in engstem Kreis beerdigt wäre. Schaulustige und die Presse wurden daraufhin an den falschen Ort gelockt: anstelle des Friedhofs Serafimovskii, wo normalerweise verdiente Militärs beerdigt werden, fand der bei einem Flugzeugabsturz getötete Oligarch auf dem Friedhof Porochowskoje seine letzte Ruhestätte. Unabhängige russische Medien bezeichneten die im Geheimen abgewickelte Verabschiedung von Prigoschin daraufhin als „Spezialoperation Beerdigung“ – eine Anspielung auf die vom Kreml verbreitete Bezeichnung des Ukraine-Kriegs.

Drohnen-Abwehr, Spürhunde und Metalldetektoren bei Prigoschin-Beerdigung
Auf dem sozialen Netzwerk X (ehemals Twitter) schrieb der Militärblogger „chrisO_wiki“, hinter dem Autor und Experte Chris Owen steckt, von teils absurden Sicherheitsmaßnahmen, die rund um Prigoschins Grab getroffen wurden. Bereits kurz nach der Beisetzung seien mehrere bewaffnete Soldaten und Polizisten auf den Friedhof vorgerückt, um dort Metalldetektoren und Anti-Drohnen-Abwehr zu installieren. Fotos, die zunächst unter anderem die New York Times verbreitete, scheinen diese Behauptungen zu bestätigen.

Von außen aus waren dem Bericht der New York Times „nur eine große russische Flagge, eine Wagner-Flagge und die Spitze eines Holzkreuzes zu sehen“. Ein Reporter der US-Tageszeitung berichtete sogar von Spürhunden – möglicherweise aus Sorge vor einem Anschlag der Wagner-Gruppe.

Prigoschin-Grab wird bewacht: „Es scheint, dass sie ihn immer noch fürchten“
Warum Moskau sich derart bemüht, das Grab von Prigoschin zu versperren, ist unklar. Internationale Beobachterinnen und Beobachter vermuten allerdings, dass man eine Art Pilgerstätte verhindern möchte. Der ehemalige Söldner-Führer galt in Russland als beliebt und wurde während seines Putschversuchs im Juni sogar von zum Teil jubelnden Mengen empfangen. Viele glauben indes sogar, dass Prigoschin nicht tot ist und unter anderer Identität womöglich weiter lebt.

„Die Behörden möchten möglicherweise vermeiden, dass er als Märtyrer behandelt wird – es scheint, dass sie ihn immer noch fürchten, selbst im Tod“, schrieb Owen. Ähnlich sieht das auch die unabhängige russische Journalistin Farida Rustamowa. Unter anderem hätten Polizisten „eine spontane Kundgebung zum Gedenken an die Führungsspitze von Wagner“ verhindert, schrieb sie auf Telegram.

Prigoschins Pressedienst teilte zuvor mit, dass sich alle Interessierten nach dem Begräbnis auf dem Friedhof Prochowskoje von dem 62-Jährigen verabschieden könnten. Die russischen Behörden sahen das offensichtlich anders. (nak)


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