Von ehemaliges Mitglied
Mittwoch 10.09.2025, 16:48
In großen Lettern prangt das Ziel: „Alice ins Kanzleramt“. Vorher skizziert die AfD-Bundestagsfraktion auf 55 erschreckenden Seiten, wie sie die nächste Kanzlerin stellen will.[1] Eines alarmiert mich besonders an dem neuen Masterplan der Partei, der jetzt enthüllt wurde. Die menschenfeindlichen Inhalte der AfD bleiben gleich, aber mit bürgerlicher Rhetorik, Benimmregeln und seriösem Auftreten in Parlament und Fernsehen will sie bisher abgeschreckte Wähler*innen gewinnen.[2]
Ein Beispiel für die neue Verharmlosungstaktik: Die Parteispitze streicht den völkischen Begriff „Remigration“ aus ihrem Vokabular, also die Ausweisung von Geflüchteten und Menschen mit deutscher Staatsbürgerschaft.[3,4] Aus Sicht der AfD steht das Wort beispielhaft für ein „Problem“ der Partei – die Radikalität der AfD schreckt viele Wähler*innen ab. Vor allem vielen Akademiker*innen, Großstädter*innen und Menschen über 60 ist Weidel zu rechtsextrem.[1,5]
Doch statt ihre Inhalte zu mäßigen, will die AfD bei diesen Gruppen strategisch ihr „Akzeptanzumfeld“ erweitern.[1] Übersetzt: Mit harmloser Sprache für radikale Inhalte will sie die Menschen gezielt an ihre Propaganda gewöhnen. So kann sie sich als Partei der Mitte inszenieren und die Union zum Abbau der Brandmauer bringen. Denn eine Kanzlerin Weidel kann es nur geben, wenn die CDU/CSU mit der AfD koaliert.
Einen ersten Erfolg verbucht die AfD prompt. Erstmalig nahm mit Saskia Ludwig eine CDU-Abgeordnete an einer AfD-nahen Konferenz teil.[6] Es entstehen völlig neue Bilder: Eine wichtige Christdemokratin schüttelt Weidel die Hand, Unions- und AfD-Vertreterinnen beim freundlichen Plausch. Ganz klar: Teile der Union bewegen sich Richtung AfD.
Der neue AfD-Masterplan macht mir Angst, das gebe ich zu. Doch er zeigt eines klar: Unsere Gegenstrategie hat bisher funktioniert. Noch ist die politische Isolation so erfolgreich, dass Weidel keine Aussicht auf eine parlamentarische Mehrheit hat. All die Großdemos, all die Aufklärungsarbeit, all die Kampagnen für eine Ausgrenzung der Partei machen sich bezahlt.
Damit die AfD mit ihrem neuen Ansatz scheitert, müssen wir in den nächsten Monaten kräftig nachlegen. Mit Appellen gegen jede Annäherung an die AfD, mit pointierten Inhalten in den sozialen Medien und ungewöhnlichen Aktionen wollen wir immer wieder klar machen, dass Weidel, Höcke und Co. niemals an die Macht in Deutschland kommen dürfen.
In großen Lettern prangt das Ziel: „Alice ins Kanzleramt“. Vorher skizziert die AfD-Bundestagsfraktion auf 55 erschreckenden Seiten, wie sie die nächste Kanzlerin stellen will.[1] Eines alarmiert mich besonders an dem neuen Masterplan der Partei, der jetzt enthüllt wurde. Die menschenfeindlichen Inhalte der AfD bleiben gleich, aber mit bürgerlicher Rhetorik, Benimmregeln und seriösem Auftreten in Parlament und Fernsehen will sie bisher abgeschreckte Wähler*innen gewinnen.[2]
Ein Beispiel für die neue Verharmlosungstaktik: Die Parteispitze streicht den völkischen Begriff „Remigration“ aus ihrem Vokabular, also die Ausweisung von Geflüchteten und Menschen mit deutscher Staatsbürgerschaft.[3,4] Aus Sicht der AfD steht das Wort beispielhaft für ein „Problem“ der Partei – die Radikalität der AfD schreckt viele Wähler*innen ab. Vor allem vielen Akademiker*innen, Großstädter*innen und Menschen über 60 ist Weidel zu rechtsextrem.[1,5]
Doch statt ihre Inhalte zu mäßigen, will die AfD bei diesen Gruppen strategisch ihr „Akzeptanzumfeld“ erweitern.[1] Übersetzt: Mit harmloser Sprache für radikale Inhalte will sie die Menschen gezielt an ihre Propaganda gewöhnen. So kann sie sich als Partei der Mitte inszenieren und die Union zum Abbau der Brandmauer bringen. Denn eine Kanzlerin Weidel kann es nur geben, wenn die CDU/CSU mit der AfD koaliert.
Einen ersten Erfolg verbucht die AfD prompt. Erstmalig nahm mit Saskia Ludwig eine CDU-Abgeordnete an einer AfD-nahen Konferenz teil.[6] Es entstehen völlig neue Bilder: Eine wichtige Christdemokratin schüttelt Weidel die Hand, Unions- und AfD-Vertreterinnen beim freundlichen Plausch. Ganz klar: Teile der Union bewegen sich Richtung AfD.
Der neue AfD-Masterplan macht mir Angst, das gebe ich zu. Doch er zeigt eines klar: Unsere Gegenstrategie hat bisher funktioniert. Noch ist die politische Isolation so erfolgreich, dass Weidel keine Aussicht auf eine parlamentarische Mehrheit hat. All die Großdemos, all die Aufklärungsarbeit, all die Kampagnen für eine Ausgrenzung der Partei machen sich bezahlt.
Damit die AfD mit ihrem neuen Ansatz scheitert, müssen wir in den nächsten Monaten kräftig nachlegen. Mit Appellen gegen jede Annäherung an die AfD, mit pointierten Inhalten in den sozialen Medien und ungewöhnlichen Aktionen wollen wir immer wieder klar machen, dass Weidel, Höcke und Co. niemals an die Macht in Deutschland kommen dürfen.
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