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Wahlkampf für die AfD

Von Harvey11 Montag 09.02.2026, 15:24 – geändert Montag 09.02.2026, 15:30

"Lifestyle-Teilzeit" und Zahnarztleistungen - die Vorschläge von Wirtschaftsvertretern der CDU erhitzen die Gemüter. In Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz bemühen sich Wahlkämpfer um Schadensbegrenzung.

»Raymond Höptner kann es kaum erwarten: Endlich ist Wahlkampf, endlich darf er Plakate aufhängen. Der 26-Jährige rennt mit einem riesigen Stapel durch Ludwigshafen in Rheinland-Pfalz. "Es macht mir so viel Spaß. Ich brenne für Politik", sagt er. Wenn da nicht der Gegenwind aus Berlin wäre und er jetzt über Teilzeit und Zähne reden müsste. "Die Debatte ist nicht unbedingt förderlich im Wahlkampf."
Zumal die Stadt ganz andere Probleme habe, "um uns jetzt über irgendwelche Teilzeit-Debatten und Zahnbehandlungen die Köpfe einzuschlagen."
Ludwigshafen hat viele Themen: Die Wirtschaft läuft auch hier nicht gut. Viele sorgen sich eher um den Arbeitsplatz als die Arbeitszeit. Es geht um Gewalt an Schulen. Darum, dass Menschen Angst auf der Straße haben.
Raymond Höptner weiß das alles, denn es ist seine Stadt. Er ist 26 Jahre alt. Hier geboren und aufgewachsen. Wenn er an den Türen klingelt, ist es ein Heimspiel. Er ist auch Ortsvorsteher - also weiß er, was die Menschen besorgt.
Filiz Yüceler steigt gerade aus dem Auto mit ihrem Sohn. Sie freut sich, den CDU-Kandidaten zu sehen. Er sei der erste Ortsvorsteher, den sie kennt. Aber die Lehrerin ist wütend. Sie selbst arbeitet in Teilzeit. "Ich habe einen Sohn, der ein Pflegefall ist. Ich pflege meine Mutter", erzählt sie. "Das ist nichts, was ich mir als 'Lifestyle' jetzt ausgesucht habe."
Raymond Höpner steht daneben und muss sich rechtfertigen. Dabei steht er gar nicht hinter der Idee seines Wirtschaftsflügels. Die CDU sei eine Volkspartei, argumentiert er. Filiz Yüceler überzeugt das nicht, sie wäre zwar eigentlich gar nicht betroffen, denn für Kinder oder Pflege soll die Teilzeit gar nicht eingeschränkt werden.
Aber die Botschaft ist in der Welt und der Ton gesetzt. Sie sagt: "Mir fehlt so ein bisschen das C bei der CDU. Und mir fehlen so ein bisschen die Werte."
Und das ist ein Problem für die CDU-Wahlkämpfer hier in Rheinland-Pfalz. Raymond Höptner sagt: Es ist das gute Recht, Debatten anzustoßen. Aber so? Der Ortsvorsteher wünscht sich mehr Rückenwind und sagt, dass "Schrauben woanders gedreht werden" müssen. Es müsse vielmehr die Frage gestellt werden, wie Rahmenbedingungen geändert werden können, damit Leute mehr Vollzeit arbeiten.
Rahmenbedingungen - ein Wort, das auch Carsten Linnemann gern benutzt. Der CDU-Generalsekretär muss im ARD-Bericht aus Berlin erneut erklären, warum er den Begriff der "Lifestyle-Teilzeit" ablehnt. Er gibt zu, dass Menschen unter Generalverdacht gestellt wurden.
Das Problem sei aber die wirtschaftliche Lage: "Da reden wir nicht über 'Lifestyle-Teilzeit', sondern da reden wir über zu hohe Lohnnebenkosten. Zu hohe Energiekosten, Bürokratieabbau, Fachkräftemangel." Also kurz das, was er unter Rahmenbedingungen beschreiben würde...............«


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Die Wahlkämpfe für dieses Wahljahr haben schon sehr früh begonnen.
Bald nach seiner Wahl begann der neue Kanzler mit seinen rassistischen AfD-Parolen.
Selbstverständlich lockt das die Lobbyverbände aus ihren Löchern - wenn der kann, dann dürfen wir aber auch.
Viele Direktkandidaten der CDU kämpfen jetzt um ihr Überleben. Denn ohne sicheren Listenplatz müssten sie nach der Wahl arbeiten gehen.
Aus der SPD hat Merz nichts zu fürchten. Die Grünen melden sich hin und wieder mal zu Wort, werden aber von der CDU nicht wahrgenommen. Die AfD lehnt sich feixend zurück, dankbar über einen so prominenten Walhelfer.
Am meisten fürchten muss sich Merz vor der wachsenden Gegenstimmung in seiner eigenen Partei. Denn dort fragen sich viele, warum ihr Vorsitzender Wahlkampf für eine Partei macht, die er doch halbieren wollte.
Aber ganz schnell hat er begriffen, dass zwischen wollen und können ein Unterschied besteht. Und schon sagt er sich: wenn du deinen Feind nicht besiegen kannst, dann verbünde dich mit ihm.
Und schon kann Merz auch bei einem Sieg der AfD feiern.
Seine Parteifreunde? Egal. Er ist der Kanzler.
Auch noch an Silvester? Am Stammtisch will keiner auch nur einen Cent darauf wetten. Merz ist ein Auslaufmodell. Seine Tage scheinen gezählt zu sein. Seine Wahl zum Kanzler hat die AfD am lautesten jubeln lassen.

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