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Verharmlosung verhöhnt die Opfer …

Von Feierabend-Mitglied 28.09.2025, 16:14


…nachträglich.
Auch hier!



"Politisch Inhaftierte, von der Stasi Bespitzelte und Opfer von Zersetzungsmaßnahmen – das sind bei Weitem nicht alle Gruppen, die unter der Tätigkeit der SED gelitten haben.
Zur Liste zählen auch: zwangsweise gedopte Leistungssportler, Jugendliche aus den sogenannten "roten Burgen" – so wurden die Jugendwerkhöfe genannt –, ebenso wie schwangere Frauen, die sich durch einen kontaminierten Impfstoff mit Hepatitis C infizierten.

Die Gruppe der Betroffenen ist so groß, dass sie kaum zu beziffern ist.
Allein die Zahl der politischen Gefangenen betrug 150.000, erzählt Prof. Dr. Bernhard Strauß, Sprecher des Verbundprojektes "Gesundheitliche Langzeitfolgen von SED-Unrecht" und Direktor des Instituts für Psychosoziale Medizin, Psychotherapie und Psychoonkologie an der Uni Jena im Gespräch mit MDR Kultur."

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Das schreibt Kowalczuk treffend dazu:
@ilkokowalczuk.bsky.social‬

"Tag für Tag wird in unserem Land, nicht nur im Osten, aber dort besonders massenwirksam, die SED-Diktatur verharmlost, die DDR schöngeredet, werden Freiheit und Demokratie von Millionen verächtlich gemacht, wird die Freiheitsrevolution von 1989 verunglimpft, werden Opfer des Kommunismus erneut zu Opfern gemacht durch Beschweigen oder sogar Verteidigung ihrer Verfolgungen durch den SED-Staat - nicht von einigen hundert Außenseitern, sondern Tag für Tag von Hunderttausenden, Millionen, vor allem in Ostdeutschland.

Und Tag für Tag wundere ich mich, dass sich dagegen kaum noch Stimmen erheben. Die professionellen Aufarbeitungsinstitutionen und -vereine sind leise, sind mit alltäglichen Überlebenskämpfen und zuweilen inneren Debatten befasst, die gesellschaftlich irrelevant sind. Sie sind öffentlich außerhalb ihrer Mauern
nicht wahrzunehmen.
Und die Opfer des Regimes? Auch sie und ihre Verbände sind öffentlich schon lange nicht mehr wahrnehmbar. Die Geschichtswissenschaft hält sich ohnehin heraus und scheint auch noch stolz auf ihr Abgeschiedenheit hinter abstrakten Diskursmauern zu sein, um die eigenen Karrierewege und die innere Anerkennung einer gesellschaftspolitisch immer wirkloseren Disziplin nicht zu gefährden.

Die DDR, die SED-Diktatur wird längst an unzähligen Orten als ein System erzählt,dass es so nie gab,das aber immer stärker als Realität ausgegeben wird–auch das ist Teil derpermanenten Demokratie- und Freiheitsdestruktion in unserem Land.
Und fast niemand wehrt sich mehr. Daher ist auch so leicht, die Stimmen, die sich dagegen kontinuierlich erheben, anzugreifen, lächerlich zu machen, zu verunglimpfen.
Und natürlich werden die nicht durchhalten können.
Wozu!"



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