Von Feierabend-Mitglied
Samstag 01.11.2025, 09:40 – geändert Samstag 01.11.2025, 09:56
im Hintergrund von Trump wird in untenstehendem Artikel geschrieben. Dieses kaltblütige Ungeheuer arbeitet treu ergeben für ihn, fungiert auch als Ideengeber, schrieb schon "Hetzreden" für Trump und befeuert dessen dunkle Seite und schürt Rachegelüste gegen Menschen, die gegen Trump auftraten. Er steht zwar im Schatten ist aber wohl eine wichtige Figur in Trumps Gruselkabinett.
"Anfang Oktober endete ein CNN-Interview mit Stephen Miller abrupt. Zuvor hatte Moderator Boris Sanchez den Heimatschutzberater von Donald Trump nach der Rechtmäßigkeit von Trumps Truppen-Entsendungen in US-Städte gefragt. Miller betonte die "uneingeschränkte Macht" des US-Präsidenten, die dieser in Ausnahmesituationen nutzen könne. Just in diesem Moment soll CNN versehentlich einen Einspieler in Millers Ohrkanal eingespielt haben. Der konnte den Moderator daraufhin nicht mehr hören – das Interview wurde wiederholt, wie CNN später erklärte. Beim zweiten Anlauf sprach Miller nur noch von den "umfangreichen Möglichkeiten" des Präsidenten.
In den sozialen Medien verbreiteten sich Ausschnitte des Interviews rasch. Es wurde spekuliert, Miller – auch stellvertretender Stabschef im Weißen Haus – sei durch ein "Hot Mic", also einen Stöpsel im Ohr, gewarnt worden, dass er versehentlich laut gesagt habe, was nicht für die Öffentlichkeit bestimmt war. Andere vermuteten, Miller habe seinen Fehler selbst bemerkt und den Abbruch durch Schweigen herbeigeführt.
Es gibt keinen Grund, die harmlose Erklärung des Trump-kritischen CNN nicht zu glauben. Ebenso wenig aber, Millers erste Aussage nicht beim Wort zu nehmen.
Schon im Februar 2017 sagte Miller: "Die Befugnisse des Präsidenten zum Schutz unseres Landes sind sehr umfangreich und werden nicht infrage gestellt." Der Schutz der USA ist Millers Antrieb. Nur muss man verstehen, was er unter "Schutz" versteht.
Rassistische Ideologie und Folter
Stephen Miller wurde 1985 im multikulturellen Santa Monica in Süd-Kalifornien geboren. Seine Vorfahren, belarussische Juden, flohen vor Pogromen im russischen Kaiserreich in die USA. Sein Vater studierte an der Stanford Law School und verdiente gut im Immobiliengeschäft. Seine Mutter, an der Columbia ausgebildete Sozialarbeiterin, arbeitete mit schwierigen Teenagern, ehe sie ins Familien-Business einstieg. Die Millers waren wohlhabend, abgesehen von einer kurzen Periode des sozialen Abstiegs in Stephens Teenager-Zeit.
In dieser Phase soll sein Vater politisch leicht nach rechts gerückt sein, sagt Biograph Jean Guerrero. Die wirtschaftliche Unsicherheit erkläre jedoch kaum, warum der Sohn so kippte. Der junge Miller habe sich eigenständig für rechte Subkulturen, Waffenmagazine und die Idee der weißen Vorherrschaft interessiert. Er soll spanischsprachige Mitschüler aufgefordert haben, gefälligst Englisch zu sprechen, und nach einem Sommercamp mit langjährigen Freunden mit mexikanischen Wurzeln gebrochen haben.
In Schülerzeitungen agitierte er gegen alles, was mit Diversität zu tun hatte; die Provokation von Liberalen schien sein Antrieb. Er warf Müll absichtlich auf den Boden, damit migrantische Reinigungskräfte ihn aufheben mussten.
Als 17-Jähriger sprach er im Schulbus über den Umgang mit "Hussein's Henchmen", also Saddam Husseins Schergen, wie ein Video von damals zeigt. "Klar sollte man zivile Opfer grundsätzlich vermeiden", sagt er dort im süffisanten Ton. Aber den Handlangern Husseins und dem Diktator selbst würde er die Finger abschneiden. "Ich finde, wir sollten sie nicht komplett umbringen, wir sind ja keine Barbaren. Wir respektieren das Leben, deshalb sollten wir sie foltern, denn mit Folter können Menschen leben. Folter ist eine Zelebrierung menschlichen Lebens und der Menschenwürde." Man müsse sich das stets in Erinnerung rufen, wenn man sich "diese dunklen und gefährlichen Zeiten" vor Augen führt, auf die wir im 21. Jahrhundert zusteuern, sagt er.
Rassistische Massenmails
In seiner College-Zeit engagierte sich Miller bei antimuslimischen Verbänden und warnte vor dem globalen Dschihadismus. Jahre später, nachdem die USA 2019 in Trumps erster Amtszeit den IS-Anführer Abu Bakr al-Baghdadi getötet hatten, soll er vorgeschlagen haben, dessen "Kopf in Schweineblut zu tränken und als Warnung für andere Terroristen durch die Stadt zu paradieren", wie Trumps ehemaliger Verteidigungsminister Mark Esper in seinen Memoiren schreibt. Miller, damals zentraler Trump-Berater und Redenschreiber, bestreitet die Szene.
Nach dem College heuerte Miller bei rechtskonservativen Politikern im Kapitol an, unter anderem als Pressesprecher von Jeff Sessions, dem Senator aus Alabama und frühen Trump-Unterstützer. In dieser Zeit soll er Kolleginnen und Kollegen mit einer Flut rassistischer Mails "zugemüllt" haben – so sehr, dass einige begannen, seine Nachrichten ungelesen zu löschen.
Als bekannt wurde, dass Miller zwischen März 2015 und Juni 2017 mehr als 900 E-Mails an Mitarbeiter der Rechtsaußen-Krawallplattform Breitbart News geschickt hatte, forderten 80 demokratische Abgeordnete seinen Rauswurf. Die Mails enthielten krude Verschwörungstheorien, rassistische Literatur und Gesetzesideen, die auf der vermeintlichen Überlegenheit der weißen Rasse fußten.
Der Breitbart-Konnex, insbesondere zu Steve Bannon, Trumps späteren Chefstrategen, vertiefte sich in jener Zeit. Gemeinsam torpedierte man Gesetze, die legale Einwanderung erleichtern sollten. Später wurde Miller auf Bannons Empfehlung hin Trumps Redenschreiber. Als ideologischer Unterbau für seine antimigrantische Politik und seinen "weißen Nationalismus" dient ihm der Immigration Act von 1924 unter US-Präsident Calvin Coolidge. Der Verfechter der Eugenik – einer Theorie, die nach Rassen zwischen gutem und schlechtem Erbmaterial unterscheidet – inspirierte nicht nur Adolf Hitler, wie dieser in Mein Kampf schrieb, sondern auch Miller. Die Folge war der "Muslim Ban", der zu einem der prägendsten Gesetze in Trumps erster Amtszeit wurde.
Treue zu Trump
Miller hielt Trump die Treue, nachdem dieser 2020 abgewählt wurde. Es soll der Tag gewesen sein, an dem Workaholic begann, Trumps neuerliche Kandidatur vorzubereiten. Miller blieb ihm auch treu, als sich viele nach dem 6. Jänner 2021, dem Tag des Kapitolsturms, von Trump abwandten. Die verhängnisvolle Rede, die Trump zuvor gehalten hatte, stammte zum Teil aus Millers Feder. Spätestens damals katapultierte er sich in Trumps innersten Kreis – entschlossen, eine zweite Amtszeit radikaler und effektiver zu gestalten.
Die Welle präsidentieller Dekrete in den ersten Monaten von Trump II war Ausdruck dieser Entschlossenheit. Sie überforderte Opposition wie Medien gleichermaßen – und erreichte damit ihr Ziel. Dass gleich am ersten Tag die Verordnung zum Ende des Geburtsrechts auf US-Staatsbürgerschaft erlassen wurde, war eines von Millers Kernanliegen. Der Fall liegt derzeit beim Obersten Gerichtshof.
In einer Strategiebesprechung im Jahr 2024 soll Miller laut New York Times gesagt haben, die USA hätten nur 100 Millionen statt 340 Millionen Einwohner, wenn es nach ihm ginge. Die Bilder von Kindern, die an der südlichen Grenze zu Mexiko von ihren Eltern getrennt wurden, sollen ihm besondere Genugtuung bereitet haben. Die Entscheidungen zur Null-Toleranz-Politik und Familientrennungen bezeichnete er damals als "einfach". Der Kampf gegen Migration, nicht nur illegale, scheint Millers Antwort auf jene Frage zu sein, die er Trump immer wieder in dessen Reden hineinschreibt: Ob der Westen den Willen habe, im vermeintlichen "Kampf der Kulturen" die Oberhand zu behalten?
Verheiratet ist Miller seit fünf Jahren mit Katie Miller, geborene Waldman, der früheren Kommunikationschefin von Trumps ehemaligem Vizepräsidenten Mike Pence und Elon Musks Regierungsverschlankungsbehörde Doge. Trump war dabei, als die beiden einander 2020 im Trump-Hotel in Washington das Ja-Wort gaben. Das Paar hat drei Kinder.
im Hintergrund von Trump wird in untenstehendem Artikel geschrieben. Dieses kaltblütige Ungeheuer arbeitet treu ergeben für ihn, fungiert auch als Ideengeber, schrieb schon "Hetzreden" für Trump und befeuert dessen dunkle Seite und schürt Rachegelüste gegen Menschen, die gegen Trump auftraten. Er steht zwar im Schatten ist aber wohl eine wichtige Figur in Trumps Gruselkabinett.
"Anfang Oktober endete ein CNN-Interview mit Stephen Miller abrupt. Zuvor hatte Moderator Boris Sanchez den Heimatschutzberater von Donald Trump nach der Rechtmäßigkeit von Trumps Truppen-Entsendungen in US-Städte gefragt. Miller betonte die "uneingeschränkte Macht" des US-Präsidenten, die dieser in Ausnahmesituationen nutzen könne. Just in diesem Moment soll CNN versehentlich einen Einspieler in Millers Ohrkanal eingespielt haben. Der konnte den Moderator daraufhin nicht mehr hören – das Interview wurde wiederholt, wie CNN später erklärte. Beim zweiten Anlauf sprach Miller nur noch von den "umfangreichen Möglichkeiten" des Präsidenten.
In den sozialen Medien verbreiteten sich Ausschnitte des Interviews rasch. Es wurde spekuliert, Miller – auch stellvertretender Stabschef im Weißen Haus – sei durch ein "Hot Mic", also einen Stöpsel im Ohr, gewarnt worden, dass er versehentlich laut gesagt habe, was nicht für die Öffentlichkeit bestimmt war. Andere vermuteten, Miller habe seinen Fehler selbst bemerkt und den Abbruch durch Schweigen herbeigeführt.
Es gibt keinen Grund, die harmlose Erklärung des Trump-kritischen CNN nicht zu glauben. Ebenso wenig aber, Millers erste Aussage nicht beim Wort zu nehmen.
Schon im Februar 2017 sagte Miller: "Die Befugnisse des Präsidenten zum Schutz unseres Landes sind sehr umfangreich und werden nicht infrage gestellt." Der Schutz der USA ist Millers Antrieb. Nur muss man verstehen, was er unter "Schutz" versteht.
Rassistische Ideologie und Folter
Stephen Miller wurde 1985 im multikulturellen Santa Monica in Süd-Kalifornien geboren. Seine Vorfahren, belarussische Juden, flohen vor Pogromen im russischen Kaiserreich in die USA. Sein Vater studierte an der Stanford Law School und verdiente gut im Immobiliengeschäft. Seine Mutter, an der Columbia ausgebildete Sozialarbeiterin, arbeitete mit schwierigen Teenagern, ehe sie ins Familien-Business einstieg. Die Millers waren wohlhabend, abgesehen von einer kurzen Periode des sozialen Abstiegs in Stephens Teenager-Zeit.
In dieser Phase soll sein Vater politisch leicht nach rechts gerückt sein, sagt Biograph Jean Guerrero. Die wirtschaftliche Unsicherheit erkläre jedoch kaum, warum der Sohn so kippte. Der junge Miller habe sich eigenständig für rechte Subkulturen, Waffenmagazine und die Idee der weißen Vorherrschaft interessiert. Er soll spanischsprachige Mitschüler aufgefordert haben, gefälligst Englisch zu sprechen, und nach einem Sommercamp mit langjährigen Freunden mit mexikanischen Wurzeln gebrochen haben.
In Schülerzeitungen agitierte er gegen alles, was mit Diversität zu tun hatte; die Provokation von Liberalen schien sein Antrieb. Er warf Müll absichtlich auf den Boden, damit migrantische Reinigungskräfte ihn aufheben mussten.
Als 17-Jähriger sprach er im Schulbus über den Umgang mit "Hussein's Henchmen", also Saddam Husseins Schergen, wie ein Video von damals zeigt. "Klar sollte man zivile Opfer grundsätzlich vermeiden", sagt er dort im süffisanten Ton. Aber den Handlangern Husseins und dem Diktator selbst würde er die Finger abschneiden. "Ich finde, wir sollten sie nicht komplett umbringen, wir sind ja keine Barbaren. Wir respektieren das Leben, deshalb sollten wir sie foltern, denn mit Folter können Menschen leben. Folter ist eine Zelebrierung menschlichen Lebens und der Menschenwürde." Man müsse sich das stets in Erinnerung rufen, wenn man sich "diese dunklen und gefährlichen Zeiten" vor Augen führt, auf die wir im 21. Jahrhundert zusteuern, sagt er.
Rassistische Massenmails
In seiner College-Zeit engagierte sich Miller bei antimuslimischen Verbänden und warnte vor dem globalen Dschihadismus. Jahre später, nachdem die USA 2019 in Trumps erster Amtszeit den IS-Anführer Abu Bakr al-Baghdadi getötet hatten, soll er vorgeschlagen haben, dessen "Kopf in Schweineblut zu tränken und als Warnung für andere Terroristen durch die Stadt zu paradieren", wie Trumps ehemaliger Verteidigungsminister Mark Esper in seinen Memoiren schreibt. Miller, damals zentraler Trump-Berater und Redenschreiber, bestreitet die Szene.
Nach dem College heuerte Miller bei rechtskonservativen Politikern im Kapitol an, unter anderem als Pressesprecher von Jeff Sessions, dem Senator aus Alabama und frühen Trump-Unterstützer. In dieser Zeit soll er Kolleginnen und Kollegen mit einer Flut rassistischer Mails "zugemüllt" haben – so sehr, dass einige begannen, seine Nachrichten ungelesen zu löschen.
Als bekannt wurde, dass Miller zwischen März 2015 und Juni 2017 mehr als 900 E-Mails an Mitarbeiter der Rechtsaußen-Krawallplattform Breitbart News geschickt hatte, forderten 80 demokratische Abgeordnete seinen Rauswurf. Die Mails enthielten krude Verschwörungstheorien, rassistische Literatur und Gesetzesideen, die auf der vermeintlichen Überlegenheit der weißen Rasse fußten.
Der Breitbart-Konnex, insbesondere zu Steve Bannon, Trumps späteren Chefstrategen, vertiefte sich in jener Zeit. Gemeinsam torpedierte man Gesetze, die legale Einwanderung erleichtern sollten. Später wurde Miller auf Bannons Empfehlung hin Trumps Redenschreiber. Als ideologischer Unterbau für seine antimigrantische Politik und seinen "weißen Nationalismus" dient ihm der Immigration Act von 1924 unter US-Präsident Calvin Coolidge. Der Verfechter der Eugenik – einer Theorie, die nach Rassen zwischen gutem und schlechtem Erbmaterial unterscheidet – inspirierte nicht nur Adolf Hitler, wie dieser in Mein Kampf schrieb, sondern auch Miller. Die Folge war der "Muslim Ban", der zu einem der prägendsten Gesetze in Trumps erster Amtszeit wurde.
Treue zu Trump
Miller hielt Trump die Treue, nachdem dieser 2020 abgewählt wurde. Es soll der Tag gewesen sein, an dem Workaholic begann, Trumps neuerliche Kandidatur vorzubereiten. Miller blieb ihm auch treu, als sich viele nach dem 6. Jänner 2021, dem Tag des Kapitolsturms, von Trump abwandten. Die verhängnisvolle Rede, die Trump zuvor gehalten hatte, stammte zum Teil aus Millers Feder. Spätestens damals katapultierte er sich in Trumps innersten Kreis – entschlossen, eine zweite Amtszeit radikaler und effektiver zu gestalten.
Die Welle präsidentieller Dekrete in den ersten Monaten von Trump II war Ausdruck dieser Entschlossenheit. Sie überforderte Opposition wie Medien gleichermaßen – und erreichte damit ihr Ziel. Dass gleich am ersten Tag die Verordnung zum Ende des Geburtsrechts auf US-Staatsbürgerschaft erlassen wurde, war eines von Millers Kernanliegen. Der Fall liegt derzeit beim Obersten Gerichtshof.
In einer Strategiebesprechung im Jahr 2024 soll Miller laut New York Times gesagt haben, die USA hätten nur 100 Millionen statt 340 Millionen Einwohner, wenn es nach ihm ginge. Die Bilder von Kindern, die an der südlichen Grenze zu Mexiko von ihren Eltern getrennt wurden, sollen ihm besondere Genugtuung bereitet haben. Die Entscheidungen zur Null-Toleranz-Politik und Familientrennungen bezeichnete er damals als "einfach". Der Kampf gegen Migration, nicht nur illegale, scheint Millers Antwort auf jene Frage zu sein, die er Trump immer wieder in dessen Reden hineinschreibt: Ob der Westen den Willen habe, im vermeintlichen "Kampf der Kulturen" die Oberhand zu behalten?
Verheiratet ist Miller seit fünf Jahren mit Katie Miller, geborene Waldman, der früheren Kommunikationschefin von Trumps ehemaligem Vizepräsidenten Mike Pence und Elon Musks Regierungsverschlankungsbehörde Doge. Trump war dabei, als die beiden einander 2020 im Trump-Hotel in Washington das Ja-Wort gaben. Das Paar hat drei Kinder.