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Trumps schamloser Angriff auf die Pressefreiheit

Von Harvey11 Montag 02.02.2026, 11:24

Die Festnahme des Journalisten Don Lemon ist kein Einzelfall. Dahinter steht ein Feldzug des US-Präsidenten gegen Medien und Kritik.

Wer von Donald Trump Einsicht oder längerfristige Deeskalation erwartet, wird jedes Mal enttäuscht. Nachdem der US-Präsident rund um die Proteste im Bundesstaat Minnesota zuletzt den Ton entschärfte, legte seine Regierung an anderer Stelle nach: Die vorübergehende Festnahme und die Anklage des prominenten früheren CNN-Journalisten Don Lemon im Zusammenhang mit den Demonstrationen sind ein besorgniserregender Schritt in Donald Trumps großangelegtem Angriff auf die Pressefreiheit.

Der US-Präsident, der Journalistinnen und Journalisten seit Jahren als „Feinde des Volkes“ beschimpft, geht seit Monaten gegen die Arbeit von Reporter vor, hat Korrespondenten mit Druckmitteln aus dem Weißen Haus und Ministerien gedrängt und umgibt sich stattdessen mit wohlgesinnten Influencerinnen und Influencern sowie rechten Medienhäusern. Er überzieht Zeitungen und Sender mit Klagen, droht Funkhäusern wegen unliebsamer Berichterstattung mit dem Lizenzentzug und hat öffentlich-rechtlichen Medien im großen Stil Mittel gestrichen.

Strafrechtliches Vorgehen gegen Journalistinnen und Journalisten wegen fragwürdiger Anschuldigungen hat aber eine neue Qualität. Einem Reporter wegen seiner Berichterstattung über eine Protestaktion gegen die US-Einwanderungsbehörde ICE in einer Kirche Verschwörung gegen die Religionsfreiheit vorzuwerfen, ist etwas, das eher in einem autokratischen System zu erwarten wäre.

Das Weiße Haus veröffentlichte zu der Festnahme einen Post auf der Plattform X. Darin: ein verächtliches Wortspiel zu Lemons Namen – und ein Ketten-Emoji, das sich im Zusammenhang mit der Festnahme eines schwarzen Journalisten als bewusste Provokation verstehen lässt.

Dies zeigt auch, dass es um mehr geht: Don Lemons Berichterstattung hatte US-Präsident Trump schon in seiner ersten Amtszeit missfallen. Und er macht keinen Hehl daraus, dass er seine Rückkehr an die Macht für einen persönlichen Rachefeldzug nutzt. Dieser Missbrauch des Justizsystems ist brandgefährlich für die US-Demokratie.
Frankfurter Rundschau, 2.2.2026

„Feinde des Volkes“ nennt Trump Journalisten. Strauß nannte sie "Ratten" und "Schmeißfliegen". So kommt es, wenn man nicht linientreu berichtet.
Wann lässt er sich mit "Mein Führer" anreden?

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