Die Menschheit hat sich im Laufe des bürgerlichen Zeitalters ein paar allgemein anerkannte Erkenntnisse von gewisser Relevanz erarbeitet, hinter die zurückzugehen lange ausgeschlossen schien. Die kopernikanische Wende gehört dazu, Darwins Evolutionsbiologie ebenso. Und seit mindestens 35 Jahren weiß oder könnte die Weltbevölkerung wissen, dass die fortgesetzte Emission von Treibhausgasen das globale Klima erwärmt, was einige unerquickliche Konsequenzen mit sich bringt, die Jahr für Jahr deutlicher erkennbar sind: Dürren, Unwetter, Flutkatastrophen et cetera.
In den USA, nicht nur dort, folgten aus diesem Wissen einige gesetzliche Bestimmungen. Die sogenannte Gefährdungsfeststellung der US-Umweltbehörde EPA aus dem Jahr 2009 bildete die rechtliche Grundlage zur Reduzierung der nationalen Kohlendioxidemissionen, woraus sich Vorgaben zum CO2-Ausstoß von Fahrzeugen sowie Gas- und Kohlekraftwerken ableiteten. Mit Präsidialdekret von Donnerstag soll diese »Gefährdungsfeststellung« keine Gültigkeit mehr haben. Das heißt mit anderen Worten: Donald Trump erklärt die wissenschaftliche Erkenntnis für ungültig, wonach Treibhausgase ökologisch und gesundheitlich ein ernstes Problem darstellen.
Hinter dieser wirkmächtigen Realitätsverweigerung beziehungsweise Konstruktion alternativer Wirklichkeit qua Amt mag man einen ideologischen Wahn vermuten, wie er auch evangelikalen Eiferern zu eigen ist, die von der Evolutionslehre nichts wissen wollen. Wer mag, erblickt darin allerdings schlichtweg ein Konjunkturprogramm. Der Schritt werde »die größte Deregulierungsmaßnahme in der amerikanischen Geschichte« sein, sagt Trumps Sprecherin Karoline Leavitt; die damit gewonnenen Einsparungen entfielen auf geringere Kosten für Neuwagen.
Bisher war anzunehmen, dass ein bürgerlicher Staat bisweilen gegen die kurzfristigen Profitinteressen einzelner Kapitale die allgemeinen Bedingungen der Kapitalakkumulation aufrechtzuerhalten sucht, wozu inzwischen auch ökologische Vorgaben gehören, da ein vollständig ausgelaugter Planet, der die materiellen Grundlagen kapitalistischen Reichtums nicht mehr bietet, auch unter dem Gesichtspunkt des Kapitals fatal ist. Mit Trumps Dekret wird man diese Annahme von der Zweckrationalität zu beerdigen haben. Ideologischer Wahn und der des Profits beenden ein Zeitalter.
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Wissenschaft ungültig
Trump kippt Klimaschutzgrundlage
Die Menschheit hat sich im Laufe des bürgerlichen Zeitalters ein paar allgemein anerkannte Erkenntnisse von gewisser Relevanz erarbeitet, hinter die zurückzugehen lange ausgeschlossen schien. Die kopernikanische Wende gehört dazu, Darwins Evolutionsbiologie ebenso. Und seit mindestens 35 Jahren weiß oder könnte die Weltbevölkerung wissen, dass die fortgesetzte Emission von Treibhausgasen das globale Klima erwärmt, was einige unerquickliche Konsequenzen mit sich bringt, die Jahr für Jahr deutlicher erkennbar sind: Dürren, Unwetter, Flutkatastrophen et cetera.
In den USA, nicht nur dort, folgten aus diesem Wissen einige gesetzliche Bestimmungen. Die sogenannte Gefährdungsfeststellung der US-Umweltbehörde EPA aus dem Jahr 2009 bildete die rechtliche Grundlage zur Reduzierung der nationalen Kohlendioxidemissionen, woraus sich Vorgaben zum CO2-Ausstoß von Fahrzeugen sowie Gas- und Kohlekraftwerken ableiteten. Mit Präsidialdekret von Donnerstag soll diese »Gefährdungsfeststellung« keine Gültigkeit mehr haben. Das heißt mit anderen Worten: Donald Trump erklärt die wissenschaftliche Erkenntnis für ungültig, wonach Treibhausgase ökologisch und gesundheitlich ein ernstes Problem darstellen.
Hinter dieser wirkmächtigen Realitätsverweigerung beziehungsweise Konstruktion alternativer Wirklichkeit qua Amt mag man einen ideologischen Wahn vermuten, wie er auch evangelikalen Eiferern zu eigen ist, die von der Evolutionslehre nichts wissen wollen. Wer mag, erblickt darin allerdings schlichtweg ein Konjunkturprogramm. Der Schritt werde »die größte Deregulierungsmaßnahme in der amerikanischen Geschichte« sein, sagt Trumps Sprecherin Karoline Leavitt; die damit gewonnenen Einsparungen entfielen auf geringere Kosten für Neuwagen.
Bisher war anzunehmen, dass ein bürgerlicher Staat bisweilen gegen die kurzfristigen Profitinteressen einzelner Kapitale die allgemeinen Bedingungen der Kapitalakkumulation aufrechtzuerhalten sucht, wozu inzwischen auch ökologische Vorgaben gehören, da ein vollständig ausgelaugter Planet, der die materiellen Grundlagen kapitalistischen Reichtums nicht mehr bietet, auch unter dem Gesichtspunkt des Kapitals fatal ist. Mit Trumps Dekret wird man diese Annahme von der Zweckrationalität zu beerdigen haben. Ideologischer Wahn und der des Profits beenden ein Zeitalter.
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Jetzt könnte man ja sagen: Trump hat den Klimawandel verboten.
Dabei ist es so einfach: Alles was Geld kostet wird gestrichen. So wie hier bei uns.