Von Feierabend-Mitglied
Montag 22.01.2024, 14:02 – geändert Montag 22.01.2024, 14:06
"«Also entschuldigen Sie mal, diese gemeinsamen Toiletten für Mädchen und Jungen. Solche Sachen. Es ist schwierig, unter derartigen Bedingungen Kinder grosszuziehen. Für Menschen mit normalen menschlichen Werten ist es sehr schwierig, unter solchen Bedingungen zu leben.»
Deshalb kehrten so viele Russen nun zurück, die das Land verlassen hätten, behauptet er. Mit gemeinsamen Toiletten für alle Geschlechter könnten diese laut Putin nun wirklich kein vernünftiges Leben führen.
Russland, daran lässt der Kremlherrscher bei jeder Gelegenheit keinen Zweifel aufkommen, Russland sei ein «traditionell normales» Land. Ein Land, in dem laut der staatseigenen Statistikbehörde ein Drittel der ländlichen Bevölkerung ganz «traditionell» ein Plumpsklo aus Holz im Garten stehen hat und in diesem Erdloch mit Überbauung seine Notdurft verrichtet.
Ein Land, in dem in zehn Regionen jede fünfte Schule ohne Kanalisation ist. Ein Land, in dem, wenn es denn beheizte Toiletten in den Wohnungen gibt, selten zwei pro Wohnung zu finden sind.
Was sind da schon die Ukrainer, die in ihren Schulen – so sind russische Politiker und Propagandisten überzeugt – genderneutrale Toiletten einbauten? Die russischen «Jungs» mit «Gewehren in der Hand», so sagte bereits der Sankt Petersburger Gouverneur Alexander Beglow vor wenigen Tagen und kam Putin etwas zuvor, wüssten eben, wofür sie kämpften.
In seinem Telegram-Kanal schrieb er:
«Diesen Jungs, die Toiletten in Schulen im Donbass gesehen haben, in denen es statt zwei Räume für Mädchen und Jungen drei Räume – für Mädchen, Jungen und Genderneutrale – gibt, muss nicht erklärt werden, für welche Werte wir stehen.»
Lieber eigene Klos bauen, als fremde zu zerstören
Verteidigt der russische Staat mit seinem Krieg in der Ukraine also nicht seine «von Feinden im Westen bedrohte Souveränität», wie der Kreml stets behauptet, sondern seine Toiletten «für normale Mädchen» und «normale Jungen»? «Sortir nasch» also? Das Klo ist unser?
Wofür die russischen Soldaten in der Ukraine kämpfen, das ist auch vielen in Russland immer noch nicht klar. «Vielleicht gibt es dort gar keine Faschisten», sagt so manche Frau, die allen repressiven Gesetzen zum Trotz auf die Strasse geht, um ihren mobilisierten Mann von der Front nach Hause zu holen. Es sind Menschen, die anfangen, die perfekt gemachten Propaganda-Märchen des Staates, die dieser seinem Volk täglich auftischt, plötzlich infrage zu stellen.
In den sozialen Netzwerken posten manche nach Beglows und Putins Skurrilitäten von «genderneutralen Toiletten» zigfach Bilder von windschiefen Plumpsklos, von Gruben an Feldrändern, von Schultoiletten, in denen – wie so oft in russischen Schultoiletten – extra die Türen herausgenommen sind. Einer schreibt:
«Wir haben auch drei unterschiedliche Toiletten in unserer Schule: eine für Mädchen, eine für Jungen und eine für Lehrer, genderneutral, für Männer wie Frauen.» "
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Findet ihr, bzw. eure Kinder es schwierig wegen solcher beanstandeten Toiletten Kinder gross zu ziehen und könnt ihr deshalb auch kein vernünftiges Leben führen ?
"«Also entschuldigen Sie mal, diese gemeinsamen Toiletten für Mädchen und Jungen. Solche Sachen. Es ist schwierig, unter derartigen Bedingungen Kinder grosszuziehen. Für Menschen mit normalen menschlichen Werten ist es sehr schwierig, unter solchen Bedingungen zu leben.»
Deshalb kehrten so viele Russen nun zurück, die das Land verlassen hätten, behauptet er. Mit gemeinsamen Toiletten für alle Geschlechter könnten diese laut Putin nun wirklich kein vernünftiges Leben führen.
Russland, daran lässt der Kremlherrscher bei jeder Gelegenheit keinen Zweifel aufkommen, Russland sei ein «traditionell normales» Land. Ein Land, in dem laut der staatseigenen Statistikbehörde ein Drittel der ländlichen Bevölkerung ganz «traditionell» ein Plumpsklo aus Holz im Garten stehen hat und in diesem Erdloch mit Überbauung seine Notdurft verrichtet.
Ein Land, in dem in zehn Regionen jede fünfte Schule ohne Kanalisation ist. Ein Land, in dem, wenn es denn beheizte Toiletten in den Wohnungen gibt, selten zwei pro Wohnung zu finden sind.
Was sind da schon die Ukrainer, die in ihren Schulen – so sind russische Politiker und Propagandisten überzeugt – genderneutrale Toiletten einbauten? Die russischen «Jungs» mit «Gewehren in der Hand», so sagte bereits der Sankt Petersburger Gouverneur Alexander Beglow vor wenigen Tagen und kam Putin etwas zuvor, wüssten eben, wofür sie kämpften.
In seinem Telegram-Kanal schrieb er:
«Diesen Jungs, die Toiletten in Schulen im Donbass gesehen haben, in denen es statt zwei Räume für Mädchen und Jungen drei Räume – für Mädchen, Jungen und Genderneutrale – gibt, muss nicht erklärt werden, für welche Werte wir stehen.»
Lieber eigene Klos bauen, als fremde zu zerstören
Verteidigt der russische Staat mit seinem Krieg in der Ukraine also nicht seine «von Feinden im Westen bedrohte Souveränität», wie der Kreml stets behauptet, sondern seine Toiletten «für normale Mädchen» und «normale Jungen»? «Sortir nasch» also? Das Klo ist unser?
Wofür die russischen Soldaten in der Ukraine kämpfen, das ist auch vielen in Russland immer noch nicht klar. «Vielleicht gibt es dort gar keine Faschisten», sagt so manche Frau, die allen repressiven Gesetzen zum Trotz auf die Strasse geht, um ihren mobilisierten Mann von der Front nach Hause zu holen. Es sind Menschen, die anfangen, die perfekt gemachten Propaganda-Märchen des Staates, die dieser seinem Volk täglich auftischt, plötzlich infrage zu stellen.
In den sozialen Netzwerken posten manche nach Beglows und Putins Skurrilitäten von «genderneutralen Toiletten» zigfach Bilder von windschiefen Plumpsklos, von Gruben an Feldrändern, von Schultoiletten, in denen – wie so oft in russischen Schultoiletten – extra die Türen herausgenommen sind. Einer schreibt:
«Wir haben auch drei unterschiedliche Toiletten in unserer Schule: eine für Mädchen, eine für Jungen und eine für Lehrer, genderneutral, für Männer wie Frauen.» "
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Findet ihr, bzw. eure Kinder es schwierig wegen solcher beanstandeten Toiletten Kinder gross zu ziehen und könnt ihr deshalb auch kein vernünftiges Leben führen ?