Anstehende Betriebsratswahl offenbart insgeheimen Stellenabbau in »Gigafabrik« Grünheide, fast 1.800 Jobs fallen weg
Kahlschlag herrscht auf dem Gelände des Tesla-Werks im brandenburgischen Grünheide nicht nur bezüglich des auf etlichen Hektar abgeholzten Waldes. Auch die Zahl der Beschäftigten schwindet dramatisch. Knapp 1.800 Stellen sind innerhalb von zwei Jahren verlorengegangen. Darüber berichtete zuerst das Handelsblatt am Mittwoch. Wie es zu dem Schwund kam, bleibt unklar, denn Standortchef André Thierig ließ eine entsprechende Anfrage der Zeitung unbeantwortet.
Der Rückgang der Belegschaftszahl von 12.415 im Jahr 2024 auf derzeit 10.703 wurde bei der Vorbereitung der für Anfang März terminierten Betriebsratswahl bekannt. Weltweiten Stellenabbau hatte Tesla-Konzernchef Elon Musk im April 2024 zwar angekündigt, doch nicht in dem für Grünheide bekanntgewordenen Umfang. Dort hatte Werksleiter Thierig vor zwei Jahren noch getönt, dass es keine Massenentlassungen oder betriebsbedingten Kündigungen geben werde. Die Rede war von einer Reduzierung der Leiharbeiter um 300 sowie einem Abbau von 400 Stellen über ein Freiwilligenprogramm. Noch vor einem knappen Jahr äußerte der Grünheider Tesla-Boss gegenüber dem Tagesspiegel, dass trotz rückläufiger Verkaufszahlen der teuren Elektroautomobile die Aussichten positiv seien und es keine »Planungen für Produktionsstillstände, Personalabbau oder Kurzarbeit in Grünheide« gebe. Im Herbst wiederholte Thierig in einem Schreiben an die Belegschaft die Lobeshymnen: Tesla Grünheide müsse keine schlechten Nachrichten verkünden wie andere deutsche Autobauer, bei denen Stellen wegfielen. Laut Handelsblatt waren zu dem Zeitpunkt am Standort in Brandenburg bereits rund 1.000 Arbeitsplätze abgebaut worden. Vermutlich hatte das auch mit dem deutlichen Einbruch bei Neuzulassungen 2025 zu tun.
Trotz des Stellenverlustes in Grünheide, der wohl zu einem großen Teil durch Fluktuation ohne anschließende Neubesetzungen erklärt werden könnte, blieb Standortleiter Thierig bei seiner Erzählung von der erfolgreichen »Gigafabrik«, in der die Produktion – anders als in anderen Automobilwerken – hochgefahren werde und nicht runter. Auf die Aussage der IG-Metall-Vorsitzenden Christiane Benner in einem Interview, dass Tarifverträge die Autoindustrie produktiv und erfolgreich gemacht hätten, reagierte er süffisant: Allein bei Tesla, wo man sich keinen Tarifvertrag aufzwingen lasse, sei die Welt noch in Ordnung. Auch für 2026 kündigte er eine Erhöhung der Produktionszahlen am Standort an, wodurch die Arbeitsplätze gesichert seien. Kurz darauf gab er beiläufig während einer von der Märkischen Oderzeitung veranstalteten Talkshow in Frankfurt (Oder) bekannt, dass in Grünheide nicht mehr rund 12.000, sondern um die 11.000 Beschäftigte arbeiteten.
Intern laufen derweil die Vorbereitungen der Betriebsratswahlen, die unter dem Vorzeichen des Gewerkschaftsbashings stattfinden, wie schon vor zwei Jahren. Damals hatte die IG-Metall-Liste zwar die meisten Stimmen erhalten. Doch durch den Zusammenschluss der unternehmensnahen Listen konnte dieses Lager die Betriebsratsvorsitzende bestimmen. Gegen sie hatte die IG Metall wegen Pflichtverstößen vor dem Arbeitsgericht Frankfurt (Oder) geklagt, zog zwischenzeitlich aber die Klage zurück, weil sich das Verfahren immer weiter verzögerte. Nun setzt die Gewerkschaft vor allem auf die anstehenden Wahlen. Zuvor wollten der zuständige IG-Metall-Bezirksleiter Jan Otto und gewerkschaftliche Betriebsräte ihre Positionen mit Tesla-Werksleiter Thierig bei einer Betriebsversammlung im Dezember diskutieren. Doch der erklärte, es bestehe »weder aktuell noch zukünftig ein Anlass oder ein Erfordernis für einen Dialog mit der IG Metall«. Offenkundig halte der Grünheider Tesla-Chef nichts von einer offenen Debatte und von Meinungsfreiheit am Standort, sagte darauf IG-Metall-Bezirksleiter Otto.
Möglicherweise ahne er, dass er in einer direkten Debatte mit der Gewerkschaft keine gute Figur machen würde. Denn immer größere Teile der Belegschaft würden durchschauen, dass das Schlechtreden der IG Metall und ihrer Tarifverträge keine Substanz habe. Die Gewerkschaft werde sich nicht davon abhalten lassen, die Tesla-Beschäftigten bei der Wahrnehmung ihrer Mitbestimmungsrechte nach Kräften zu unterstützen.
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Immer weniger arbeiten bei Tesla, aber auch für 2026 wird eine Erhöhung der Produktionszahlen am Standort angekündigt.
Nun wurde ja schon früher immer erzählt, dass die Wirtschaft der DDR pleite ging, weil die Arbeiter in der BRD so viel produktiver waren, während die in der DDR ja nur "beschäftigt" wurden.
Mir der Anklage von Merz, dass die deutschen Arbeitnehmer zu viel krank "feiern" würden, passt das aber auch nicht.
Immer weniger Arbeitnehmer dort, keine Tariflöhne und vermutlich, wie längst üblich, Millionengeschenke, damit die Firma kommt und auch bleibt.
Mittlerweile verkauft BYD in China mehr Autos als Tesla. Und da reden die was von Produktionserhöhungen? Stellenabbau passt da eher dazu.
Anstehende Betriebsratswahl offenbart insgeheimen Stellenabbau in »Gigafabrik« Grünheide, fast 1.800 Jobs fallen weg
Kahlschlag herrscht auf dem Gelände des Tesla-Werks im brandenburgischen Grünheide nicht nur bezüglich des auf etlichen Hektar abgeholzten Waldes. Auch die Zahl der Beschäftigten schwindet dramatisch. Knapp 1.800 Stellen sind innerhalb von zwei Jahren verlorengegangen. Darüber berichtete zuerst das Handelsblatt am Mittwoch. Wie es zu dem Schwund kam, bleibt unklar, denn Standortchef André Thierig ließ eine entsprechende Anfrage der Zeitung unbeantwortet.
Der Rückgang der Belegschaftszahl von 12.415 im Jahr 2024 auf derzeit 10.703 wurde bei der Vorbereitung der für Anfang März terminierten Betriebsratswahl bekannt. Weltweiten Stellenabbau hatte Tesla-Konzernchef Elon Musk im April 2024 zwar angekündigt, doch nicht in dem für Grünheide bekanntgewordenen Umfang. Dort hatte Werksleiter Thierig vor zwei Jahren noch getönt, dass es keine Massenentlassungen oder betriebsbedingten Kündigungen geben werde. Die Rede war von einer Reduzierung der Leiharbeiter um 300 sowie einem Abbau von 400 Stellen über ein Freiwilligenprogramm. Noch vor einem knappen Jahr äußerte der Grünheider Tesla-Boss gegenüber dem Tagesspiegel, dass trotz rückläufiger Verkaufszahlen der teuren Elektroautomobile die Aussichten positiv seien und es keine »Planungen für Produktionsstillstände, Personalabbau oder Kurzarbeit in Grünheide« gebe. Im Herbst wiederholte Thierig in einem Schreiben an die Belegschaft die Lobeshymnen: Tesla Grünheide müsse keine schlechten Nachrichten verkünden wie andere deutsche Autobauer, bei denen Stellen wegfielen. Laut Handelsblatt waren zu dem Zeitpunkt am Standort in Brandenburg bereits rund 1.000 Arbeitsplätze abgebaut worden. Vermutlich hatte das auch mit dem deutlichen Einbruch bei Neuzulassungen 2025 zu tun.
Trotz des Stellenverlustes in Grünheide, der wohl zu einem großen Teil durch Fluktuation ohne anschließende Neubesetzungen erklärt werden könnte, blieb Standortleiter Thierig bei seiner Erzählung von der erfolgreichen »Gigafabrik«, in der die Produktion – anders als in anderen Automobilwerken – hochgefahren werde und nicht runter. Auf die Aussage der IG-Metall-Vorsitzenden Christiane Benner in einem Interview, dass Tarifverträge die Autoindustrie produktiv und erfolgreich gemacht hätten, reagierte er süffisant: Allein bei Tesla, wo man sich keinen Tarifvertrag aufzwingen lasse, sei die Welt noch in Ordnung. Auch für 2026 kündigte er eine Erhöhung der Produktionszahlen am Standort an, wodurch die Arbeitsplätze gesichert seien. Kurz darauf gab er beiläufig während einer von der Märkischen Oderzeitung veranstalteten Talkshow in Frankfurt (Oder) bekannt, dass in Grünheide nicht mehr rund 12.000, sondern um die 11.000 Beschäftigte arbeiteten.
Intern laufen derweil die Vorbereitungen der Betriebsratswahlen, die unter dem Vorzeichen des Gewerkschaftsbashings stattfinden, wie schon vor zwei Jahren. Damals hatte die IG-Metall-Liste zwar die meisten Stimmen erhalten. Doch durch den Zusammenschluss der unternehmensnahen Listen konnte dieses Lager die Betriebsratsvorsitzende bestimmen. Gegen sie hatte die IG Metall wegen Pflichtverstößen vor dem Arbeitsgericht Frankfurt (Oder) geklagt, zog zwischenzeitlich aber die Klage zurück, weil sich das Verfahren immer weiter verzögerte. Nun setzt die Gewerkschaft vor allem auf die anstehenden Wahlen. Zuvor wollten der zuständige IG-Metall-Bezirksleiter Jan Otto und gewerkschaftliche Betriebsräte ihre Positionen mit Tesla-Werksleiter Thierig bei einer Betriebsversammlung im Dezember diskutieren. Doch der erklärte, es bestehe »weder aktuell noch zukünftig ein Anlass oder ein Erfordernis für einen Dialog mit der IG Metall«. Offenkundig halte der Grünheider Tesla-Chef nichts von einer offenen Debatte und von Meinungsfreiheit am Standort, sagte darauf IG-Metall-Bezirksleiter Otto.
Möglicherweise ahne er, dass er in einer direkten Debatte mit der Gewerkschaft keine gute Figur machen würde. Denn immer größere Teile der Belegschaft würden durchschauen, dass das Schlechtreden der IG Metall und ihrer Tarifverträge keine Substanz habe. Die Gewerkschaft werde sich nicht davon abhalten lassen, die Tesla-Beschäftigten bei der Wahrnehmung ihrer Mitbestimmungsrechte nach Kräften zu unterstützen.
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Immer weniger arbeiten bei Tesla, aber auch für 2026 wird eine Erhöhung der Produktionszahlen am Standort angekündigt.
Nun wurde ja schon früher immer erzählt, dass die Wirtschaft der DDR pleite ging, weil die Arbeiter in der BRD so viel produktiver waren, während die in der DDR ja nur "beschäftigt" wurden.
Mir der Anklage von Merz, dass die deutschen Arbeitnehmer zu viel krank "feiern" würden, passt das aber auch nicht.
Immer weniger Arbeitnehmer dort, keine Tariflöhne und vermutlich, wie längst üblich, Millionengeschenke, damit die Firma kommt und auch bleibt.
Mittlerweile verkauft BYD in China mehr Autos als Tesla. Und da reden die was von Produktionserhöhungen? Stellenabbau passt da eher dazu.