In den frühen 1920er Jahren versuchten die sozialdemokratisch geführten Landesregierungen ernst zu machen mit der Demokratisierung. Sie taten das unter zeitweiliger Tolerierung bzw. Mitwirkung von USPD oder DKP. Der Historiker Karsten Rudolph spricht von einem „linksrepublikanischen Projekt“. Das wurde von der Reichsregierung unter Stresemann mit Hilfe des von Präsident Ebert verfügten Ausnahmezustands abrupt beendet. Ebert ließ die in beide Länder, Thüringen und Sachsen, einmarschieren.
Eigentlich war das auch für das republikfeindliche Bayern vorgesehen, aber die Reichswehrführung unter dem Antidemokraten Hans von Seeckt (von Ebert ernannt) weigerte sich. Dort war Wilhelm Frick, 1930 der erste NSDAP-Minister in einem Reichsland, seit 1919 Chef der politischen Polizei. Er nahm als begeisterter Nazi am Hitlerputsch teil und durfte trotz Verurteilung in den bayerischen Staatsdienst zurückkehren.
Für die im Februar 1924 angesetzten Neuwahlen in Thüringen schlossen sich die bürgerlichen Parteien Thüringer Landbund, DDP, DVP und DNVP (beide antidemokratisch-monarchistisch) zum „Thüringer Ordnungsbund“ zusammen. schafften aber nicht die absolute Mehrheit. Deshalb schlossen sie ein Tolerierungsabkommen mit dem rechtsextremen „Völkisch-Sozialen-Block“, dessen antisemitischer Fraktionschef Artur Dinter schon ein Jahr später erster NSDAP-Gauleiter in Thüringen wurde. Hitler konnte dort bereits 1925 öffentlich auftreten, was ihm in anderen Reichsländern nach seiner Haftentlassung noch verboten war.
Die neue „Mehrheit“ drehte die demokratischen Reformen in Schulen, Hochschulen und Verwaltung wieder zurück: Rechtsextremisten und Kaisertreue durften weiterhin ihr Unwesen treiben. So wurde z.B. dass Bauhaus aus Weimar vertrieben.
Damals glaubten die Konservativen tatsächlich, die Nazis würden schon im Zaum gehalten werden. Aber die Machteliten und die bürgerlichen Parteien bis ins Zentrum hinein wollten der Demokratie ebenfalls den Garaus machen. Schon Heinrich Brüning wollte sowohl das Parlament entmachten als auch verhindern, dass die SPD nochmal an einer Regierung beteiligt werde. Stattdessen führte er Geheimverhandlungen mit Hitler, die an dessen Maximalforderungen scheiterten. bkw
Nach soviel gemeinsamer Geschichte eine Koalition mit dem BSW? Das ist schon sehr gewagt. Darum glaube ich daran, dass ich meine Wette gewinnen werde.
In den frühen 1920er Jahren versuchten die sozialdemokratisch geführten Landesregierungen ernst zu machen mit der Demokratisierung. Sie taten das unter zeitweiliger Tolerierung bzw. Mitwirkung von USPD oder DKP. Der Historiker Karsten Rudolph spricht von einem „linksrepublikanischen Projekt“. Das wurde von der Reichsregierung unter Stresemann mit Hilfe des von Präsident Ebert verfügten Ausnahmezustands abrupt beendet. Ebert ließ die in beide Länder, Thüringen und Sachsen, einmarschieren.
Eigentlich war das auch für das republikfeindliche Bayern vorgesehen, aber die Reichswehrführung unter dem Antidemokraten Hans von Seeckt (von Ebert ernannt) weigerte sich. Dort war Wilhelm Frick, 1930 der erste NSDAP-Minister in einem Reichsland, seit 1919 Chef der politischen Polizei. Er nahm als begeisterter Nazi am Hitlerputsch teil und durfte trotz Verurteilung in den bayerischen Staatsdienst zurückkehren.
Für die im Februar 1924 angesetzten Neuwahlen in Thüringen schlossen sich die bürgerlichen Parteien Thüringer Landbund, DDP, DVP und DNVP (beide antidemokratisch-monarchistisch) zum „Thüringer Ordnungsbund“ zusammen. schafften aber nicht die absolute Mehrheit. Deshalb schlossen sie ein Tolerierungsabkommen mit dem rechtsextremen „Völkisch-Sozialen-Block“, dessen antisemitischer Fraktionschef Artur Dinter schon ein Jahr später erster NSDAP-Gauleiter in Thüringen wurde. Hitler konnte dort bereits 1925 öffentlich auftreten, was ihm in anderen Reichsländern nach seiner Haftentlassung noch verboten war.
Die neue „Mehrheit“ drehte die demokratischen Reformen in Schulen, Hochschulen und Verwaltung wieder zurück: Rechtsextremisten und Kaisertreue durften weiterhin ihr Unwesen treiben. So wurde z.B. dass Bauhaus aus Weimar vertrieben.
Damals glaubten die Konservativen tatsächlich, die Nazis würden schon im Zaum gehalten werden. Aber die Machteliten und die bürgerlichen Parteien bis ins Zentrum hinein wollten der Demokratie ebenfalls den Garaus machen. Schon Heinrich Brüning wollte sowohl das Parlament entmachten als auch verhindern, dass die SPD nochmal an einer Regierung beteiligt werde. Stattdessen führte er Geheimverhandlungen mit Hitler, die an dessen Maximalforderungen scheiterten. bkw
Nach soviel gemeinsamer Geschichte eine Koalition mit dem BSW? Das ist schon sehr gewagt. Darum glaube ich daran, dass ich meine Wette gewinnen werde.