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„Russophobie“ hat Hochkonjunktur

Von Harvey11 08.06.2025, 15:43 – geändert 08.06.2025, 15:54

Was beinhaltet dieses Wort? Wikipedia sagt dazu: „Russophobie oder Russenfeindlichkeit ist eine ablehnende Haltung gegenüber Russland, den Russen oder der russischen Kultur.“ Blättert man in Geschichtsbüchern, findet man, da sich die negative Haltung zu den Russen – damals vorwiegend aus religiösen Gründen – bis ins 13. Jahrhundert im Kampf mit dem Deutschen Orden zurückverfolgen lässt, dass sie sich in den folgenden Jahrhunderten mit unterschiedlicher Intensität und Zielsetzung fortsetzte.
Hitler bezeichnete die Russen als „zur Selbstorganisation unfähige Untermenschen“ und warnte vor einem russischen Angriff. Auch mit dieser Behauptung begründete er u.a. den deutschen Überfall auf die Sowjetunion.
Heute soll das Gedenken an jene sowjetischen Befreier von der Nazidiktatur, die die größten Opfer gebracht haben, ausgelöscht werden. Das Zeigen von Flaggen mit „russischem Bezug“ und das Singen/Abspielen russischer Lieder am Ehrenmal in Berlin-Treptow (und nicht nur dort) wurde bei Strafe verboten. Ich frage: Wem nützt das alles? Wem nützen die neuen alten Feindbilder, wem nützt diese Russophobie?
Im Hintergrund stehen immer Machtpolitik und politische Interessen. Die antirussische Kriegshetze in der deutschen und europäischen Politik sowie in den Medien nimmt immer mehr Fahrt auf. Das Ziel: Die Bürger sollen Angst vor den Russen, vor einem russischen Angriff haben.
In der Chemnitzer Freien Presse (FT) vom 9.4.25 wird der Generalinspekteur der Bundeswehr, Carsten Breuer, mit einer extra großen Überschrift zitiert: „Ich glaube, dass sich Russland im Krieg mit uns sieht.“ Ebenso ein Beitrag vom 24.4.25 mit dem Titel: „Luftfrachtbrände: Spur zum russischen Geheimdienst“.
Objektivität vortäuschend werden Worte gewählt, wie „prüfen wollen“, „mutmaßlich“, „eventuell“ etc. Die Absicht jedoch ist unverkennbar: der Schuldige ist in jedem Fall immer Russland. Immer unverhohlener wird Hass auf dieses Land geschürt. In der Presse wird die angebliche Bedrohung durch Russland reißerisch aufgemacht, wie z.B. bei BIL „Sie plündern, vergewaltigen und foltern: So schuf Putin seine Barbaren-Armee“.
Immer unverblümter gleichen sich russophobe Äußerungen von Politikern und Medienberichte der unheilvollen Nazi-Propaganda. Hitler vor der deutschen Presse 1938: „Es ist nunmehr notwendig, das deutsche Volk psychologisch allmählich umzustellen und ihm langsam klar zu machen, dass es Dinge gibt, die, wen sie nicht mit friedlichen Mitteln durchgesetzt werden können, mit Gewalt durchgesetzt werden, …die innere Stimme des Volkes muss selbst langsam nach Gewalt zu schreien beginnen.“
Die Forderungen deutscher Politiker wie „Kriegstüchtigkeit bis 2029“, „Wehrpflicht“, „Bunkerbau für den Kriegsfall“, Maßnahmen der Bürger, um 72 Stunden überleben zu können“ etc. sowie Strack-Zimmermanns Behauptung, „Putin ist ein Mörder, der hunderte Millionen Menschen unter die Erde gebracht hat …“, sind Ausdruck dafür. Selbst in Sendungen für die Jüngsten im Kinderkanal von ARD und ZDF wird gegen Russland gehetzt und für Krieg geworben. Es wird in den Schulen kaum noch vermittelt, wie es zu den großen Kriegen gekommen ist, wer sie wie vorbereitet hat, wer die Kriegsgewinnler waren und dass das deutsche Volk jeden Krieg mit seinen Toten bezahlen musste.
Betrachtet man all das als Ganzes, so wissen die Herrschenden – nicht nur in Deutschland – sehr wohl, wie wichtig es ist, Denken und Handeln der Bevölkerung in ihrem Sinne auszurichten. Doch auch in anderen NATO-Staaten wird die Russophobie zur Meinungsmache benutzt. 2024 beispielsweise wurden in finnischen Medien Berichte veröffentlicht, wonach Russland einen Angriff auf die baltischen Staaten Finnland und Norwegen vorbereite. Detailliert wurde dabei auf „ungenannte Quellen“ und „Experten“ aus der NATO-Führung verwiesen. Deutsche und andere westliche Medien kolportierten diese wahrheitswidrige Behauptung. Pistorius erklärte beispielsweise, dass Russland „innerhalb weniger Jahre das Territorium der NATO-Länder angreifen könne“.
Das Ziel der Meldung war erreicht – zum einen die Angst vor den Russen in der Bevölkerung zu schüren, zum anderen die unermesslich steigendenden Rüstungsausgaben der NATO-Staaten zu begründen sowie letztlich „Verständnis“ für die schrumpfende Wirtschaft und den sinkenden Lebensstandard bei der Bevölkerung zu finden.
Zur „Beruhigung“ der Bürger erschien in der Freien Presse vom 18.2.25 ein Beitrag mit der Überschrift: „Mehr Rüstung bringt 200 000 Jobs“. Oder: „Rüstungskonzern übernimmt Waggonbau Görlitz“ (FP vom 6.2.25). In diesem Betrieb werden jetzt Panzerteile hergestellt, und 580 der bisher 700 Mitarbeiter werden übernommen. Voller Stolz über dieses Ergebnis äußerte sich der stellvertretende Betriebsrat des Werkes im TV. Insgesamt bewertete die IG-Metall die Übernahme durch den Rüstungskonzern als positiv, so eine Pressemitteilung.
Rüstungssparte und IG-Metall also in trauter Gemeinsamkeit, hier wie auch bei anderen Rüstungsprojekten. Maximalste Profite für die Rüstungskonzerne bringt allein schon die Vorbereitung eines Krieges, wie die Börsenzahlen von Rheinmetall beweisen.
Die Frage nach dem „Wem nützt es?“ wird nicht gestellt. (DHF)
Und in schöner Regelmäßigkeit müssen Medienvertreter und Politiker zur Münchener Sicherheitskonferenz antreten um sich anzuhören, dass sich die Lage immer weiter verschlechtert hat.
Kein Wunder, denn veranstaltet wird diese „Konferenz“ von Rüstungskonzernen.
Erschreckend ist, wie sich die Aussagen von heute mit denen aus dem Tausendjährigen Reich ähneln.
Merken die das nicht?

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