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Reisende aus Israel nicht willkommen

Von Harvey11 Mittwoch 30.07.2025, 10:36

In Griechenland gibt es wegen des Gazakrieges Proteste gegen Touristen

Erst Syros, dann Rhodos, jetzt Kreta: In Griechenland häufen sich die Proteste gegen israelische Urlauberinnen und Urlauber. Unter dem Motto „Freiheit für Palästina“ versuchen Demonstranten, Kreuzfahrtpassagiere aus Israel daran zu hindern, auf griechischen Inseln an Land zu gehen.

So begrüßten Demonstrierende die Passagiere des israelischen Kreuzfahrtschiffes „Crown Iris“ am Hafen von Agios Nikolaos auf Kreta am Dienstag mit Buhrufen, warfen Flaschen, Steine und andere Geschosse auf die Reisebusse der Israelis. Die Polizei setzte Tränengas gegen die Angreifer ein.

Erst am Montag hatten auf Rhodos etwa 300 Aktivistinnen und Aktivisten „Freiheit für Palästina“ und „Stoppt den Völkermord in Gaza“ gerufen, als Passagiere der „Crown Iris“ an Land gehen wollten. Acht festgenommene Demonstranten sollen wegen Rassismus und Gewalt gegen Polizeibeamten angeklagt werden.

Vergangene Woche hatten auf Syros Hunderte Demonstranten die Passagiere der „Crown Iris“ am Aussteigen gehindert. In einem Aufruf in den sozialen Medien schrieben die Veranstaltenden, es sei „nicht hinnehmbar, israelische Touristen willkommen zu heißen, während Palästinenser in Gaza leiden“. Infolgedessen rief der israelische Außenminister Gideon Saar seinen griechischen Kollegen Giorgos Gerapetritis an. Über den Inhalt des Gesprächs wurde nichts bekannt. Der Nationale Sicherheitsrat Israels verschärfte seine Reisewarnung für Griechenland von Stufe zwei auf vier. Israelische und jüdische Touristen sollen besondere Vorsichtsmaßnahmen ergreifen.

Die Proteste könnten die engen politischen, wirtschaftlichen und militärischen Beziehungen mit Israel belasten. Griechenland ist bei Israelis ein beliebtes Reiseziel. Im vergangenen Jahr kamen etwa 621000 Reisende. Der griechische Premier Kyriakos Mitsotakis und der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu sehen sich zudem als enge Verbündete, vor allem mit Blick auf den gemeinsamen Rivalen Türkei, dessen Staatschef im östlichen Mittelmeer zunehmend aggressiv auftritt.

Auch die Zusammenarbeit von Militär und Geheimdiensten beider Länder ist eng. Der bilaterale Handel wuchs vergangenes Jahr um 41,3 Prozent. Und während der iranischen Raketenangriffe auf Israel im Juni parkten zahlreiche israelische Flugzeuge auf griechischen Flughäfen, darunter die Regierungsmaschine von Benjamin Netanjahu in Athen.

Demonstrationen seien erlaubt, Gewalt und Blockaden nicht, sagte Bürgerschutzminister Michalis Chrysochoidis. Gesundheitsminister Adonis Georgiadis versucht, die Wogen zu glätten: „Wir schulden diesen Freunden Griechenlands eine Entschuldigung“, schrieb er auf X. Und weiter: „Wir sind ein für alle gastfreundliches Land, Antisemitismus hat hier keinen Platz.“
Frankfurter Rundschau, 30.7.2025

Macht die Tore weit auf, denn die Griechen wollen ihre dicht machen - für Touristen aus Israel.
Man weiß nicht, wen man da aussperrt. Aber verstehen kann ich die Reaktion der Griechen schon.
Wird das Schule machen?

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