In der wieder entbrannten Diskussion über längeres Arbeiten plant die Bundesregierung nach eigenen Angaben keine Anhebung des generellen Renteneintrittsalters. Der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille wies in Berlin auf eine entsprechende Festlegung im Koalitionsvertrag hin. Zur Zukunft der Rente umgesetzt werden solle ein Gesamtpaket, das unter anderem eine „Aktivrente“ vorsieht. Sie solle die Bundesbürger durch Anreize motivieren, auch länger zu arbeiten.
Äußerungen von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hatten am Wochenende eine Debatte ausgelöst. Die CDU-Politikerin hatte gesagt: „Der demografische Wandel und die weiter steigende Lebenserwartung machen es unumgänglich: Die Lebensarbeitszeit muss steigen.“ Es gelte: „Wir müssen mehr und länger arbeiten.“ Was im Koalitionsvertrag an Reformen stehe, werde auf Dauer nicht reichen, hatte Reiche hinzugefügt.
Auch Grüne und die Linke kritisierten Reiches Äußerungen: Die Ministerin beteilige sich „nahtlos an der Kampagne der Arbeitgeberseite gegen den Sozialstaat“, sagte Linken-Chefin Ines Schwerdtner. Sie warf Reiche Parteinahme für die Wirtschaft vor. „Wenn die Lobbyisten der Konzerne in der Regierung sitzen, dann kommt dabei einseitige Politik raus.“ Das sei nicht im Interesse der Mehrheit. „Nach 40 Jahren Arbeit sollte jeder eine armutsfeste Rente erhalten und nicht gezwungen werden, weiter zu arbeiten“, fügte Schwerdtner hinzu. Die Arbeit in Deutschland sei konkurrenzfähig, weil die Produktivität hoch sei und weiter steige, aber auch „weil sich alle – Konzerne und Bevölkerung– auf eine funktionierende Infrastruktur und ein soziales Sicherungsnetz verlassen können“, sagte die Linken-Chefin.
Im Koalitionsvertrag von Union und SPD heißt es: „Statt einer weiteren Erhöhung des gesetzlichen Renteneintrittsalters wollen wir mehr Flexibilität beim Übergang vom Beruf in die Rente.“ Die „Aktivrente“ solle regeln, dass man sein Gehalt bis zu 2000 Euro im Monat steuerfrei bekommt, wenn man das gesetzliche Rentenalter erreicht hat und freiwillig weiterarbeitet. Die Regelaltersgrenze für die Rente ohne Abschläge wird seit 2012 und bis 2031 schrittweise von 65 Jahren auf 67 Jahre angehoben. Dpa
Gießener Allgemeine, 29.7.2025
Da war die Lobbyisten und nebenberufliche Ministerin Reiche etwas voreilig in ihrem Bestreben, die Wünsche aus der Wirtschaft zu erfüllen.
Die Leute, um die es geht, die müssen sanft und stetig bearbeitet werden. Bis sie irgendwann sich nichts sehnlicher wünschen als gemolken zu werden. Wie beim Krieg gegen Russland. Aber da muss noch hart daran gearbeitet werden.
Die Wunschzettel der Wirtschaft sind endlos. In diesem Fall muss so gearbeitet werden, dass sich die Senioren nichts sehnlicher wünschen als länger zu arbeiten. Da darf man nicht wie eine Domina auftreten.
Jetzt sieht sich die Regierung gezwungen zu sagen: Kein späterer Renteneintritt.
Obwohl sie doch genau das will. Nee Frau Reiche, das war ein schwerer Fehler.
Sprecher bremst Wirtschaftsministerin Reiche aus
In der wieder entbrannten Diskussion über längeres Arbeiten plant die Bundesregierung nach eigenen Angaben keine Anhebung des generellen Renteneintrittsalters. Der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille wies in Berlin auf eine entsprechende Festlegung im Koalitionsvertrag hin. Zur Zukunft der Rente umgesetzt werden solle ein Gesamtpaket, das unter anderem eine „Aktivrente“ vorsieht. Sie solle die Bundesbürger durch Anreize motivieren, auch länger zu arbeiten.
Äußerungen von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hatten am Wochenende eine Debatte ausgelöst. Die CDU-Politikerin hatte gesagt: „Der demografische Wandel und die weiter steigende Lebenserwartung machen es unumgänglich: Die Lebensarbeitszeit muss steigen.“ Es gelte: „Wir müssen mehr und länger arbeiten.“ Was im Koalitionsvertrag an Reformen stehe, werde auf Dauer nicht reichen, hatte Reiche hinzugefügt.
Auch Grüne und die Linke kritisierten Reiches Äußerungen: Die Ministerin beteilige sich „nahtlos an der Kampagne der Arbeitgeberseite gegen den Sozialstaat“, sagte Linken-Chefin Ines Schwerdtner. Sie warf Reiche Parteinahme für die Wirtschaft vor. „Wenn die Lobbyisten der Konzerne in der Regierung sitzen, dann kommt dabei einseitige Politik raus.“ Das sei nicht im Interesse der Mehrheit. „Nach 40 Jahren Arbeit sollte jeder eine armutsfeste Rente erhalten und nicht gezwungen werden, weiter zu arbeiten“, fügte Schwerdtner hinzu. Die Arbeit in Deutschland sei konkurrenzfähig, weil die Produktivität hoch sei und weiter steige, aber auch „weil sich alle – Konzerne und Bevölkerung– auf eine funktionierende Infrastruktur und ein soziales Sicherungsnetz verlassen können“, sagte die Linken-Chefin.
Im Koalitionsvertrag von Union und SPD heißt es: „Statt einer weiteren Erhöhung des gesetzlichen Renteneintrittsalters wollen wir mehr Flexibilität beim Übergang vom Beruf in die Rente.“ Die „Aktivrente“ solle regeln, dass man sein Gehalt bis zu 2000 Euro im Monat steuerfrei bekommt, wenn man das gesetzliche Rentenalter erreicht hat und freiwillig weiterarbeitet. Die Regelaltersgrenze für die Rente ohne Abschläge wird seit 2012 und bis 2031 schrittweise von 65 Jahren auf 67 Jahre angehoben. Dpa
Gießener Allgemeine, 29.7.2025
Da war die Lobbyisten und nebenberufliche Ministerin Reiche etwas voreilig in ihrem Bestreben, die Wünsche aus der Wirtschaft zu erfüllen.
Die Leute, um die es geht, die müssen sanft und stetig bearbeitet werden. Bis sie irgendwann sich nichts sehnlicher wünschen als gemolken zu werden. Wie beim Krieg gegen Russland. Aber da muss noch hart daran gearbeitet werden.
Die Wunschzettel der Wirtschaft sind endlos. In diesem Fall muss so gearbeitet werden, dass sich die Senioren nichts sehnlicher wünschen als länger zu arbeiten. Da darf man nicht wie eine Domina auftreten.
Jetzt sieht sich die Regierung gezwungen zu sagen: Kein späterer Renteneintritt.
Obwohl sie doch genau das will. Nee Frau Reiche, das war ein schwerer Fehler.