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Regiert Trump auch die FIFA?

Von Harvey11 Donnerstag 23.10.2025, 17:39


Es gibt wohl nichts, wo Trump nicht den Takt und die Richtung vorgeben will.
Hier mal einen Artikel aus den kicker vom 20.10.2025, der nichts Gutes ahnen lässt (zur Erklärung, die WM 2026 findet in Mexiko und den USA statt):

Gut acht Monate noch sind es, bis am 11. Juni 2026 Im Aztekenstadion von Mexiko-Stadt die Weltmeisterschaft 2026 offiziell eröffnet wird. Dass sich das mit Gewissheit sagen lässt, hat die Welt dem einigermaßen glücklichen Umstand zu verdanken, dass US-Präsident Donald Trump den Mexikanern den Golf aberkannt hat, indem er mit seinem dicken Filzstift eines seiner berüchtigten Dekrete unterschrieben hat.
Die Kontrolle über den südlichen Nachbarn hat er jedoch noch nicht übernommen. Wer weiß, vielleicht würde er sich sonst noch einmal überlegen, ob das Stadion, in dem Maradona einst die Hand Gottes an den Ball brachte, „great“ genug wäre, das erste Spiel der auf 48 Teams ausgeweiteten WM auszurichten. Bei jenen Gastgeberstädten in den USA, die demokratisch regiert werden, hat er bereits erste Zweifel artikuliert, ob sie geeignet seien. In Richtung Boston sprach Trump zuletzt unverblümt die Drohung aus, der Stadt die geplanten WM-Spiele wegzunehmen. Auch Los Angeles darf sich aktuell nicht allzu sicher fühlen, schickte Trump hier doch schon einmal Truppen hin, um vermeintlich „für Ordnung“ zu sorgen. Dabei ist einigermaßen unstrittig: Die Gründe, aus denen der US-Präsident seine Drohungen ausspricht, sind nur vorgeschoben, um seine Agenda durchzudrücken.
Angeblich sei die Sicherheitslage in Boston „unzureichend“, flötete er. Dabei dürfte es Trump einzig und allein darum gehen, mithilfe der Nationalgarde bei Demokraten unliebsame Maßnahmen durchzudrücken, die von Gerichten nur schwer rückgängig gemacht werden können. Denn wer bei einer der überfallartigen Razzien in die Fänge der rabiaten Einwanderungsbehörde ICE geraten ist und anschließend abgeschoben wurde, ist erst einmal weg – und kommt so schnell nicht wieder. Nun ließe sich in einer auf Normen und Werten basierten Welt argumentieren, die FIFA-Statuten verböten doch, dass sich Regierungen in die Angelegenheiten der Fußballverbände einzumischen. Doch wer denkt, dass Trump sich daran hält, der glaubt vermutlich auch, Joe Biden sei im Jahr 2020 durch einen Klon ersetzt worden – wie es Trump einmal über seinen Vorgänger hinausposaunte. Von FIFA-Boss Gianni Infantino jedenfalls sollte man nicht erwarten, dass er sich gegen Trump auflehnt. Der Weltverband signalisierte bereits, sich nicht querzustellen.
Infantino herrscht über die FIFA ganz ähnlich wie Trump über die USA. Sein Wort ist Gesetz. Beide verbindet denn auch eine auf Machtmechanismen fußende Männerfreundschaft, die sich jüngst darin zeigte, dass Infantino Trump zum Israel-Gaza-Friedenschluss nach Ägypten begleitete. Immer wieder umgarnt zudem der eine (Infantino) den anderen (Trump) mit Schmeicheleien, die eines erwachsenen Mannes eigentlich unwürdig sein sollten – angeblich im Sinne des Fußballs. Wo das noch enden soll? Da, wo die FIFA Trump keine Grenzen setzt, sind auch der Fantasie keine gesetzt. Und das ist hier definitiv keine gute Nachricht.
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Wer von den nationalen Verbänden oder auch Spieler hat das Rückgrat, sich dagegen auszusprechen und abzusagen? Ich vermute keiner. Dann los mit den Trump-Games.

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