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Planet im Hitzestress

Von Harvey11 Mittwoch 16.04.2025, 12:01 – geändert Mittwoch 16.04.2025, 12:08

Copernicus veröffentlicht 2024-Report für Europa: Hitzeanstieg, mehr Überschwemmungen, Ost-West-Gegensatz
Mit dem Fieber steigt nicht nur die Temperatur. Es bringt ein Bündel von Ungelegenheiten mit sich, der Körper gerät aus den Fugen. Wie der Erdball. Globale Erwärmung bedeutet mehr als bloß Abschmelzen kontinentalen Eises, kurze Hosen im März und Riesling ohne Säure. Die Permafrostböden in Alaska drohen Methan freizusetzen, was den ohnehin galoppierenden Treibhauseffekt weiteren Schub gäbe. Kippunkte kippen, das Geosystem gerät aus dem Gleichgewicht. Nicht einfach wärmer, nicht einfach trockener wird es, wärmeres Klima führt zu extremem Wetter. Viel zu viel Hitze, abgelöst von viel zu viel Kälte. Anstelle relativ gleichmäßigen Niederschlags über das Jahr hinweg wechseln sich viel zu lange Trocken- und viel zu lange Regenperioden ab. Den menschengemachten Klimawandel haben wir bewältigt. Der klimagemachte Menschenwandel steht aus. Die sogenannte Staatengemeinschaft reagiert auf den Klimawandel mit Klimahandel.

Da gibt es aber ein Problem. Die irre Politik des Neoliberalismus hat die Länder verarmen lassen.
Jetzt fehlt für geeignete Maßnahmen das Geld.-- Denn das wird für den Krieg gebraucht. Die Einflüsterer aus der Wirtschaft werden auch nicht müde, in Berlin für die Verschonung ihrer Unternehmen vor irgendwelchen Belastungen zu werben. Bisher sehr erfolgreich.

Schön, Europa kann mit seinem Anteil am globalen CO2-Ausstoß von unter sieben Prozent die Welt nicht im Alleingang retten. Das ist richtig und doch falsch zugleich. Die EU darf sich nicht am Trumpschen Ökodumping orientieren, sie muss die Märkte der Zukunft ansteuern, die im Energiesektor von Energieeffizienz, Erneuerbare und Elektromobilität geprägt sein werden.
Vorreiter zu sein oder zu ihnen aufzuschließen, lohnt sich, wie die Geschichte der Photovoltaik zeigt. Gegen das Dumping hat die EU ein Mittel in petto, eine Art Öko-Zoll für klimaschädlich hergestellte Importe, das CO2-Grenzausgleichsystem, genannt CBAM. Sie muss es konsequent anwenden.

Die verheerenden Überschwemmungen etwa, die im Herbst Osteuropa und dann Spaniens Westen heimsuchten und dort viele Tote und zig Milliarden Euro an Schadenskosten verursachten, haben die nicht direkt Betroffenen längst vergessen. Dasselbe gilt für die Rekord-Hitzeperioden, die 2024 vor allem in Südosteuropa auftraten und das Leben der Menschen dort fast unerträglich machten. Dabei ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass die globale Erwärmung diese Extremwetter-Ereignisse zumindest deutlich verschärft hat.
Das alles geschieht bereits in einem Klima, dass sich „nur“ um gut 1,5 Grad erwärmt hat. Derzeit steuert die Welt auf ein Temperaturplus von drei Grad zu, und dabei werden die Veränderungen nicht einfach nur linear zunehmen. Bestimmte, bereits gefährdete Ökosysteme können plötzlich zusammenbrechen, was bedeutet, dass ganze Regionen unbewohnbar werden.
Bisher macht man aber nichts, außer der Opfer zu gedenken und Spenden sammeln für die Schäden.


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