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Nicht von der Hand zu weisen -

Von Feierabend-Mitglied Donnerstag 07.04.2022, 22:48

die Sichtweise eines Kommentators in meiner Tageszeitung
( noz v. 07.04.)

Auszug:
"Ebenso wie sich McDonald’s aus Russland zurückzieht, schwindet die politische Vorbildrolle der USA.

Vielmehr entsteht eine Welt mit mehreren Machtzentren und sehr verschiedenen Wertesystemen, die nach Toleranz und Balance verlangen, nicht nach Dominanz.

Die Russen sehen und beschreiben dies sehr genau, auch wenn man in Washington und Brüssel den Anschein einer geeinten globalen Allianz zu erwecken versucht. Die gibt es so nicht.

Nicht einmal funktioniert die Erzählung, dass sich in der Russland-Politik eine Art Systemringen autokratischer Regime mit aufgeklärten Staaten widerspiegele.
*Mit Indien
hält sich die größte Demokratie der Erde aus der Anti-Russland-Front raus. Europäische Demokratien wie *Ungarn und Serbien scheren ebenfalls aus.
*Südafrika und Brasilien zeigen sich ebenso wenig gewillt, den USA und der EU in ihrer harten Haltung zu folgen, wie das ebenfalls demokratische
* Indonesien. Es will seine wirtschaftlichen Verbindungen zu Russland sogar ausbauen.
* Da ist die Türkei. Obgleich Nato-Mitglied, zieht sie bei den Russland-Sanktionen nicht mit.
Da ist der arabische Raum von
* Marokko bis zu den Emiraten. Er will sich vom Westen nichts vorschreiben lassen. Wer den USA die Stirn bietet, erntet Anerkennung. * Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman hatte schon vor dem Krieg wissen lassen, es sei ihm egal, was US-Präsident Joe Biden von ihm hält. Dementsprechend verhält er sich.
*Auch Israel unterstützt den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj kaum; einen Juden.
*Nicht einmal der Vatikan will in die absolute Verdammung Russlands einstimmen. Er ruft konsequent zum schnellstmöglichen Ende des Krieges auf, nicht zum blutigen Kampf für die Freiheit.
* Das militärisch starke Pakistan, das riesige und rohstoffreiche Kasachstan sowie andere zentralasiatische Staaten sind für Russland relevante Nachbarn, die mehr oder weniger zu ihm halten, ebenso wie die Gegnerschaft zu den USA für gemeinsame Interessen mit dem Iran sorgt.
*Und vor allem ist da China. Wirtschaftlich hilft die Regierung in Peking Russland bei der Stabilisierung massiv. Bei Rohstoffen und Finanzen wächst die Nähe rasant. Kritische Hinweise auf westliche Doppelmoral sind an der Tagesordnung; meistens treffen sie zu. An genau dem Tag, an dem Biden Ministerpräsident Xi Linping unlängst per Video ins Gewissen redete, ließen mehrere Spitzenvertreter der chinesischen Regierung ihre Millionen Follower in den sozialen Netzen wissen, dass Russland keinesfalls isoliert sei.

Sie posteten eine Weltkarte, die jene Länder zeigte, die zur „Internationalen Gemeinschaft“ zählten, von der der Westen so gerne rede.
Die Karte war einigermaßen leer."

(Von Burkhard Ewert)

Wer will leugnen, dass uns gewaltige Umbrüche bevorstehen und
dass der Kampf um die Vormachtsstellung ein schmutziger sein wird.

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