Nicht Durchbruch z. Frieden sondern grossen Krieg?
Von Feierabend-Mitglied
Freitag 14.02.2025, 09:44 – geändert Freitag 14.02.2025, 09:45
Dieses Interview mit Gressel möchte ich zur Diskussion stellen, da sich seine Beurteilung der Situation bezüglich Ukraine/Europa/Trump etc. von anderen Vermutungen, Einschätzungen und Spekulationen unterscheidet. Ich bitte zu differenzieren, dass es sich um seine Meinungsäusserung handelt und nicht meine Behauptungen.
Zur Person, was am Ende des Artikels steht: Gustav Gressel ist Experte für Sicherheitspolitik, Militärstrategien und internationale Beziehungen. Er absolvierte eine Offiziersausbildung und studierte Politikwissenschaft an der Universität Salzburg. Schwerpunktmäßig befasst sich Gressel mit Osteuropa, Russland und der Außenpolitik bei Großmächten.
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"Putin und Trump haben sich nach einem Telefonat auf sofortige Verhandlungen über ein Ende des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine geeinigt. Militärexperte Gustav Gressel sieht damit einen Krieg in Europa nahezu unausweichlich kommen – und hat einen dringenden Rat an die deutschen Entscheidungsträger.
US-Präsident Trump und Kreml-Chef Putin haben telefoniert und sich offenbar auf sofortige Verhandlungen zum Ukraine-Krieg geeinigt. Was bedeutet das jetzt militärisch – ist das der Durchbruch zum Frieden?
Gustav Gressel: Das ist nicht der Durchbruch zum großen Frieden, das ist der Durchbruch zum großen Krieg. Jetzt ist es sicher, wirklich sicher, dass es kein auf die Ukraine begrenzter Krieg bleiben wird. Wir werden in den nächsten Jahren, wenn nicht Monaten, einen Großkrieg um Europa haben.
Was bringt Sie zu dieser Einschätzung?
Die Ukraine wird unter den Bus geschmissen. Jeder Waffenstillstand, von dem Trump schwafelt, wird nicht lange halten, ohne amerikanische Waffenunterstützung.
Die USA haben gestern in Brüssel deutlich gemacht, dass sie Zugeständnisse von Kiew erwarten – einen Verzicht auf einen Nato-Beitritt. Außerdem sollen die Europäer die Ukraine weitgehend alleine unterstützen und einen Frieden militärisch absichern - ohne amerikanische Truppen.
Russland wird diesen Waffenstillstand nicht ernst nehmen und binnen kürzester Zeit brechen. Das ist für Russland jetzt die Schaffung von Voraussetzungen für einen günstigeren Fortsetzungskrieg, zu besseren Bedingungen, als es diesen Krieg führen kann. Und das hat Putin mit seinem Telefonat erreicht, indem er Trump geschmeichelt hat und Trump hinters Licht geführt hat.
Was wird Putin von Trump wohl verlangt haben?
Trump ist ein extrem begrenzter, primitiver Idiot und dementsprechend ist er Putin voll auf den Leim gegangen. Putin wird ihm persönlich geschmeichelt haben, das sieht man auch an Trumps Aussagen über die glorreiche Vergangenheit. Der gefuchste KGBler hat den Volksschüler Trump aufs Parkett geführt und ist mit ihm Schlitten gefahren.
Und jetzt?
Das kriegt man jetzt, da die Europäer nicht in der vollen Rüstungsproduktion sind – außer in der Artilleriemunitionsproduktion – schwer wieder eingefangen. Im Grunde wäre die einzige rationale Art, dem zu begegnen, sofort aus dem Nichtverbreitungsvertrag auszusteigen.
"Die Amerikaner benutzen ihr nukleares Privileg, um jetzt einfach Erpressungen zu fahren."
Sie sprechen vom Atomwaffensperrvertrag, in dem sich die Kernwaffenstaaten auf das Ziel vollständiger nuklearer Abrüstung verpflichten und die Nichtkernwaffenstaaten auf den Verzicht von Nuklearwaffen.
Wir sehen, dass die Nuklearmächte, sowohl Russland als auch die USA, ihre Verpflichtungen im Nichtverbreitungsvertrag absolut nicht erfüllt haben. Denn diese Verpflichtungen gelten auch für die Sicherheit der übrigen Staaten nach UN-Charta. Das hat Russland schon gebrochen und die Amerikaner verteidigen es nicht. Im Gegenteil: Die Amerikaner benutzen ihr nukleares Privileg, um jetzt einfach Erpressungen zu fahren.
Was müsste Europa jetzt tun?
Wenn wir alle in ein europäisches oder deutsches Nuklearwaffenprogramm einzahlen, kommen wir auch auf die Trump-Forderung von 5 Prozent. Das ist aus meiner Sicht die einzige Art und Weise, die europäische Unabhängigkeit und Sicherheit zu bewahren. Wir müssen uns im Klaren sein: Russland geht es nicht um die Ukraine, Russland geht es darum, Europa zu beherrschen. Die Vernichtung der Ukraine ist die Vorbedingung, Europa zu beherrschen – und die wird es jetzt erreichen. Für die deutsche Sicherheit ist es im Grunde unumgänglich, dass man aus dem Nichtverbreitungsvertrag aussteigt und sich nuklear bewaffnet.
Damit könnte man einen Großkrieg noch abwenden?
Wir brauchen jetzt eine nukleare Abschreckung, die die Russen zurückweisen kann. Die Frage ist, ob wir überhaupt die Zeit haben bis zum großen europäischen Krieg. Selbst, wenn wir jetzt die 5 Prozent investieren. Aber wir sollten zumindest versuchen, diesen großen europäischen Krieg noch aus eigener Kraft abzuwenden. Ob sich das überhaupt machen lässt, ist fraglich. Das hängt natürlich mit den Versäumnissen der Europäer in den letzten 30 Jahren zusammen. Aber da zeigt der Zeiger hin."
Dieses Interview mit Gressel möchte ich zur Diskussion stellen, da sich seine Beurteilung der Situation bezüglich Ukraine/Europa/Trump etc. von anderen Vermutungen, Einschätzungen und Spekulationen unterscheidet. Ich bitte zu differenzieren, dass es sich um seine Meinungsäusserung handelt und nicht meine Behauptungen.
as ist der Durchbruch zum großen Krieg"
Zur Person, was am Ende des Artikels steht: Gustav Gressel ist Experte für Sicherheitspolitik, Militärstrategien und internationale Beziehungen. Er absolvierte eine Offiziersausbildung und studierte Politikwissenschaft an der Universität Salzburg. Schwerpunktmäßig befasst sich Gressel mit Osteuropa, Russland und der Außenpolitik bei Großmächten.
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"Putin und Trump haben sich nach einem Telefonat auf sofortige Verhandlungen über ein Ende des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine geeinigt. Militärexperte Gustav Gressel sieht damit einen Krieg in Europa nahezu unausweichlich kommen – und hat einen dringenden Rat an die deutschen Entscheidungsträger.
US-Präsident Trump und Kreml-Chef Putin haben telefoniert und sich offenbar auf sofortige Verhandlungen zum Ukraine-Krieg geeinigt. Was bedeutet das jetzt militärisch – ist das der Durchbruch zum Frieden?
Gustav Gressel: Das ist nicht der Durchbruch zum großen Frieden, das ist der Durchbruch zum großen Krieg. Jetzt ist es sicher, wirklich sicher, dass es kein auf die Ukraine begrenzter Krieg bleiben wird. Wir werden in den nächsten Jahren, wenn nicht Monaten, einen Großkrieg um Europa haben.
Was bringt Sie zu dieser Einschätzung?
Die Ukraine wird unter den Bus geschmissen. Jeder Waffenstillstand, von dem Trump schwafelt, wird nicht lange halten, ohne amerikanische Waffenunterstützung.
Die USA haben gestern in Brüssel deutlich gemacht, dass sie Zugeständnisse von Kiew erwarten – einen Verzicht auf einen Nato-Beitritt. Außerdem sollen die Europäer die Ukraine weitgehend alleine unterstützen und einen Frieden militärisch absichern - ohne amerikanische Truppen.
Russland wird diesen Waffenstillstand nicht ernst nehmen und binnen kürzester Zeit brechen. Das ist für Russland jetzt die Schaffung von Voraussetzungen für einen günstigeren Fortsetzungskrieg, zu besseren Bedingungen, als es diesen Krieg führen kann. Und das hat Putin mit seinem Telefonat erreicht, indem er Trump geschmeichelt hat und Trump hinters Licht geführt hat.
Was wird Putin von Trump wohl verlangt haben?
Trump ist ein extrem begrenzter, primitiver Idiot und dementsprechend ist er Putin voll auf den Leim gegangen. Putin wird ihm persönlich geschmeichelt haben, das sieht man auch an Trumps Aussagen über die glorreiche Vergangenheit. Der gefuchste KGBler hat den Volksschüler Trump aufs Parkett geführt und ist mit ihm Schlitten gefahren.
Und jetzt?
Das kriegt man jetzt, da die Europäer nicht in der vollen Rüstungsproduktion sind – außer in der Artilleriemunitionsproduktion – schwer wieder eingefangen. Im Grunde wäre die einzige rationale Art, dem zu begegnen, sofort aus dem Nichtverbreitungsvertrag auszusteigen.
"Die Amerikaner benutzen ihr nukleares Privileg, um jetzt einfach Erpressungen zu fahren."
Sie sprechen vom Atomwaffensperrvertrag, in dem sich die Kernwaffenstaaten auf das Ziel vollständiger nuklearer Abrüstung verpflichten und die Nichtkernwaffenstaaten auf den Verzicht von Nuklearwaffen.
Wir sehen, dass die Nuklearmächte, sowohl Russland als auch die USA, ihre Verpflichtungen im Nichtverbreitungsvertrag absolut nicht erfüllt haben. Denn diese Verpflichtungen gelten auch für die Sicherheit der übrigen Staaten nach UN-Charta. Das hat Russland schon gebrochen und die Amerikaner verteidigen es nicht. Im Gegenteil: Die Amerikaner benutzen ihr nukleares Privileg, um jetzt einfach Erpressungen zu fahren.
Was müsste Europa jetzt tun?
Wenn wir alle in ein europäisches oder deutsches Nuklearwaffenprogramm einzahlen, kommen wir auch auf die Trump-Forderung von 5 Prozent. Das ist aus meiner Sicht die einzige Art und Weise, die europäische Unabhängigkeit und Sicherheit zu bewahren. Wir müssen uns im Klaren sein: Russland geht es nicht um die Ukraine, Russland geht es darum, Europa zu beherrschen. Die Vernichtung der Ukraine ist die Vorbedingung, Europa zu beherrschen – und die wird es jetzt erreichen. Für die deutsche Sicherheit ist es im Grunde unumgänglich, dass man aus dem Nichtverbreitungsvertrag aussteigt und sich nuklear bewaffnet.
Damit könnte man einen Großkrieg noch abwenden?
Wir brauchen jetzt eine nukleare Abschreckung, die die Russen zurückweisen kann. Die Frage ist, ob wir überhaupt die Zeit haben bis zum großen europäischen Krieg. Selbst, wenn wir jetzt die 5 Prozent investieren. Aber wir sollten zumindest versuchen, diesen großen europäischen Krieg noch aus eigener Kraft abzuwenden. Ob sich das überhaupt machen lässt, ist fraglich. Das hängt natürlich mit den Versäumnissen der Europäer in den letzten 30 Jahren zusammen. Aber da zeigt der Zeiger hin."
Militärexperte: "
Putin und Trump haben sich nach einem Telefonat auf sofortige Verhandlungen über ein Ende des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine geeinigt. Militärexperte Gustav Gressel sieht damit einen Krieg in Europa nahezu unausweichlich kommen – und hat einen dringenden Rat an die deutschen Entscheidungsträger.web.de