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Nachdenklich stimmender Leserbrief

Von Feierabend-Mitglied Freitag 24.10.2025, 14:27

"Immer wieder erschreckt es mich, wie intensiv derzeit die Zeichen auf Krieg gestellt werden [...] und wie wenig darauf geachtet wird, dass und wie auch unsere Art der Kommunikation die Gefahr mit heraufbeschwört, vor der gewarnt wird. Seit dem Angriff auf die Ukraine folgen wir einer kollektiven ,Kriegslogik’.
Einseitig wird die Notwendigkeit eigener Rüstung betont, ohne diese Schritte gleichzeitig durch intensive Kommunikation zu begleiten, durch die das Risiko von Missverständnissen und damit Kriegsgefahr begrenzt wird. Schon vorsichtige Zeichen von Verständigungsbereitschaft werden als Schwäche ausgelegt.

Eskalation der eigentliche ,Feind’

Was hätte es uns zum Beispiel geschadet, angesichts der Feiern zum 3. Oktober von verantwortlicher Stelle deutlich zu sagen, wie dankbar wir Deutschen dem russischen Volk sind, dass uns auch von dieser Seite aus die Wiedervereinigung ermöglicht wurde, wie groß unser Interesse ist, in eine gute Beziehung zu den Menschen in Russland zurückzukommen [...]? Stattdessen wird ein Europa beschworen, das sich gegen Russland zusammenschließen müsse, das damit die Menschen dieses Landes explizit ausschließt und so zu Feinden macht.
Eine Friedenslogik würde neben notwendigen Aufrüstungsschritten immer wieder unmissverständliche kommunikative Signale senden, die es der anderen Seite erschweren, diese als Bedrohung wahrzunehmen.
Es gilt zu erkennen, dass der eigentliche ,Feind’ die Eskalation ist – und diese beginnt in der Kommunikation und setzt sich langsam, aber stetig, [...] fort. Ohne eine klare Kommunikationsstrategie folgen wir wie die Schlafwandler der Logik des Krieges.“
Universitäts-Professor Dr. phil. Arist von Schlippe, Osnabrück

aus meiner Tageszeitung
( noz, 23.10.2025)

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