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Musk und Meloni verstehen sich gut

Von Feierabend-Mitglied Donnerstag 14.11.2024, 11:34

Nicht uninteressant bei dem Hintergrund, dass Musk nun wohl auch in der USA-Politik mitmischen wird und wohl auch gerne darüber hinaus Einfluss nehmen will, nicht nur aus kommerziellen Interessen. Und für Vermehrung, die ihm am Herzen liegt, sorgt er ebenfalls, mit inzwischen 11 Kindern. Dazu ein interessanter Artikel:

""These judges need to go" – diese Richter müssen gehen: Diese dezidierte Meinung hat Elon Musk seiner Social-Media-Plattform X anvertraut, nachdem ein Römer Gericht am Montag die Verlegung von sieben Migranten von Albanien nach Italien und deren anschließende Freilassung angeordnet hatte. Der in die USA eingewanderte Südafrikaner Musk findet großen Gefallen an den extraterritorialen Abschiebelagern für unerwünschte Einwanderer, die Italien im Oktober in Albanien in Betrieb genommen hat. Unlängst hatte sich Musk auch schon für Lega-Chef und Vizepremier Matteo Salvini starkgemacht, dem in Palermo wegen seiner "Politik der geschlossenen Häfen" in den Jahren 2018 und 2019 der Prozess gemacht wird. Wenn schon, dann müssten die Richter von Palermo in den Knast gehen und nicht der ehemalige Innenminister, ließ Musk verlauten.

Die italienische Opposition empfindet Musks Einlassungen auf X als unzulässige Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Landes. Die Richtergewerkschaft sieht – etwas übertreibend – sogar die Souveränität und die Sicherheit Italiens bedroht. Regierungschefin Giorgia Meloni dagegen schweigt, und das liegt daran, dass sie mit Musk eine große politische Nähe und gleichzeitig eine gegenseitige persönliche Sympathie verbindet. Vor einem Jahr hatte sie den Tech-Unternehmer zu dem Parteifest ihrer Fratelli d'Italia eingeladen, im September revanchierte sich Musk bei der Verleihung des Global Citizen Awards in New York an Meloni mit großen Komplimenten: "Authentisch, ehrlich und besonnen" sei die italienische Ministerpräsidentin, und "innerlich noch schöner als äußerlich". Die Harmonie war so groß, dass Beobachter dem Duo M-elon-i ein heimliches Techtelmechtel andichteten.

Das gute Einvernehmen vermögen auch kleinere ideologische Differenzen nicht ernsthaft zu trüben. So hat die Regierung Meloni vor kurzem ein Gesetz erlassen, das Leihmutterschaften zum Universaldelikt erklärt, also zu einem Verbrechen, das auch dann mit hohen Bußen oder Haft bestraft werden kann, wenn es im Ausland begangen wird. Künftig müsste Meloni ihren "amico" Musk deswegen eigentlich verhaften lassen, wenn er Italien besucht, denn Musks Tochter Exa Dark Sideræl ist von einer Leihmutter zur Welt gebracht worden. Die Vermehrung der menschlichen Art ist ein zentrales Anliegen von Musk, der stolzer Vater von elf Kindern ist, darunter ein Sohn mit dem ebenfalls interessanten Namen X Æ A-Xii. Deswegen bereitet Musk, wie auch Meloni, die niedrige Geburtenrate in Italien nicht geringe Sorgen: "Wenn es so weitergeht, werden die Italiener noch aussterben", prophezeit er.

Kommerzielle Interessen
Aber natürlich ist Musk nicht nur wegen seiner persönlichen Zuneigung zu Giorgia Meloni mit Italien verbunden. Der Eigentümer von Tesla, Starlink und Space X hat auch kommerzielle Interessen im Belpaese. Bei seinen Besuchen in Rom hat ihm Meloni die Türen zu diversen Ministerien geöffnet, mit denen er gerne ins Geschäft kommen möchte. So bietet er für italienische Regionen, die nur schlecht mit Internet versorgt sind, die Dienste seiner Starlink-Satelliten an. Diese könnten außerdem für das Militär und die öffentliche Verwaltung als Backup dienen, falls das eigene terrestrische Netz einmal ausfallen sollte. Das Ganze wäre dem Vernehmen nach zu einem Freundschaftspreis von 1,5 Milliarden US-Dollar für fünf Jahre zu haben. Ganz gerne würde Musk in Italien auch eine Giga Factory für Tesla-Trucks bauen, falls ihm die Regierung die entsprechenden fiskalischen Bedingungen böte.

Elon Musk denkt eben gerne in großen Maßstäben, und es ist anzunehmen, dass er nun, da er schon bald Donald Trumps Department für Regierungseffizienz leiten wird, den Globus und die Nationen noch vermehrt an seinen Gedankengängen wird teilhaben lassen. Kleingeister wie die italienische Opposition oder Olaf Scholz, den er nach der Entlassung von Finanzminister Christian Lindner auf X als "Dummkopf" bezeichnete, werden sich daran gewöhnen müssen. Und die Medien werden wohl früher oder später für die täglichen Einlassungen Musks eine neue Rubrik einführen müssen: "Elon erklärt die Welt". (Dominik Straub aus Rom, 13.11.2024)


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