Von Harvey11
Mittwoch 05.03.2025, 09:40 – geändert Mittwoch 05.03.2025, 09:44
»Die Jugendoffiziere verstoßen dagegen«
Auftritte von Bundeswehr-Angehörigen in Klassenzimmern laufen Beutelsbacher Konsens für Unterricht zuwider. Ein Gespräch mit Max Meurer
Es gibt diese Szenen in alten Filmen, es gibt sie auch in alten Gedichten.
Lehrer, die ihre Schüler von glorreichen Siege vorschwärmen und stolz darauf sind, dass sich ihre komplette Klasse zum Kriegsdienst meldet.
Stimmen aus dem Massengrab – Erich Kästner
Da liegen wir und gingen längst in Stücken.
Ihr kommt vorbei und denkt: sie schlafen fest.
Wir aber liegen schlaflos auf dem Rücken,
weil uns die Angst um Euch nicht schlafen lässt.
Wir haben Dreck im Mund. Wir müssen schweigen.
Und möchten schreien, bis das Grab zerbricht!
Und möchten schreiend aus den Gräbern steigen!
Wir haben Dreck im Mund. Ihr hört uns nicht.
Ihr hört nur auf das Plaudern der Pastoren,
wenn sie mit ihrem Chef vertraulich tun.
Ihr lieber Gott hat einen Krieg verloren
und lässt euch sagen: Lasst die Toten ruh'n!
Ihr dürft die Angestellten Gottes loben.
Sie sprachen schön am Massengrab von Pflicht.
Wir lagen unten, und sie standen oben.
„Das Leben ist der Güter höchstes nicht.“
Da liegen wir, den toten Mund voll Dreck.
Und es kam anders, als wir sterbend dachten.
Wir starben. Doch wir starben ohne Zweck.
Ihr lasst Euch morgen, wie wir gestern, schlachten.
Vier Jahre Mord, und dann ein schön Geläute!
Ihr geht vorbei und denkt: sie schlafen fest.
Vier Jahre Mord, und ein paar Kränze heute.
Verlasst Euch nie auf Gott und seine Leute!
Verdammt, wenn ihr das je vergeßt!
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»Die Jugendoffiziere verstoßen dagegen«
Auftritte von Bundeswehr-Angehörigen in Klassenzimmern laufen Beutelsbacher Konsens für Unterricht zuwider. Ein Gespräch mit Max Meurer
Es gibt diese Szenen in alten Filmen, es gibt sie auch in alten Gedichten.
Lehrer, die ihre Schüler von glorreichen Siege vorschwärmen und stolz darauf sind, dass sich ihre komplette Klasse zum Kriegsdienst meldet.
Stimmen aus dem Massengrab – Erich Kästner
Da liegen wir und gingen längst in Stücken.
Ihr kommt vorbei und denkt: sie schlafen fest.
Wir aber liegen schlaflos auf dem Rücken,
weil uns die Angst um Euch nicht schlafen lässt.
Wir haben Dreck im Mund. Wir müssen schweigen.
Und möchten schreien, bis das Grab zerbricht!
Und möchten schreiend aus den Gräbern steigen!
Wir haben Dreck im Mund. Ihr hört uns nicht.
Ihr hört nur auf das Plaudern der Pastoren,
wenn sie mit ihrem Chef vertraulich tun.
Ihr lieber Gott hat einen Krieg verloren
und lässt euch sagen: Lasst die Toten ruh'n!
Ihr dürft die Angestellten Gottes loben.
Sie sprachen schön am Massengrab von Pflicht.
Wir lagen unten, und sie standen oben.
„Das Leben ist der Güter höchstes nicht.“
Da liegen wir, den toten Mund voll Dreck.
Und es kam anders, als wir sterbend dachten.
Wir starben. Doch wir starben ohne Zweck.
Ihr lasst Euch morgen, wie wir gestern, schlachten.
Vier Jahre Mord, und dann ein schön Geläute!
Ihr geht vorbei und denkt: sie schlafen fest.
Vier Jahre Mord, und ein paar Kränze heute.
Verlasst Euch nie auf Gott und seine Leute!
Verdammt, wenn ihr das je vergeßt!
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