»Die Junge Union war lange eine Machtbasis von Friedrich Merz. Im Konflikt um das Rentenpaket deutet sich aber eine zunehmende Distanz an. Was steckt dahinter?
Schon der Ort steht für Nervenkitzel: Der Europapark Rust lockt Besucher mit 14 Achterbahnen, verspricht den "Adrenalin-Kick" und "enorme Fliehkräfte". Wer das sucht, könnte an diesem Wochenende auch am Boden fündig werden, denn die Junge Union (JU) kommt im baden-württembergischen Rust zu ihrem Deutschland-Tag zusammen - und ist so stark wie selten zuvor auf Konfrontation mit Kanzler und CDU-Parteichef Friedrich Merz aus.
Der Leitantrag für das JU-Treffen liest sich wie eine Abrechnung mit der Bundesregierung, die zögerlich und mutlos sei. Gefordert wird ein "Neuer Generationenvertrag für Deutschland", denn das, was die schwarz-rote Koalition in den Sozialsystemen plane, sei "eine schwere Hypothek" für die Jüngeren.
Vor allem das Rentenpaket der Koalition sorgt seit Wochen für Unmut bei jungen Unionern. Die Pläne führten zu "Mehrkosten in Höhe von über 200 Milliarden Euro bis 2040", kritisiert der Leitantrag. Die Höhe der Rente müsse stattdessen stärker daran angepasst werden, wie viele Beitragszahler es überhaupt gibt. Dass das schwarz-rote Gesetzespaket über 2031 hinaus ein bestimmtes Rentenniveau festschreiben will, ist das größte Ärgernis für die JU.
Das sei etwa im Koalitionsvertrag anders verabredet gewesen, sagt Laura Strohschneider, JU-Vorsitzende in Brandenburg. Nun sei geplant, dass das "Rentenniveau dauerhaft etwa ein Prozentpunkt höher liegt als nach dem bisherigen Berechnungsverfahren" - mit Folgekosten allein dafür in Milliardenhöhe."
Wenn es jetzt keine Reform gibt, ist es zu spät und jede Chance vertan", warnt Strohschneider. Was laut JU-Leitantrag nötig ist: ein höheres Renteneintrittsalter, weniger Anreize für Frühverrentung. Wer vor der Altersgrenze in Rente gehe, müsse beispielsweise deutlich höhere Abschläge in Kauf nehmen, fordert die JU........«
All die Jahre wurde klaglos zugesehen, wie immer schwerer Lasten auf den Nachwuchs geschoben werden. Sollen die sehen, wie die damit klar kommen werden.
Doch nun scheint Schluss mit Lustig zu sein. Ausgerechnet der Nachwuchs der Union sagt: So geht es nicht weiter.
Nur was die Parteijugend das fordert, das muss er seinem Koalitionspartner schmackhaft machen. Ist der ausgelutschte Restehaufen überhaupt noch dazu fähig, eigene Vorschläge zu machen?
Denn dann hätte Merz drei Möglichkeiten: Akzeptieren, dass er der falsche Mann auf dem Stuhl ist, auf seine Jugend hören und auf eine geschmeidige SPD hoffen oder auf die AfD zugehen. Noch könnte er es. Nach der Wahl könnte er froh sein, wenn die auf ihn zukäme.
Egal was, auch für die älteren Jahrgänge wird es bitter.
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Der Beginn einer Entfremdung?
»Die Junge Union war lange eine Machtbasis von Friedrich Merz. Im Konflikt um das Rentenpaket deutet sich aber eine zunehmende Distanz an. Was steckt dahinter?
Schon der Ort steht für Nervenkitzel: Der Europapark Rust lockt Besucher mit 14 Achterbahnen, verspricht den "Adrenalin-Kick" und "enorme Fliehkräfte". Wer das sucht, könnte an diesem Wochenende auch am Boden fündig werden, denn die Junge Union (JU) kommt im baden-württembergischen Rust zu ihrem Deutschland-Tag zusammen - und ist so stark wie selten zuvor auf Konfrontation mit Kanzler und CDU-Parteichef Friedrich Merz aus.
Der Leitantrag für das JU-Treffen liest sich wie eine Abrechnung mit der Bundesregierung, die zögerlich und mutlos sei. Gefordert wird ein "Neuer Generationenvertrag für Deutschland", denn das, was die schwarz-rote Koalition in den Sozialsystemen plane, sei "eine schwere Hypothek" für die Jüngeren.
Vor allem das Rentenpaket der Koalition sorgt seit Wochen für Unmut bei jungen Unionern. Die Pläne führten zu "Mehrkosten in Höhe von über 200 Milliarden Euro bis 2040", kritisiert der Leitantrag. Die Höhe der Rente müsse stattdessen stärker daran angepasst werden, wie viele Beitragszahler es überhaupt gibt. Dass das schwarz-rote Gesetzespaket über 2031 hinaus ein bestimmtes Rentenniveau festschreiben will, ist das größte Ärgernis für die JU.
Das sei etwa im Koalitionsvertrag anders verabredet gewesen, sagt Laura Strohschneider, JU-Vorsitzende in Brandenburg. Nun sei geplant, dass das "Rentenniveau dauerhaft etwa ein Prozentpunkt höher liegt als nach dem bisherigen Berechnungsverfahren" - mit Folgekosten allein dafür in Milliardenhöhe."
Wenn es jetzt keine Reform gibt, ist es zu spät und jede Chance vertan", warnt Strohschneider. Was laut JU-Leitantrag nötig ist: ein höheres Renteneintrittsalter, weniger Anreize für Frühverrentung. Wer vor der Altersgrenze in Rente gehe, müsse beispielsweise deutlich höhere Abschläge in Kauf nehmen, fordert die JU........«
All die Jahre wurde klaglos zugesehen, wie immer schwerer Lasten auf den Nachwuchs geschoben werden. Sollen die sehen, wie die damit klar kommen werden.
Doch nun scheint Schluss mit Lustig zu sein. Ausgerechnet der Nachwuchs der Union sagt: So geht es nicht weiter.
Nur was die Parteijugend das fordert, das muss er seinem Koalitionspartner schmackhaft machen. Ist der ausgelutschte Restehaufen überhaupt noch dazu fähig, eigene Vorschläge zu machen?
Denn dann hätte Merz drei Möglichkeiten: Akzeptieren, dass er der falsche Mann auf dem Stuhl ist, auf seine Jugend hören und auf eine geschmeidige SPD hoffen oder auf die AfD zugehen. Noch könnte er es. Nach der Wahl könnte er froh sein, wenn die auf ihn zukäme.
Egal was, auch für die älteren Jahrgänge wird es bitter.
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