Faule Werktätige in Deutschland? Nicht schon wieder. Wie eine totgeglaubte Debatte mit null Evidenz und viel heißer Luft befeuert wird
Sind Deutschlands Werktätige faul? Nein! Deutsche Journalisten machen ihren Job nicht. Am 18. Mai geisterte eine Meldung durch die Medienlandschaft. Demnach leisteten hiesige Beschäftigte im Ranking der Industrienationen den drittletzten Platz bei den geleisteten Arbeitsstunden. Selbst die hitzegeplagten Griechen rissen 135 Stunden mehr im Jahr ab. Die »Aktion gegen Arbeitsunrecht« stellte inzwischen klar: »Fake News, die Arbeitszeitstudie des IW existiert nicht.« Die Initiative hat beim Institut der deutschen Wirtschaft nachgebohrt und erfahren: »Von uns kam am Sonntag nur eine Pressemeldung. In der Berichterstattung wurde daraus eine Studie. Nun ja.«
Nun ja. Es gab nicht einmal »Pressemeldung«, lediglich eine »IW-Nachricht«. Die aber verbreitete die Nachrichtenagentur AFP als reine Wahrheit, und prompt titelte die Bild-Zeitung: »Exklusiv. Die internationale Fleiß-Tabelle«. So wurde aus einer Zeitungsente eine Nachrichtenbombe, deren Knall bis heute nachhallt und eine haltlose Debatte mit heißer Luft befeuert. So laufen Kampagnen ab.
Also wieder wurde eine geistige Flatulenz zur Bombe aufgebauscht.
Fake-News sind nur Fake-News, wenn sie nicht in den Kram passen.
Die vielen geleisteten unbezahlten Überstunden genügen ihnen nicht.
Denn die geforderte Mehrarbeit, durch wen, für was, warum, wollen die ja nicht bezahlen. Schon jetzt werden doch die hiesigen Löhne als Standortnachteil bezeichnet. Es soll ja auch mehr produziert werden.
Aha, aber für wen?
Hauptsache man hat wieder einen Schuldigen an der desolaten wirtschaftlichen Lage präsentiert - der faule Arbeitnehmer.
Merke: Wenn es hilft, sind auch Fake-News im freien Westen wichtige Mittel zur Stimmungssteuerung.
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Faule Werktätige in Deutschland? Nicht schon wieder. Wie eine totgeglaubte Debatte mit null Evidenz und viel heißer Luft befeuert wird
Sind Deutschlands Werktätige faul? Nein! Deutsche Journalisten machen ihren Job nicht. Am 18. Mai geisterte eine Meldung durch die Medienlandschaft. Demnach leisteten hiesige Beschäftigte im Ranking der Industrienationen den drittletzten Platz bei den geleisteten Arbeitsstunden. Selbst die hitzegeplagten Griechen rissen 135 Stunden mehr im Jahr ab. Die »Aktion gegen Arbeitsunrecht« stellte inzwischen klar: »Fake News, die Arbeitszeitstudie des IW existiert nicht.« Die Initiative hat beim Institut der deutschen Wirtschaft nachgebohrt und erfahren: »Von uns kam am Sonntag nur eine Pressemeldung. In der Berichterstattung wurde daraus eine Studie. Nun ja.«
Nun ja. Es gab nicht einmal »Pressemeldung«, lediglich eine »IW-Nachricht«. Die aber verbreitete die Nachrichtenagentur AFP als reine Wahrheit, und prompt titelte die Bild-Zeitung: »Exklusiv. Die internationale Fleiß-Tabelle«. So wurde aus einer Zeitungsente eine Nachrichtenbombe, deren Knall bis heute nachhallt und eine haltlose Debatte mit heißer Luft befeuert. So laufen Kampagnen ab.
Also wieder wurde eine geistige Flatulenz zur Bombe aufgebauscht.
Fake-News sind nur Fake-News, wenn sie nicht in den Kram passen.
Die vielen geleisteten unbezahlten Überstunden genügen ihnen nicht.
Denn die geforderte Mehrarbeit, durch wen, für was, warum, wollen die ja nicht bezahlen. Schon jetzt werden doch die hiesigen Löhne als Standortnachteil bezeichnet. Es soll ja auch mehr produziert werden.
Aha, aber für wen?
Hauptsache man hat wieder einen Schuldigen an der desolaten wirtschaftlichen Lage präsentiert - der faule Arbeitnehmer.
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