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Mehr Reiche und mehr Arme: Gut für die AfD

Von Harvey11 Freitag 09.05.2025, 14:09

Mehr Reiche und mehr Arme: Welch Nährboden für die AfD
Sebastian Bähr, der Freitag vom 7.5.35, warnt vor der sozialen Spaltung

Champagner-Laune bei den Vorständen der DAX-Konzerne: Die Bezüge von deutschen Top-Managern sind laut einer Untersuchung der Entwicklungsorganisation Oxfam in den vergangenen fünf Jahren massiv gestiegen – ganze 30 Mal so stark wie die Durchschnittslöhne.
Zugleich gibt es hierzulande immer mehr Arme, erklärte der paritätische Gesamtverband jüngst: Demnach galten im vergangenen Jahr 13 Millionen Menschen in Deutschland als arm – ein Anstiegt von 1,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Etwas fünf Millionen haben nicht genug Mittel, um ihre Wohnung zu heizen oder kaputte Kleidung zu ersetzen. So weit, so normal? Leider ja, denn neu ist diese Dynamik nicht. Doch sie nimmt zu und wird brutaler. Und damit wächst auch der Nährboden für die rechtsextreme AfD.
Eigentlich sollte man meinen, dass diese Zusammenhänge mittlerweile bekannt sind: Zunehmende soziale Spaltung, die Angst vor Jobverlust oder die Sorge, Miete und Stromrechnung nicht mehr bezahlen zu können, führen zu einem massiven Gefühl von Unsicherheit. Ohnmacht und Wut wachsen. Das Vertrauen in die Demokratie, die solche Zustände ja offenbar zulässt, sinkt. Die extreme Rechte, die zwar die Interessen der Reichen vertritt, sich aber als „Kümmerer“ und Opposition inszeniert, kanalisiert den Frust, wird mächtiger.
Die neue Bundesregierung wird diesen Trend nun offenbar eher verstärken als stoppen. Sie greift selbst den Acht-Stunden-Tag an, unterstützt Versuche, Feiertage abzuschaffen, will Bürgergeldbezieher drangsalieren und generell die Kürzungspolitik der vergangenen Jahre weiter verschärfen – außer beim Militär. An die dadurch verbreitete Stimmung – Gürtel enger schnallen, Verzichten für Deutschland, nur wer sich kaputtackert, hat Ansprüche – kann dann wiederum die AfD gut andocken. Der Sozialdarwinismus des Marktes, dem die neue Bundesregierung huldigt, ist durchaus kompatibel mit ihrer Weltsicht.
Wer den Klassenkampf von oben nicht beantwortet, bekommt den völkischen Backslash von unten. Was es daher bräuchte, um den Nährboden dafür auszutrocknen: eine starke linke Opposition gegen den Status quo, die Armut und ihre Ursachen bekämpft und soziale Ängste mindert. Antifaschistische Wirtschaftspolitik eben.
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Vor Jahren konnte man noch lesen, dass bei Einstellungsgesprächen gerne bei der Bezahlung auf Hartz IV, die Tafeln und Bekleidungskammern hingewiesen wurde. Heute liest man davon nichts mehr. Warum?
Die Gefahr von rechts wird als eine solche nicht angesehen. Denn der Feind steht immer links. Ganz im Sinne der AfD.
Es ist schon eine Weile her, dass mich meine Verwandtschaft in Thüringen, die von heute auf morgen komplett ihre Arbeit verloren hat, gefragt hat, warum eigentlich die Grenze gefallen wäre. Da blieb ich lieber still und was sie wählen will ich gar nicht wissen.
Aber sie können jetzt reisen wohin sie wollen.

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