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Manöver gegen Wagenknecht

Von Harvey11 Freitag 25.10.2024, 11:50

Am 3. Oktober klang es wie Weihnachtsglocken. Statt „Friede auf Erden“ ertönte, dass man die Ostdeutschen jetzt mehr respektiert würden. man gedenke, ihre Interessen, ja, selbst ihre Stimmungen wahr-, wenn nicht gar ernst zu nehmen.
Die Weihnachtsgeschichte ist eine schöne Geschichte. Man kann sie glauben oder nicht. Was aber die Politiker da losgelassen haben erinnert mich an früher, als über mich gesagt wurde: du machst ja schöne Geschichten. Schön waren die damals aber nicht.
Nun fällt es einigen schwer zu begreifen, dass bei den letzten drei Landtagswahlen eine neue Partei stark hervorging, die mit ihren Friedensbotschaften viele Wähler überzeugt hat. Die klangen so ganz anders als das markige Geschrei von fehlender Kriegsfähigkeit.
So will das BSW, so nennt sich die neue Partei, die Ablehnung von US-Mittelstreckenraketen auf deutschem Boden und ein Diplomatie-Gebot in Sachen Ukraine in die Präambel eventueller Koalitionsverträge verhandeln. Eigentlich nicht schlecht wenn eine Partei das umsetzen will, wofür sie gewählt worden ist.
Aber Lob dafür kassierte die Chefin der neuen Partei, Sahra Wagenknecht, nicht.
Stattdessen ergießt sich kübelweise Schmähungen über sie. Wie kann man sich erdreisten, aus der Kriegsfurcht seiner Wähler einen politischen Auftrag abzuleiten? Das BSW möge sich gefälligst daran halten, dass in der repräsentative Demokratie der Wähler dem Politiker nicht vorschreiben, was er tun soll. Der hat zu wählen und dann seine Klappe zu halten. Wo käme man sonst hin?
Von Wagenknecht und dem BSW wird tatsächlich zugemutet, die Friedensfrage zu vergessen, das Thema, für das sie auch gewählt wurde und wofür sie weiter stehen will.
Und dann der Vorwurf, dass sie schon auf die Bundestagswahl schiele. Bei CDU/CSU kommt dieser Vorwurf nicht. Die reiten heftig auf dem das Thema Migration herum. Man sollte dem BSW schon das zugestehen, was branchenüblich ist, was alle machen. Das heißt, für seine Wähler und für sich als Partei herauszuholen, was möglich ist, bevor Koalitionen eingegangen werden.
Wie war das? Mehr Respekt gegenüber Ostdeutschen?
Dann bitte auch gegenüber einer ostdeutschen Politikerin, die das hat, was ihren politischen Gegnern fehlt, taktisches Geschick.


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