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Mal was anderes als Hype gegen Deutschland

Von Feierabend-Mitglied Mittwoch 23.08.2023, 17:14 – geändert Mittwoch 23.08.2023, 17:17

und ein Blick über den eigenen Tellerrand in Bezug zu setzen, wie europaweit sich Situationen verändern, mit welchen Problemen andere Länder zu kämpfen haben, ohne nach so etwas wie einer AfD als "Heilsbringer" zu rufen. Das ändert natürlich nichts an hiesigen Kritikpunkten, die jedoch weit unterhalb solcher Gegebenheiten liegen,.

"London. Krankheiten aus viktorianischen Zeiten wie Rachitis oder Skorbut sind zurück in Großbritannien. Ärzte sind alarmiert und sprechen von „viktorianischen Zuständen“ in weiten Teilen des Königreichs. Sowohl in den Wartezimmern britischer Hausarztpraxen als auch in den staatlichen Kliniken finden sich immer mehr mangelernährte Patientinnen und Patienten ein.

Wie aus aktuellen Zahlen des staatlichen Gesundheitsdienstes (National Health Service, NHS) hervor geht, registrierten NHS-Kliniken im vergangenen Jahr mehr als 11.000 Krankenhauseinweisungen als Folge von Mangelernährung. In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl solcher mangelernährter Patienten in den britischen Kliniken mehr als verdoppelt. Seit 2008 hat sie sich sogar vervierfacht, wie die Tageszeitung „Times“ jetzt berichtete.

Auch viele Kinder betroffen
Demnach wurden zwischen April 2022 und April 2023 landesweit 10.896 Patienten als Folge von Mangelernährung und deren Folgen in staatliche Kliniken eingewiesen, darunter auch 312 Kinder. 171 Patienten wurden mit Skorbut diagnostiziert; bei 482 Patienten diagnostizierten die Ärztinnen und Ärzte Rachitis.

„Das sind schockierende Zahlen und sie zeigen, wie sehr sich die sozialen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen gerade für die Schwächsten in unserer Gesellschaft in den vergangenen Jahren verschlechtert haben“, so Dame Clare Gerada, Präsidentin des Hausarztbundes (Royal College of General Practitioners, RCGP) in London.

Fast jeder sechste Brite lebt in Armut
Zwar sei nicht auszuschließen, dass einige der mangelernährten und stationär behandelten Patienten Flüchtlinge beziehungsweise Asylbewerber seien. Dennoch berichteten auch die staatlichen Hausarztpraxen „seit Jahren einen erschreckenden Anstieg“ der mit Mangelernährung in Zusammenhang stehenden Krankheiten. „Das ist ein neuer viktorianischer Albtraum und eine nationale Schande“, so eine Londoner Hausärztin zur Ärzte Zeitung.

Laut britischem Arbeitsministerium lebt heute bereits jeder sechste Brite in Armut beziehungsweise relativer Armut. Durch die weiter hohe Inflation gerade bei Lebensmitteln können sich viele Briten nicht mehr ausgewogen ernähren. Besonders ältere Patienten, die oft nur niedrige Renten haben, ernähren sich überwiegend von Toastbrot und Tee und verzichten auf frische Lebensmittel. (ast)"

Quelle Ärztezeitung.

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