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Makabrer Wettbewerb ums Töten

Von Harvey11 Donnerstag 15.05.2025, 14:17

Britische Spezialeinheiten sollen in Afghanistan Zivilpersonen systematisch getötet haben. Ein General steht im Verdacht, die Kriegsverbrechen vertuscht zu haben
Von Sebastian Borger, Frankfurter Rundschau

Schwere Vorwürfe gegen einen der höchsten Generäle Großbritanniens: Einem Bericht der BBC zufolge hat Gwyn Jenkins nicht nur Kriegsverbrechen von britischen Spezialeinheiten in Afghanistan vertuscht. Offenbar war er auch daran beteiligt, mögliche afghanische Zeugen der Straftaten systematisch von der Übersiedlung auf die Insel auszuschließen. Dadurch sollten diese ehemaligen Angehörigen afghanischer Spezialtruppen an Aussagen vor einer richterlichen Untersuchung in London gehindert werden. „Fünf“ der solcherart Abgewiesenen seien seither von den Taliban getötet worden, berichtet der frühere Verteidigungs-Staatssekretär Johnny Mercer.
Das „Panorama“-Magazin des weltweit renommierten öffentlich-rechtlichen Senders untersucht die Vorwürfe seit mehreren Jahren. Nach anfänglichen empörten Dementis ungerechtfertigter Tötungen rief die konservative Regierung unter Premier Rishi Sunak im Dezember 2022 die unabhängige Untersuchung ins Leben. Sie wird vom Lordrichter Charles Haddon-Cave geleitet.
Am Montagabend strahlte die BBC neue Enthüllungen aus. Demnach gab es unter Einheiten des Special Air Service (SAS) sowie des Special Boat Services (SBS) der Royal Marines während ihrer jeweils sechsmonatigen Einsätze in der afghanischen Südprovinz Helmand einen Wettbewerb, wer die meisten Menschen getötet habe. Die Recherchen stützen sich nicht nur auf Hunderte von Seiten interner Militäruntersuchungen. „Panorama“-Reporter Richard Bilton gelang es auch, mehr als 30 Veteranen von SAS und SBS sowie ihrer afghanischen Partnereinheiten CF333 und ATF444, den sogenannten Triples, zum Sprechen zu bringen.
Sie berichten übereinstimmend über die Nacht- und Nebelaktionen, bei denen Taliban-Kommandeure oder Bombenbauer gefasst oder getötet werden sollten („capture or kill“). Während dieses Vorgehen rechtlich zulässig war, gingen die britischen Soldaten offenbar nach der „Shoot to kill“-Taktik vor. Den Leichen seien Waffen beigelegt worden, um die Tötungen zu rechtfertigen. Systematisch seien nicht nur wehrfähige junge Männer erschossen worden; mindestens einmal sei auch ein Kind festgesetzt und hingerichtet worden. „Sie legten ihm Handschellen an und erschossen ihn“, berichtet ein Veteran. „Der war dem Alter eines potenziellen Kämpfers nicht einmal nahe.“
Andere Soldaten hätten sich barbarisch benommen, lautet die Erinnerung eines Zeugen. Mehrfach seien Verwundete exekutiert worden, entweder durch Schüsse oder durch Aufschlitzen der Halsschlagader. „Die glaubten sich unantastbar.“ Die Berichte der beteiligten Soldaten über ihre tödlich verlaufenen Einsätze seien „völlig unglaubwürdig“, heißt es in internen Analysen, die vom „jüngsten Massaker“ der Todes-Schwadron berichten.
Anders als ein vor Ort entsandter SAS-Offizier inspizierten die BBC-Journalisten einige jener Orte, wo angeblich Bewaffnete sich der SAS entgegengestellt hatten. Die Einschusslöcher am Tatort befinden sich in Höhe eines liegenden oder sitzenden Menschen – klarer Hinweis darauf, dass auch bereits überwältigte Männer getötet wurden.
Der BBC zufolge meldete der damalige Oberst Jenkins die Erkenntnisse über mögliche Kriegsverbrechen zwar seinen Vorgesetzten. Er schaltete aber nicht die Militärpolizei RMP ein, wie es gesetzlich zwingend vorgeschrieben war. Ein viel später eingeleitetes RMP-Ermittlungsverfahren wurde mittlerweile vom früheren Polizeipräsidenten der Grafschaft Kent als „schwerfällig und unzureichend“ eingestuft; den zuständigen Ermittlern habe es an Erfahrung gemangelt.
Großbritannien hatte beim Kriegseinsatz zwischen 2001 und 2014 am Hindukusch 457 Tote und Tausende von Schwerverletzten zu beklagen. Dass beim blutigen Einsatz in Helmand von 2006 an auch immer wieder Zivile zu Schaden kamen, steht außer Frage. Schon 2013 war von Hunderten von Zivilist:innen die Rede. Offenbar könnten bis zu 80 Menschen bei Kriegsverbrechen ums Leben gekommen sein.
Gwyn Jenkins diente nach seiner Rückkehr in höchsten Positionen, darunter als Vizechef des Verteidigungsstabs, und war zuletzt als Oberkommandierender (First Sea Lord) der Royal Navy im Gespräch. Seine bereits erfolgte Berufung als designierter Nationaler Sicherheitsberater durch Premier Sunak machte im vergangenen Jahr der frisch gewählte Labour-Premier Keir Starmer rückgängig; dabei dürften die Vorgänge in Afghanistan eine Rolle gespielt haben, zumal der von Starmer als Generalstaatsanwalt in die Regierung berufene Richard Hermer zuvor Afghan:innen vertreten hatte, die Opfer von britischer Militärgewalt geworden waren.
Dass Jenkins nach dem hastigen Abzug des Westens vom Hindukusch im Sommer 2021 systematisch Afghanen, die durch ihre Zusammenarbeit mit den Briten hochgefährdet waren, die Übersiedlung auf die Insel verunmöglicht haben soll, um unliebsame Zeugen von der unabhängigen Untersuchung fernzuhalten, hat Lordrichter Haddon-Cave bisher nicht kommentiert. Der General selbst schwieg gegenüber der BBC. Das Verteidigungsministerium wies darauf hin, man könne den Ermittelnden Belastungsmaterial zukommen lassen, „egal von wo aus“. Allerdings können Zeugen nur angehört werden, wenn sie sich auf britischem Boden befinden.
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Einen Wettbewerb, wer die meisten Menschen getötet habe.
Den Leichen seien Waffen beigelegt worden, um die Tötungen zu rechtfertigen. Systematisch seien nicht nur wehrfähige junge Männer erschossen worden; mindestens einmal sei auch ein Kind festgesetzt und hingerichtet worden. „Sie legten ihm Handschellen an und erschossen ihn“, berichtet ein Veteran. „Der war dem Alter eines potenziellen Kämpfers nicht einmal nahe.“

Was soll man dazu sagen? Das die als die Guten bezeichneten doch nicht so gut sind?
So, andere Bombardierungen von Guten gegen Schulen, Kindergärten und Krankenhäusern, weil da Terroristen drin sind, kommen mir da in Sinn.
Nee, heute würde ich wieder verweigern.

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