Die großen deutschen Medien verzichten zumeist auf eigene Kommentare zum Auslaufen des »New Start«-Vertrages, einige, wie die Süddeutsche Zeitung, beginnen schon mal mit dem Wettrüsten und raunen von europäischen oder deutschen Atomwaffen. Im Deutschlandfunk regiert die Routine derart über die Fakten, dass Putin schuld ist und die deutsche Bombe im »Gedankenexperiment« nötig.
DLF-Korrespondent Björn Blaschke, der in den »Informationen am Morgen« »die russische Sicht« darstellen soll, beginnt mit der Suspendierung von »New Start« durch Wladimir Putin vor drei Jahren. Die lächerlichen Vorwände, mit denen die USA russischen Waffeninspektoren seit 2020 die Einreise verweigerten und damit den Vertrag Makulatur werden ließen, erwähnt er nicht. Bei solcher »Information« ist es für Moderatorin Silvia Engels leicht, ihren Interviewpartner Wolfgang Ischinger nach der Möglichkeit einer deutschen Atomwaffe zu fragen. Der hält »davon gar nichts«, die völkerrechtlichen Verpflichtungen Deutschlands zum Verzicht auf Massenvernichtungswaffen erwähnen aber beide nicht.
So kriegstüchtig sind ausländische Medien nicht. Die tschechische Zeitung Pravo hält zum Beispiel fest: »Das Auslaufen des letzten Atomwaffenabrüstungsvertrags zwischen den USA und Russland setzt einen symbolischen Schlusspunkt hinter die Ära der Entspannung, die in den 1960er Jahren begann. Damals erkannten die Supermächte auf dem Höhepunkt der Berlin- und der Kuba-Krise, dass die Welt einer alles zerstörenden nuklearen Katastrophe zu nahe gekommen war.« Die Irish Times meint: »Das Ende von ›New Start‹ könnte auch den Atomwaffensperrvertrag von 1970 gefährden, der nächstes Jahr überprüft werden soll.« Die Überprüfung soll zwar schon in diesem Jahr stattfinden, aber der Gedanke ist richtig: Der seit 1968 ausgehandelte Vertrag ist in Gefahr. Die japanische Zeitung Asahi Shimbun macht darauf aufmerksam, dass bei den Verhandlungen zum Ukraine-Krieg offenbar auch über Atomwaffen gesprochen wird: »Der sogenannte 28-Punkte-Plan beinhaltet auch einen Aspekt zur Verlängerung der Abkommen für atomare Abrüstung.«
In Deutschland wird kaum über Gefahren des Vertragsendes geschrieben, dafür gelogen. Beispiel Sächsische Zeitung: »Ein Wettrüsten wird nicht auf die beiden alten Widersacher Russland und USA begrenzt bleiben. Schon seit geraumer Zeit schickt sich die drittgrößte Atomwaffenmacht, China, an, zu den beiden Nuklearriesen aufzuschließen.« Das Arsenal Chinas wird auf 550 Atombomben geschätzt, das der USA und Russlands auf jeweils mehr als 5.000. (as)
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Dachte man schon, dass nach Strauß keiner mehr auf diese Idee kommen würde, jetzt ist sie wieder aus der Kiste: Die deutsche Atombombe. Wird die uns der große Bruder und ewige Freund genehmigen?
Die Presse berichtet zum Auslaufen des Vertrages sehr unterschiedlich.
Die großen deutschen Medien verzichten zumeist auf eigene Kommentare zum Auslaufen des »New Start«-Vertrages, einige, wie die Süddeutsche Zeitung, beginnen schon mal mit dem Wettrüsten und raunen von europäischen oder deutschen Atomwaffen. Im Deutschlandfunk regiert die Routine derart über die Fakten, dass Putin schuld ist und die deutsche Bombe im »Gedankenexperiment« nötig.
DLF-Korrespondent Björn Blaschke, der in den »Informationen am Morgen« »die russische Sicht« darstellen soll, beginnt mit der Suspendierung von »New Start« durch Wladimir Putin vor drei Jahren. Die lächerlichen Vorwände, mit denen die USA russischen Waffeninspektoren seit 2020 die Einreise verweigerten und damit den Vertrag Makulatur werden ließen, erwähnt er nicht. Bei solcher »Information« ist es für Moderatorin Silvia Engels leicht, ihren Interviewpartner Wolfgang Ischinger nach der Möglichkeit einer deutschen Atomwaffe zu fragen. Der hält »davon gar nichts«, die völkerrechtlichen Verpflichtungen Deutschlands zum Verzicht auf Massenvernichtungswaffen erwähnen aber beide nicht.
So kriegstüchtig sind ausländische Medien nicht. Die tschechische Zeitung Pravo hält zum Beispiel fest: »Das Auslaufen des letzten Atomwaffenabrüstungsvertrags zwischen den USA und Russland setzt einen symbolischen Schlusspunkt hinter die Ära der Entspannung, die in den 1960er Jahren begann. Damals erkannten die Supermächte auf dem Höhepunkt der Berlin- und der Kuba-Krise, dass die Welt einer alles zerstörenden nuklearen Katastrophe zu nahe gekommen war.« Die Irish Times meint: »Das Ende von ›New Start‹ könnte auch den Atomwaffensperrvertrag von 1970 gefährden, der nächstes Jahr überprüft werden soll.« Die Überprüfung soll zwar schon in diesem Jahr stattfinden, aber der Gedanke ist richtig: Der seit 1968 ausgehandelte Vertrag ist in Gefahr. Die japanische Zeitung Asahi Shimbun macht darauf aufmerksam, dass bei den Verhandlungen zum Ukraine-Krieg offenbar auch über Atomwaffen gesprochen wird: »Der sogenannte 28-Punkte-Plan beinhaltet auch einen Aspekt zur Verlängerung der Abkommen für atomare Abrüstung.«
In Deutschland wird kaum über Gefahren des Vertragsendes geschrieben, dafür gelogen. Beispiel Sächsische Zeitung: »Ein Wettrüsten wird nicht auf die beiden alten Widersacher Russland und USA begrenzt bleiben. Schon seit geraumer Zeit schickt sich die drittgrößte Atomwaffenmacht, China, an, zu den beiden Nuklearriesen aufzuschließen.« Das Arsenal Chinas wird auf 550 Atombomben geschätzt, das der USA und Russlands auf jeweils mehr als 5.000. (as)
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Dachte man schon, dass nach Strauß keiner mehr auf diese Idee kommen würde, jetzt ist sie wieder aus der Kiste: Die deutsche Atombombe. Wird die uns der große Bruder und ewige Freund genehmigen?
Die Presse berichtet zum Auslaufen des Vertrages sehr unterschiedlich.