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Klingbeil reist nach China. Warum?

Von Harvey11 Dienstag 18.11.2025, 15:43

Die Bundesregierung ist hilflos und schwach

»Die Feststellung ist hinlänglich bekannt, kann aber leider nicht oft genug wiederholt werden. Demnach ruhte das Wohlstandsmodell Deutschland auf drei Säulen: Für Sicherheit sorgten die USA, für preiswerte Energie sorgte Russland – und für den Absatz deutscher Produkte sorgte China. Teil eins der Feststellung ist mit der Wiederwahl Donald Trumps zum US-Präsidenten endgültig hinfällig geworden und Teil zwei mit Russlands Angriff auf die Ukraine.

Mit dem dritten Teil sieht es leider nicht viel besser aus. Herrschte lange Zeit die Überzeugung vor, wirtschaftliche Verflechtung in Zeiten voranschreitender Globalisierung und damit entstehende gegenseitige Abhängigkeiten würden für politischen Ausgleich und letztlich gar Frieden sorgen, machen die großen Mächte aus Handelspolitik jetzt Machtpolitik. Die Reise von Vizekanzler Lars Klingbeil wirft auf diese Szene ein neues Schlaglicht.

Die fehlende Abstimmung in der Bundesregierung ist dabei noch das geringere Übel. Nachdem die chinesische Seite Außenminister Johann Wadephul die diplomatisch kalte Schulter gezeigt hatte und dieser deshalb nicht nach Peking fuhr, hätte Klingbeil seine Reise eigentlich absagen müssen. Es wirkt nämlich nun unwillkürlich so, als könne man deutsche Kabinettsmitglieder gegeneinander ausspielen.

Gravierender aber ist, dass Deutschland kaum etwas in der Hand hat. Wadephul hatte China in den vergangenen Monaten immer wieder für Andeutungen kritisiert, den Status quo in der Meerenge zwischen Taiwan und China einseitig verändern zu wollen. Klingbeil hingegen beließ es bei dem Hinweis: „Wir gucken sehr genau, was in Taiwan passiert.“ Wenn es zu einer militärischen Aktion komme, „dann wird das dazu führen, dass es einen anderen Blick auf China gibt“. Was daraus folgt, verschwieg er.

Auch sonst zeigen seine Äußerungen eine objektive Hilflosigkeit. Klingbeil rief China auf, sich stärker als bisher für ein Ende des russischen Krieges in der Ukraine einzusetzen. Tatsächlich präsentiert sich Staatschef Xi Jinping als Verbündeter des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Und schließlich ließ der Vizekanzler verlauten, China höre die deutschen Sorgen, wenn es um die Lieferung seltener Erden gehe. In Wahrheit dürfte China vor allem den deutschen Angstschweiß riechen. Die chinesischen Exporte nach Deutschland sind mittlerweile fast doppelt so hoch wie die deutschen Exporte nach China.

Zwar ist die Bundesrepublik weiterhin der wichtigste Handelspartner Chinas innerhalb der Europäischen Union. Doch während die Chinesen längst ein breites Arsenal möglicher Drohungen bereithalten, kann Lars Klingbeil lediglich damit drohen, sehr genau hinzugucken, was in Taiwan passiert. Man ahnt schon, was Deutschland täte, wenn es wirklich zu einem Angriff auf den Inselstaat käme: beinahe nichts.«
Frankfurter Rundschau 18.11.2025

Man könnte fast meinen, dass Klingbeil noch schnell vor dem Ende der Koalition nach Peking will.
Denn was will er da? Was hat er anzubieten?
Jetzt erlebt Deutschland die Schattenseiten einer unausgeglichenen Handelsbilanz. Jahrelang war man stolz auf den Titel Exportweltmeister.
Doch anstatt Geld in die Zukunft zu investieren verwöhnte man die Aktionäre.
Jetzt wird der ehemalige Weltmeister in der Tabelle durchgereicht.
Was sollen die Chinesen bei uns kaufen? Besonders dann, wenn Klingbeil auf dem Thema Taiwan herumreiten will.
Was wir erwarten können sind Klingbeils Erzählungen von Hoffnungen aufgrund von guten Gesprächen.
Aber sonst?

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