Während Trump faselt und die EU zögert, geht Peking voran.
Die Warnung ist unmissverständlich. Drei Grad globale Erwärmung gegenüber vorindustrieller Zeit bereits 2050 sind nicht mehr ausgeschlossen, wenn die Emissionen weiter steigen wie bisher. Nicht Klimakassandras sagen das, sondern die Deutsche Physikalische Gesellschaft und die Deutsche Meteorologische Gesellschaft. Sie haben gemeinsam Alarm geschlagen: Der Klimawandel beschleunigt sich, die Erwärmung läuft schneller, als selbst Fachleute erwartet hatten.
Das wäre nicht nur das Ende des 1,5-Grad-Ziels, es wäre ein Niveau, bei dem die Gefahr wächst, dass die Erde wegen Überschreiten von Kipppunkten im Klimasystem in eine „Heißzeit“ abgleitet. Mehr Dürren, Fluten, Missernten, der Kollaps ganzer Ökosysteme, Millionen Klimaflüchtlinge – all das wäre noch in diesem Jahrhundert möglich.
Mag sein, dass es nicht so dramatisch kommt, aber zumindest das „Sicherheitslimit“ von zwei Grad Erwärmung ist in akuter Gefahr. Und das sollte die Weltgemeinschaft endlich zum Umsteuern bringen, schließlich steigen die Emissionen weiter anstatt zu sinken. Und doch: Auf der UN-Vollversammlung in New York zeigte sich einmal mehr die Schere zwischen Wissen und politischem Handeln. US-Präsident Donald Trump, tat ab, was die Forschung seit Jahrzehnten belegt. Er wiederholte seine Sottise, der Klimawandel sei ein „Hoax“, ein Schwindel, diesmal jedoch sogar vor den Delegationen von fast 200 Staaten weltweit, die sich der Bekämpfung dieser Menschheitskrise verschrieben haben.
Umso bemerkenswerter war, dass diesmal das wichtigste Signal aus Peking kam. Präsident Xi Jinping kündigte an, dass Chinas Emissionen bis 2035 um sieben bis zehn Prozent sinken sollen gegenüber dem Höhepunkt, der bis spätestens 2030 erreicht werden dürfte. Zum ersten Mal überhaupt legt die Volksrepublik damit ein solches absolutes Minderungsziel vor. Das ist zwar keine Weltsensation, aber doch ein Wendepunkt. Bisher hatte China nur relative Ziele formuliert, nämlich den CO2-Ausstoß pro Wirtschaftsleistung zu senken. Nun steht ein klarer Reduktionspfad im Raum – und das wenige Wochen vor dem Klimagipfel in Belém in Brasilien.
China baut die erneuerbaren Energien und die Atomkraft in einem Tempo aus, das weltweit einzigartig ist. Es gehen gigantische Solarparks und Windfarmen ans Netz. Der E-Automarkt boomt, Millionen Fahrzeuge rollen schon heute über die Straßen, flankiert von einem Netz an Schnellladern. Dazu kommt eine Speicheroffensive mit Lithium- und bald auch Natrium-Batterien. All das zeigt: Peking hat verstanden, dass grüne Technologien nicht Last sind, sondern Wachstumsmotor, und zwar auch auf dem Weltmarkt.
Das neue Ziel ist daher eher vorsichtig gesetzt, doch politisch bleibt es bedeutsam: Während Trump das Pariser-Abkommen zu zerstören hofft, bindet sich China enger an den multilateralen Prozess. Damit gewinnt es geopolitisch an Gewicht. Peking inszeniert sich als verantwortlicher Akteur – und verschafft sich zugleich einen Wettbewerbsvorteil bei den Schlüsselindustrien der Zukunft.
Und Europa? Die EU konnte sich zuletzt nicht auf ein klares Ziel für 2035 einigen. Dabei könnte sie ganz vorne mitspielen – und zeigen, dass Klimaschutz mit Demokratie und sozialer Balance vereinbar ist. Brüssel und die Hauptstädte müssen aufpassen, nicht in den Schatten Pekings zu geraten. Wer zaudert, der überlässt anderen das Feld – und riskiert, dass am Ende Trump mit seiner fossilen Agenda wieder den Ton angibt. Die Botschaft lautet also: Nicht einschüchtern lassen vom Hoax-Gefasel aus den USA. Nicht zurückfallen in die Fossilpolitik von gestern. Sondern die Chancen nutzen, die Klimaschutz und Energiewende eröffnen – ökologisch wie ökonomisch.
Frankfurter Rundschau, 29.09.2025
Schon wieder die Chinesen. Wie machen die das nur?
Das liegt vielleicht auch daran, dass die nicht nur mit verdrehten Augen reden, sondern auch machen. Und, ganz wichtig, sie geben dafür Geld aus.
Wir hingegen leisten uns eine Ministerin Reiche, die genau das verhindern soll.
Obendrauf haben wir auch noch Parteien die Geld von denen annehmen, die es nicht für den Klimaschutz ausgeben wollen.
Erwähnenswert wäre da auch Trump. Der sieht es sehr gerne, wenn diese Gelder in Richtung USA zur Unterstützung seines gewaltigen US-amerikanischen Aufbauprogramms fließen. Die ersten Erfolge zeigen sich dort ja schon.
Darum überlassen wir auch dieses Feld wieder großzügig den Chinesen und in einigen Jahren schreibt das Handelsblatt wieder“ Wie war das nur möglich?
Wie sagte bereits Babba Hesselbach so treffend: Es ist eine Spezialität von Spezialisten, alle anderen für dumm zu erklären.
Und Berlin ist voll mit Spezialisten.
Während Trump faselt und die EU zögert, geht Peking voran.
Die Warnung ist unmissverständlich. Drei Grad globale Erwärmung gegenüber vorindustrieller Zeit bereits 2050 sind nicht mehr ausgeschlossen, wenn die Emissionen weiter steigen wie bisher. Nicht Klimakassandras sagen das, sondern die Deutsche Physikalische Gesellschaft und die Deutsche Meteorologische Gesellschaft. Sie haben gemeinsam Alarm geschlagen: Der Klimawandel beschleunigt sich, die Erwärmung läuft schneller, als selbst Fachleute erwartet hatten.
Das wäre nicht nur das Ende des 1,5-Grad-Ziels, es wäre ein Niveau, bei dem die Gefahr wächst, dass die Erde wegen Überschreiten von Kipppunkten im Klimasystem in eine „Heißzeit“ abgleitet. Mehr Dürren, Fluten, Missernten, der Kollaps ganzer Ökosysteme, Millionen Klimaflüchtlinge – all das wäre noch in diesem Jahrhundert möglich.
Mag sein, dass es nicht so dramatisch kommt, aber zumindest das „Sicherheitslimit“ von zwei Grad Erwärmung ist in akuter Gefahr. Und das sollte die Weltgemeinschaft endlich zum Umsteuern bringen, schließlich steigen die Emissionen weiter anstatt zu sinken. Und doch: Auf der UN-Vollversammlung in New York zeigte sich einmal mehr die Schere zwischen Wissen und politischem Handeln. US-Präsident Donald Trump, tat ab, was die Forschung seit Jahrzehnten belegt. Er wiederholte seine Sottise, der Klimawandel sei ein „Hoax“, ein Schwindel, diesmal jedoch sogar vor den Delegationen von fast 200 Staaten weltweit, die sich der Bekämpfung dieser Menschheitskrise verschrieben haben.
Umso bemerkenswerter war, dass diesmal das wichtigste Signal aus Peking kam. Präsident Xi Jinping kündigte an, dass Chinas Emissionen bis 2035 um sieben bis zehn Prozent sinken sollen gegenüber dem Höhepunkt, der bis spätestens 2030 erreicht werden dürfte. Zum ersten Mal überhaupt legt die Volksrepublik damit ein solches absolutes Minderungsziel vor. Das ist zwar keine Weltsensation, aber doch ein Wendepunkt. Bisher hatte China nur relative Ziele formuliert, nämlich den CO2-Ausstoß pro Wirtschaftsleistung zu senken. Nun steht ein klarer Reduktionspfad im Raum – und das wenige Wochen vor dem Klimagipfel in Belém in Brasilien.
China baut die erneuerbaren Energien und die Atomkraft in einem Tempo aus, das weltweit einzigartig ist. Es gehen gigantische Solarparks und Windfarmen ans Netz. Der E-Automarkt boomt, Millionen Fahrzeuge rollen schon heute über die Straßen, flankiert von einem Netz an Schnellladern. Dazu kommt eine Speicheroffensive mit Lithium- und bald auch Natrium-Batterien. All das zeigt: Peking hat verstanden, dass grüne Technologien nicht Last sind, sondern Wachstumsmotor, und zwar auch auf dem Weltmarkt.
Das neue Ziel ist daher eher vorsichtig gesetzt, doch politisch bleibt es bedeutsam: Während Trump das Pariser-Abkommen zu zerstören hofft, bindet sich China enger an den multilateralen Prozess. Damit gewinnt es geopolitisch an Gewicht. Peking inszeniert sich als verantwortlicher Akteur – und verschafft sich zugleich einen Wettbewerbsvorteil bei den Schlüsselindustrien der Zukunft.
Und Europa? Die EU konnte sich zuletzt nicht auf ein klares Ziel für 2035 einigen. Dabei könnte sie ganz vorne mitspielen – und zeigen, dass Klimaschutz mit Demokratie und sozialer Balance vereinbar ist. Brüssel und die Hauptstädte müssen aufpassen, nicht in den Schatten Pekings zu geraten. Wer zaudert, der überlässt anderen das Feld – und riskiert, dass am Ende Trump mit seiner fossilen Agenda wieder den Ton angibt. Die Botschaft lautet also: Nicht einschüchtern lassen vom Hoax-Gefasel aus den USA. Nicht zurückfallen in die Fossilpolitik von gestern. Sondern die Chancen nutzen, die Klimaschutz und Energiewende eröffnen – ökologisch wie ökonomisch.
Frankfurter Rundschau, 29.09.2025
Schon wieder die Chinesen. Wie machen die das nur?
Das liegt vielleicht auch daran, dass die nicht nur mit verdrehten Augen reden, sondern auch machen. Und, ganz wichtig, sie geben dafür Geld aus.
Wir hingegen leisten uns eine Ministerin Reiche, die genau das verhindern soll.
Obendrauf haben wir auch noch Parteien die Geld von denen annehmen, die es nicht für den Klimaschutz ausgeben wollen.
Erwähnenswert wäre da auch Trump. Der sieht es sehr gerne, wenn diese Gelder in Richtung USA zur Unterstützung seines gewaltigen US-amerikanischen Aufbauprogramms fließen. Die ersten Erfolge zeigen sich dort ja schon.
Darum überlassen wir auch dieses Feld wieder großzügig den Chinesen und in einigen Jahren schreibt das Handelsblatt wieder“ Wie war das nur möglich?
Wie sagte bereits Babba Hesselbach so treffend: Es ist eine Spezialität von Spezialisten, alle anderen für dumm zu erklären.
Und Berlin ist voll mit Spezialisten.