Von Harvey11
Montag 14.04.2025, 10:11 – geändert Montag 14.04.2025, 10:52
Keiner wird gewinnen
US-Zollattacken mischen global Wirtschaft auf. EU und ASEAN knicken ein. China hält weiter dagegen
Donald Trump fühlte sich bestätigt. Der Versuch des US-Präsidenten, seinen defizitären Staatshaushalt mit Hilfe kräftiger Einfuhrzölle vor dem nächsten Kollaps zu bewahren, zeigte in der zurückliegenden Woche erste Erfolge. So verzichteten sowohl die EU als auch das südostasiatische Staatenbündnis ASEAN auf Gegenzölle. Weitere Staaten wie Britannien, Brasilien oder Indien hielten sich bedeckt, und viele hoffen auf einen Deal. Sie »küssen meinen Arsch«, merkte Trump an.
Allerdings ist Welthandel keine alleinige Angelegenheit von Staaten. Deren Anführer sind – neben ihrem eigenen Hintern – meist den Interessen mächtiger Kapitallobbyisten oder anderer einflussreicher »Stakeholder« verpflichtet. Und weil das so ist – und die Wirtschaft den Gesetzen des kapitalistischen Verwertungsprozesses unterliegt –, sind die Auswirkungen drastischer Eingriffe in die internationalen Austauschbeziehungen schwer abzusehen oder gar kontrollierbar. Mit einer Ausnahme: Es wird chaotisch zugehen.
Wenn Politik fast nur für die Wirtschaft statt für die Menschen gemacht wird, dann kann man sie auch als Waffe einsetzen.
Wenn dann einer der Meinung ist, dass er alleine die Regeln so ändern kann, dass er der alleinige Nutznießer ist, dann kann das schief gehen. Besonders dann, wenn sich da ein Großer nicht beugen will.
Wer sich an einer Art Sanktionen nicht beteiligen will, der stärkt den Unruhestifter. Von dem man sich vermutlich immer noch militärischen Beistand erhofft, wenn es gegen den großen Feind geht.
Nur ist dieser kein Politiker. Das ist ein Trickser, der im Geschäft immer seinen Vorteil gesucht hat.
China spielt ein gefährliches Spiel. Aber immerhin kuscht es nicht wie die EU.
Am Ende könnte keiner gewinnen. Man sollte es aber versuchen. Denn der Preis, den Trump fordert, der ist zu hoch.
Das klingt noch etwas hoffnungsvoll. Es ist könnte aber auch sein, dass Trump und sein Fachpersonal etwas in Gang gesetzt haben, was sie nicht mehr kontrollieren können. Wenn das so ist, dann haben die sich bestimmt bereits aus dem Dollar verabschiedet.
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Keiner wird gewinnen
US-Zollattacken mischen global Wirtschaft auf. EU und ASEAN knicken ein. China hält weiter dagegen
Donald Trump fühlte sich bestätigt. Der Versuch des US-Präsidenten, seinen defizitären Staatshaushalt mit Hilfe kräftiger Einfuhrzölle vor dem nächsten Kollaps zu bewahren, zeigte in der zurückliegenden Woche erste Erfolge. So verzichteten sowohl die EU als auch das südostasiatische Staatenbündnis ASEAN auf Gegenzölle. Weitere Staaten wie Britannien, Brasilien oder Indien hielten sich bedeckt, und viele hoffen auf einen Deal. Sie »küssen meinen Arsch«, merkte Trump an.
Allerdings ist Welthandel keine alleinige Angelegenheit von Staaten. Deren Anführer sind – neben ihrem eigenen Hintern – meist den Interessen mächtiger Kapitallobbyisten oder anderer einflussreicher »Stakeholder« verpflichtet. Und weil das so ist – und die Wirtschaft den Gesetzen des kapitalistischen Verwertungsprozesses unterliegt –, sind die Auswirkungen drastischer Eingriffe in die internationalen Austauschbeziehungen schwer abzusehen oder gar kontrollierbar. Mit einer Ausnahme: Es wird chaotisch zugehen.
Wenn Politik fast nur für die Wirtschaft statt für die Menschen gemacht wird, dann kann man sie auch als Waffe einsetzen.
Wenn dann einer der Meinung ist, dass er alleine die Regeln so ändern kann, dass er der alleinige Nutznießer ist, dann kann das schief gehen. Besonders dann, wenn sich da ein Großer nicht beugen will.
Wer sich an einer Art Sanktionen nicht beteiligen will, der stärkt den Unruhestifter. Von dem man sich vermutlich immer noch militärischen Beistand erhofft, wenn es gegen den großen Feind geht.
Nur ist dieser kein Politiker. Das ist ein Trickser, der im Geschäft immer seinen Vorteil gesucht hat.
China spielt ein gefährliches Spiel. Aber immerhin kuscht es nicht wie die EU.
Am Ende könnte keiner gewinnen. Man sollte es aber versuchen. Denn der Preis, den Trump fordert, der ist zu hoch.
Das klingt noch etwas hoffnungsvoll. Es ist könnte aber auch sein, dass Trump und sein Fachpersonal etwas in Gang gesetzt haben, was sie nicht mehr kontrollieren können. Wenn das so ist, dann haben die sich bestimmt bereits aus dem Dollar verabschiedet.
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