Ein Blick nach Großbritannien zeigt, wie sich der Militarismus auch hierzulande entwickeln könnte
Am 15. Juni fand in Deutschland erstmals der sogenannte Veteranentag statt. Dessen Durchführung wurde im April 2024 vom deutschen Bundestag beschlossen. Es handelt sich hierbei um einen von vielen Versuchen, militaristisches Gedankengut und militaristische Praxis im Rahmen der »Zeitenwende« im deutschen Alltag zu verwurzeln. Auf rund 60, unter anderem vom Reservistenverband organisierten, Veranstaltungen zeigte das Militär im öffentlichen Raum Präsenz. Unter der Überschrift »Der 15. Juni gehört unseren Veteranen« zitiert der Reservistenverband in seiner Bewerbung für diesen Tag Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) wohlwollend mit den Worten: »Es geht um die Anerkennung derjenigen, die in letzter Konsequenz bereit sind, das Äußerste für andere zu geben und die ihr Leib und Leben für unser Land einsetzen«. Im Krieg wird getötet, aber es wird auch verwundet und gestorben. Dies mit Blick auf mögliche kommende »große« Kriege zu normalisieren ist Zweck des Veteranentages.
Seit 2009 ist aus dem britischen Veteranentag der »Armed Forces Day« geworden, was als »Streitkräftetag« übersetzt werden kann. Aus der Sicht britischer Militärs hat die Umbenennung den Vorteil, dass nun der kämpfenden Truppe gehuldigt wird, und nicht mehr lästigen, den Weltfrieden befürwortenden Weltkriegsveteranen von vorgestern. Ziel des »Armed Forces Day« ist es, zum Beispiel durch Militärparaden in Stadtzentren, den Stolz auf aktiv kriegführende heimische Streitkräfte zu erhöhen.
So sieht es auch hier aus. Denn einen Volkstrauertag gibt es ja bereits.
Uniformen und Militär soll zum normalen Straßenbild gehören wie der Krieg zum Leben. Hier wird noch zu viel nachgedacht über die geplante Glorifizierung des Heldentod.
Dass es das schon einmal gab und wie das geendet hat wird als linke Spinnerei verächtlich abgetan. Gab es auch schon einmal.
Ist dieser Zug noch aufzuhalten?
Externer Inhalt
Dieser Inhalt wird nicht von Feierabend.de bereitgestellt. Du kannst ihn nur lesen, wenn Du zustimmst, dass er von jungewelt.de nachgeladen wird. Bist Du einverstanden, dass externe Inhalte nachgeladen werden? Mehr dazu erfährst Du in unseren Datenschutzbestimmungen.
Ein Blick nach Großbritannien zeigt, wie sich der Militarismus auch hierzulande entwickeln könnte
Am 15. Juni fand in Deutschland erstmals der sogenannte Veteranentag statt. Dessen Durchführung wurde im April 2024 vom deutschen Bundestag beschlossen. Es handelt sich hierbei um einen von vielen Versuchen, militaristisches Gedankengut und militaristische Praxis im Rahmen der »Zeitenwende« im deutschen Alltag zu verwurzeln. Auf rund 60, unter anderem vom Reservistenverband organisierten, Veranstaltungen zeigte das Militär im öffentlichen Raum Präsenz. Unter der Überschrift »Der 15. Juni gehört unseren Veteranen« zitiert der Reservistenverband in seiner Bewerbung für diesen Tag Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) wohlwollend mit den Worten: »Es geht um die Anerkennung derjenigen, die in letzter Konsequenz bereit sind, das Äußerste für andere zu geben und die ihr Leib und Leben für unser Land einsetzen«. Im Krieg wird getötet, aber es wird auch verwundet und gestorben. Dies mit Blick auf mögliche kommende »große« Kriege zu normalisieren ist Zweck des Veteranentages.
Seit 2009 ist aus dem britischen Veteranentag der »Armed Forces Day« geworden, was als »Streitkräftetag« übersetzt werden kann. Aus der Sicht britischer Militärs hat die Umbenennung den Vorteil, dass nun der kämpfenden Truppe gehuldigt wird, und nicht mehr lästigen, den Weltfrieden befürwortenden Weltkriegsveteranen von vorgestern. Ziel des »Armed Forces Day« ist es, zum Beispiel durch Militärparaden in Stadtzentren, den Stolz auf aktiv kriegführende heimische Streitkräfte zu erhöhen.
So sieht es auch hier aus. Denn einen Volkstrauertag gibt es ja bereits.
Uniformen und Militär soll zum normalen Straßenbild gehören wie der Krieg zum Leben. Hier wird noch zu viel nachgedacht über die geplante Glorifizierung des Heldentod.
Dass es das schon einmal gab und wie das geendet hat wird als linke Spinnerei verächtlich abgetan. Gab es auch schon einmal.
Ist dieser Zug noch aufzuhalten?
Externer Inhalt
Dieser Inhalt wird nicht von Feierabend.de bereitgestellt. Du kannst ihn nur lesen, wenn Du zustimmst, dass er von jungewelt.de nachgeladen wird. Bist Du einverstanden, dass externe Inhalte nachgeladen werden? Mehr dazu erfährst Du in unseren Datenschutzbestimmungen.
einverstanden