Der Bürgerrat „Forum gegen Fakes“, initiiert vom Innenministerium, dem Meinungskonzern Bertelsmann und den Beratern des Verfassungsschutzes hat die Innenministerin mit frischen Ideen zur Bekämpfung von „Desinformation“ versorgt.
Lustig ist dabei das „Fake News Quiz“, das über die Werbemonitoren in Bussen und Bahnen auf die Fahrgäste niedergehen soll. Die dürfen dann anhand der Frage „Wahr oder falsch?“ raten, ob eine zuvor eingespielte Behauptung für richtig gehalten werden darf oder nicht. Selbstverständlich sollen die Texte wöchentlich erneuert werden. Koordiniert soll das Quiz von einer „Stabsstelle Desinformation“, die direkt dem Bundesinnenministerium untersteht. Die soll sich auch darum kümmern, „die Medienhäuser“ mit stets „gut aufbereiteten“ Hintergrundinformationen zum Thema „Wahr oder falsch“ zu versorgen. Natürlich werden die News der Stabsstelle mit einem Wahrheitssiegel per QR-Code ausgestattet. Apropos Siegel: Besonders folgsame Medien, die unter Beweis gestellt haben, dass sie den Sinn für das Wahre beherrschen, bekommen als Ehrenzeichen das „Gütesiegel für qualitativen Journalismus“
Um diejenigen, die trotz QR-Code und Gütesiegel immer noch nicht kapiert haben, dass man von „Desinformationen“ die Finger zu lassen hat, sorgt sich die Zentralstelle für betreutes Denken besonders. In ihrem Hause soll ein KI-gestütztes Programm erstellt werden, das in den sozialen Medien desinformatorische Posts kennzeichnet. Wie das geht? „Vor dem Posten soll es eine angemessene Bedenkzeit (2– 5 Minuten) geben“, innerhalb derer die KI den Eintrag prüft. Ist der Inhalt „unbedenklich“, gibt die Staatssoftware den Post frei. Ist er es nicht, bekommt der User eine Warnung. Postet er trotzdem, löscht das Programm sofort. Der Bürgerrat empfiehlt der Innenministerin als Hüterin der Wahrheit in diesen Fällen strafrechtliche Verfolgung. Um den hierzu noch fehlenden Tatbestand einer „strafbaren Desinformation“ will man sich in Kürze kümmern.
Diese und viele weitere Ideen zur endgültigen Vernichtung des letzten Rests an Meinungsfreiheit lassen sich im „Gutachten“ des pseudo-repräsentativen Bürgerrats nachlesen.
Bleibt noch die Frage, wer entscheidet darüber was ein Fake ist und was nicht?
So wie es aussieht werden ja ungewollte Enthüllungen auch als Fake bezeichnet.
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Der Bürgerrat „Forum gegen Fakes“, initiiert vom Innenministerium, dem Meinungskonzern Bertelsmann und den Beratern des Verfassungsschutzes hat die Innenministerin mit frischen Ideen zur Bekämpfung von „Desinformation“ versorgt.
Lustig ist dabei das „Fake News Quiz“, das über die Werbemonitoren in Bussen und Bahnen auf die Fahrgäste niedergehen soll. Die dürfen dann anhand der Frage „Wahr oder falsch?“ raten, ob eine zuvor eingespielte Behauptung für richtig gehalten werden darf oder nicht. Selbstverständlich sollen die Texte wöchentlich erneuert werden. Koordiniert soll das Quiz von einer „Stabsstelle Desinformation“, die direkt dem Bundesinnenministerium untersteht. Die soll sich auch darum kümmern, „die Medienhäuser“ mit stets „gut aufbereiteten“ Hintergrundinformationen zum Thema „Wahr oder falsch“ zu versorgen. Natürlich werden die News der Stabsstelle mit einem Wahrheitssiegel per QR-Code ausgestattet. Apropos Siegel: Besonders folgsame Medien, die unter Beweis gestellt haben, dass sie den Sinn für das Wahre beherrschen, bekommen als Ehrenzeichen das „Gütesiegel für qualitativen Journalismus“
Um diejenigen, die trotz QR-Code und Gütesiegel immer noch nicht kapiert haben, dass man von „Desinformationen“ die Finger zu lassen hat, sorgt sich die Zentralstelle für betreutes Denken besonders. In ihrem Hause soll ein KI-gestütztes Programm erstellt werden, das in den sozialen Medien desinformatorische Posts kennzeichnet. Wie das geht? „Vor dem Posten soll es eine angemessene Bedenkzeit (2– 5 Minuten) geben“, innerhalb derer die KI den Eintrag prüft. Ist der Inhalt „unbedenklich“, gibt die Staatssoftware den Post frei. Ist er es nicht, bekommt der User eine Warnung. Postet er trotzdem, löscht das Programm sofort. Der Bürgerrat empfiehlt der Innenministerin als Hüterin der Wahrheit in diesen Fällen strafrechtliche Verfolgung. Um den hierzu noch fehlenden Tatbestand einer „strafbaren Desinformation“ will man sich in Kürze kümmern.
Diese und viele weitere Ideen zur endgültigen Vernichtung des letzten Rests an Meinungsfreiheit lassen sich im „Gutachten“ des pseudo-repräsentativen Bürgerrats nachlesen.
Bleibt noch die Frage, wer entscheidet darüber was ein Fake ist und was nicht?
So wie es aussieht werden ja ungewollte Enthüllungen auch als Fake bezeichnet.
www.nzz.ch/ ... /zensur-gegen-fake-news-die-bertelsmann-stiftung-und-ihr-autoritaerer-buergerrat-ld.1848572
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