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Ist das nur in Österreich so?

Von Feierabend-Mitglied Freitag 18.10.2024, 15:23

Wien. Käfighaltung bei Hühnern ist in Österreich seit 2020 verboten. Das heißt nicht automatisch, dass die Österreicher keine Käfig-Eier essen. Über Importe kommen diese nach Österreich.

"248 Eier pro Jahr isst oder verbraucht ein Österreicher durchschnittlich pro Kopf. Dieser Bedarf kann zu 90 Prozent mit heimischen Eiern gedeckt werden: 2,3 Milliarden Eier werden laut Statistik Austria in Österreich verbraucht, 2,2 Milliarden hier produziert.

Trotzdem hat Österreich im Vorjahr 24.985 Tonnen Eier und Eiprodukte (umgerechnet rund 500 Millionen Eier) eingeführt. Die Hälfte stammte aus Deutschland, dahinter folgten Importe aus Tschechien (2876 Tonnen) und Polen (2666 Tonnen), so die Tierschutzorganisation Vier Pfoten. Sogenannte „ausgestaltete“ Käfige, in denen Hühner etwas mehr Platz haben, sind in der EU erlaubt und machen rund 40 Prozent der Hühnerhaltung aus.

Dem Verein Land schafft Leben zufolge sind laut EU-Kommission auch Ei-Importe aus der Ukraine in die EU im Vorjahr um über ein Drittel gestiegen. 2023 machten EU-Importe aus der Ukraine knapp 152 Tonnen aus, aus China kamen 63 Tonnen. So gelangen Eier, die die EU-weiten und noch strengeren heimischen Tierhaltungsstandards nicht erfüllen, in Gastronomie und Lebensmittelverarbeitung.

Hälfte der Austro-Eier aus Bodenhaltung
Im österreichischen Handel sind ausschließlich österreichische Frischeier zu kaufen, die gekennzeichnet sein müssen. Im ersten Halbjahr 2024 stammten laut AMA 51 Prozent der verkauften Eier aus Bodenhaltung, 37 Prozent aus konventioneller Freilandhaltung und 12 Prozent aus Bio-Freilandhaltung.

Importierte Eier finden sich dort, wo nicht gekennzeichnet werden muss, etwa in verarbeiteten Produkten wie Nudeln, Kuchen oder Mayonnaise. Vier Pfoten sowie Land schafft Leben fordern deswegen eine verpflichtende Herkunfts- und Haltungskennzeichnung für alle tierischen Produkte, „damit Käfig-Eier nicht mehr auf unseren Tellern landen können, ohne dass wir es bemerken“, so Hannes Royer vom Verein Land schafft Leben.
„Kein Hinweis auf Käfig Eier“

Gegen die Vorwürfe wehrte sich am Freitag der Fachverband der Lebensmittelindustrie in der Wirtschaftskammer. Es gebe aufgrund fehlender Pflichten zu Herkunftsangaben gar kein Anzeichen, dass gerade in Austro-Lebensmitteln Käfig-Eier aus dem Ausland enthalten sind, wurde argumentiert. Nur weil Informationen fehlen würden, sei das „kein Hinweis, dass dann gerade in österreichischen Lebensmitteln Käfig-Eier verarbeitet wurden“. (twi)


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