Brief aus Jerusalem :In Bethlehem annektiert Israel still und leise – dafür aber um so effektiver
»Der Siedlerkolonialismus im von Israel besetzten Westjordanland schreitet in rasantem Tempo voran. Überall wird Land enteignet, Menschen werden vertrieben, mit täglich größerer Gewalt und inzwischen in aller Offenheit. In und um Bethlehem gehen die Siedlerkolonialisten und die Armee still und leise, aber nicht weniger effektiv als im Rest der Westbank vor. In Beit Sahour wurde eben der Grundstein für eine neue Siedlung, Schdema, gelegt. An dem Ort hatte der südafrikanische Bischof Desmond Tutu in der Ersten Intifada einst der Besatzungsarmee getrotzt und auf dem Hirtenfeld, dem Ort der Verkündigung der Geburt Jesu an die armen Hirten, umgeben von einem Cordon von Soldaten, die Weihnachtspredigt gehalten: vor Hunderten von Christen und Säkularen. Dabei zog er Parallelen zwischen der Apartheid in Südafrika und der Behandlung der Palästinenser.
Schdema hat eine strategische Funktion, da es verschiedene Siedlungsblöcke miteinander verbindet: von Gusch Etzion im Süden bis Har Homa, das schon zu einem Vorort von Jerusalem geworden ist, bis hinunter zu den Siedlungen Richtung Jordantal und Totes Meer. Damit ist der östliche Siedlungsblock um Jerusalem und Bethlehem geschlossen. Und er schneidet palästinensische Dörfer und Städte voneinander ab: Fragmentierung für Palästinenser, gute Verbindungen für Siedlerkolonialisten. Zuerst wird eine Straße gebaut, die Siedlungen untereinander verbindet. Die Begründung ist immer die Sicherheit der Siedler. Resultat ist ein Apartheidstraßensystem: eines für Siedler, ein anderes, mit kilometerlangen Umwegen, für die Palästinenser............«
Der südafrikanische Bischof Desmond Tutu lag so falsch nicht, als er seinerzeit Parallelen zwischen der Apartheid in Südafrika und der Behandlung der Palästinenser sah.
Und wieder stehen die USA hinter den Tätern. Waren sie es doch, die dem Apartheidregime dass Versteck von Nelson Mandela verraten hatten und diesem damit viele Jahre Haft verschafften.
Israels Annexionen werden akzeptiert, andere verurteilt. Das ist Politik.
Und wie verlogen die ist, dass könnten wir eigentlich wissen. Wir sehen es doch täglich.
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Brief aus Jerusalem :In Bethlehem annektiert Israel still und leise – dafür aber um so effektiver
»Der Siedlerkolonialismus im von Israel besetzten Westjordanland schreitet in rasantem Tempo voran. Überall wird Land enteignet, Menschen werden vertrieben, mit täglich größerer Gewalt und inzwischen in aller Offenheit. In und um Bethlehem gehen die Siedlerkolonialisten und die Armee still und leise, aber nicht weniger effektiv als im Rest der Westbank vor. In Beit Sahour wurde eben der Grundstein für eine neue Siedlung, Schdema, gelegt. An dem Ort hatte der südafrikanische Bischof Desmond Tutu in der Ersten Intifada einst der Besatzungsarmee getrotzt und auf dem Hirtenfeld, dem Ort der Verkündigung der Geburt Jesu an die armen Hirten, umgeben von einem Cordon von Soldaten, die Weihnachtspredigt gehalten: vor Hunderten von Christen und Säkularen. Dabei zog er Parallelen zwischen der Apartheid in Südafrika und der Behandlung der Palästinenser.
Schdema hat eine strategische Funktion, da es verschiedene Siedlungsblöcke miteinander verbindet: von Gusch Etzion im Süden bis Har Homa, das schon zu einem Vorort von Jerusalem geworden ist, bis hinunter zu den Siedlungen Richtung Jordantal und Totes Meer. Damit ist der östliche Siedlungsblock um Jerusalem und Bethlehem geschlossen. Und er schneidet palästinensische Dörfer und Städte voneinander ab: Fragmentierung für Palästinenser, gute Verbindungen für Siedlerkolonialisten. Zuerst wird eine Straße gebaut, die Siedlungen untereinander verbindet. Die Begründung ist immer die Sicherheit der Siedler. Resultat ist ein Apartheidstraßensystem: eines für Siedler, ein anderes, mit kilometerlangen Umwegen, für die Palästinenser............«
Der südafrikanische Bischof Desmond Tutu lag so falsch nicht, als er seinerzeit Parallelen zwischen der Apartheid in Südafrika und der Behandlung der Palästinenser sah.
Und wieder stehen die USA hinter den Tätern. Waren sie es doch, die dem Apartheidregime dass Versteck von Nelson Mandela verraten hatten und diesem damit viele Jahre Haft verschafften.
Israels Annexionen werden akzeptiert, andere verurteilt. Das ist Politik.
Und wie verlogen die ist, dass könnten wir eigentlich wissen. Wir sehen es doch täglich.
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